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Test

30.01.2018

Skoda Octavia Combi RS im Test: PS für Papa

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6 Bilder
Platz und PS: der neue Skoda Octavia Combi RS.
Bild: Tobias Sagmeister, Skoda

Der Skoda Octavia Combi RS verspricht Familientauglichkeit, Sportlichkeit und ein gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ohne Makel ist er allerdings nicht. Der Test-Bericht.

Wird Mann irgendwann erwachsen, stehen schwierige Entscheidungen an. Das gilt insbesondere für den fahrbaren Untersatz. Wer sich in jungen Jahren einen Golf GTI oder Vergleichbares gönnte, steht nach Familiengründung und mit der nicht unendlich großen Börse plötzlich vor der Frage: Platz - oder PS?

Bei Skoda bietet man an dieser Stelle seit Jahren einen eleganten Ausweg: den Octavia Combi RS. Der Tscheche verspricht Familientauglichkeit, Sportlichkeit und ein gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis. Kein Wunder, dass der RS ein echter Verkaufsschlager ist; bis heute hat die VW-Tochter rund 200.000 Modelle verkauft, davon allein 100.000 von der 2013 eingeführten dritten Generation.

Im vergangenen Jahr war nun Modellpflege angesagt. Neben dem neuen Top-Modell der Baureihe, dem Turbobenziner RS 245 mit ebenso vielen Pferdestärken, gib es auch eine minimal schwächere RS-Variante mit 230 (Benziner) oder 184 (Diesel) PS unter der Haube.

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Getestet haben wir den Benziner. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Auch der erneuerte RS ist ein tolles, praktisches Auto, das richtig Spaß macht, sich aber auch ein paar überraschende Schwächen leistet.

Skoda Octavia Combi RS ist nicht ohne Makel

Die Familientauglichkeit: Optisch kommt der RS mit dem breiterem Kühlergrill und Lufteinlässen herausfordernd-dynamisch daher, ohne allerdings aufdringlich zu wirken. Gleiches gilt für die Akkustik. Zwar röhrt der RS im Sport-Modus fast schon obszön und auch etwas synthetisch auf, gibt sich dafür auf Knopfdruck in "Comfort" aber genauso bürgerlich wie ein ziviler Octavia. Sport-Elemente wie 18-Zoll-Felgen, Dachkantenspoiler oder die Edelstahl-Endrohre sind zudem so dezent, dass man auch vor dem Kindergarten vorfahren kann, ohne pikierte Blicke zu riskieren.

Wenn sich schließlich die (gegen 350 Euro Aufpreis elektrische) Heckklappe öffnet, dürften dem RS sogar neidische Blicke sicher sein. Denn trotz des sportlichen Auftritts hat der Kombi auch echte Ladequalitäten. 610 Liter Kofferraumvolumen (1740 bei umgeklappter Rücksitzlehne) sind ein Spitzenwert im Segment. Der 30 Zentimeter längerer Opel Insignia etwa schafft es nur auf 560 bzw. 1665 Liter. Dabei ist im Fond noch genügend Platz für große oder auch kleine Passagiere im Kindersitz. Hier stellt sich lediglich die Frage, wie familiengeeignet die serienmäßige Alcantara-Stoff-Ausstattung ist. 

Die Sportlichkeit: An Muskeln mangelt es dem RS nicht. Unter dem hübschen Blechkleid arbeitetet der VW-eigene 2-Liter-TSI mit satten 350 Newtonmeter Drehmoment, der auch im Golf GTI zum Einsatz kommt. Der Vierzylinder könnte zwar etwas spritziger in Gang kommen (was jedoch hauptsächlich am tiefen, trägen Gaspedal liegt), hat aber ordentlich Durchzug und beschleunigt die knapp 1,5 Tonnen ohne Probleme auf Geschwindigkeiten jenseits der 240 km/h.

Allerdings - und diese Erkenntnis überraschte uns doch etwas - offenbarte der Skoda gerade in seiner vermeintlichen Paradedisziplin ein paar auffällige Schwächen. Denn die Kraft ist leider nicht optimal auf das Fahrzeug abgestimmt, was bei einem Sportler einfach einen unausgegorenen Eindruck hinterlässt. Im Gegensatz zum Diesel ist der Benziner nicht mit Allrad-, sondern nur mit Frontantrieb im Angebot, womit es unmöglich wird, die Kraft ordentlich auf die Straße zu bringen. Mehr noch: Das permanente Reißen, Schlupfen und Stampfen an der Vorderachse nervt irgendwann derart, dass unweigerlich eine Bodenblech-Hemmung einsetzt. Schade.

Skoda Octavia Combi RS (2017): Daten, Motor, Preis

Das Preis-Leistungs-Verhältnis: Mit einem Einstiegspreis von 31.590 Euro bekommt man nicht nur viel PS, sondern wirklich auch viel Auto. Man merkt allerdings auch, dass Skoda eben nicht die erste Geige im Volkswagen-Konzert spielt. Die Ausstattung ist solide und wertig, im Vergleich zu den deutschen Konzernmarken aber auch einfach.

Serienmäßig gibt es zahlreiche Sicherheits- und Assistenzsysteme, LED-Leuchten vorne und hinten und auch ein paar Extras wie beheizbare Außenspiegel oder Vordersitze. Für mehr Komfort heißt es dann aber auch extra zahlen. Der üppig ausgestattete Testwagen lag so zwar schon bei knapp 43.000 Euro. Im Vergleich zu VW- oder Audi-Preisen dürfte das aber immer noch als Schnäppchen durchgehen.

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