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Test
25.06.2021

Audi Q4 etron im Test: Vier Audis in einem

Dass es sich bei Q4 etron um ein Elektroauto handelt, verraten allein die geschlossenen Waben am Kühlergrill. Ansonsten ist das Design so aggressiv wie immer bei Audi. Neben der Optik will der Premium-Stromer auch mit seinem Preis punkten.
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Dass es sich bei Q4 etron um ein Elektroauto handelt, verraten allein die geschlossenen Waben am Kühlergrill. Ansonsten ist das Design so aggressiv wie immer bei Audi. Neben der Optik will der Premium-Stromer auch mit seinem Preis punkten.
Foto: Audi AG

Platzvorteil Elektroauto: Der neue Q4 e-tron ist so wendig wie ein A1, so kompakt wie ein A3, hat so viel Kofferraum wie ein Q5 und ist innen so vornehm wie ein Q7. Der Test.

Elektroautos sind wahre Platzsparwunder, weil E-Maschinen viel kompakter als Verbrenner sind. Die vom Q4 e-tron passt zum Beispiel locker in eine Sporttasche. Außerdem fallen ganze Bauteile wie der Kardantunnel komplett weg. Und der Akku ist flach im Unterboden versteckt. Das eröffnet völlig neue (Fahrzeug-)Dimensionen.

Der Grundpreis inklusive Förderung liegt bei 33.000 Euro

Seine Größe und sein Grundpreis von knapp 33.000 Euro (Umweltprämie abgezogen) dürften viele Kunden anlocken, die bislang einen Verbrenner gefahren sind. Optisch ist der Q4 e-tron ein waschechter Audi mit einem kraftvoll-futuristischen Design. Fette Lufteinlässe zieren die Front, dass es sich um ein E-Auto handelt, erkennt man nur am geschlossenen Wabengrill. Und es gibt ihn auch noch in zwei Karosserievarianten. Als reinrassigen SUV und als Sportback mit Coupé-Silhouette (2000 Euro Aufpreis).

Auch im Interieur geht es stramm Richtung Zukunft. Das rautenartige Audi-Design breitet sich über das komplette Armaturenbrett aus, das wie ein Surfboard im Raum schwebt. Ziemlich spacig sieht das doppelt abgeflachte Lenkrad aus. Mehr ein Steuerrad für ein Raumschiff als für ein Auto. Dazu passt der flache Gang-Wählhebel in der Klavierlack-Landschaft der Mittelkonsole, mit dem Vorwärts- und Rückwärtsgang sowie der Leerlauf eingestellt werden kann.

Neben dem D für Drive gibt es auch noch die Wahlmöglichkeit B für Brake. Damit stellt man aber nicht etwa die Handbremse ein, sondern eine besondere Fahrstufe. Bei dieser Stellung bremsen die Elektromotoren auf der höchsten Stufe ab, um besonders viel Strom zurückzugewinnen.

Informationen schweben wie eine Drohne vor dem Fahrer

Ebenfalls aus der Zukunft stammt das völlig neue Head-Up-Display. In rund zehn Metern Entfernung schweben Fahrinformationen wie eine Drohne vor dem Auto. So groß wie auf einem 70-Zoll-Bildschirm. Ein blauer Pfeil wird dabei zum virtuellen Lotsen. Er zeigt genau an, in welche Straße man abbiegen muss. Dargestellt werden auch der Abstand zum Vordermann oder es erscheint ein Warnstreifen, wenn das Auto die Spur verlässt. Schaut nach einer netten Spielerei aus - hinter dieser Technik steckt jedoch eine gigantische Rechenleistung. Zum einen muss das Bild stabil gehalten werden, trotz der vielen Bodenunebenheiten. Zum anderen muss das System dem Fahrzeug um 200 Millisekunden voraus sein, um den Lotsenpfeil rechtzeitig zu platzieren.

Man gewöhnt sich schnell an diese wirklich praktische Funktion - allerdings ist sie verbesserungswürdig, weil der blaue Pfeil bei entsprechender Sonneneinstrahlung schnell bleich wird und man Mühe hat ihn zu finden.

In das Fach Spielerei gehört eine Weltpremiere, die es laut Audi zum ersten Mal im Q4 e-tron gibt. Wer will, kann das Tagfahrlicht an den Frontscheinwerfern individuell einstellen. Insgesamt vier Signaturen stehen dafür zur Verfügung.

Reichweiten von 340 bis 500 Kilometern

Neben den Karosserievarianten hat der Q4-Kunde die Auswahl zwischen drei Leistungsstufen und zwei Antriebsarten. Die zwei Hecktriebler gibt es mit 170 oder 204 PS. Der König unter den e-trons ist der Q4 50 quattro. Hier kommt ein zweiter Elektromotor auf der Vorderachse dazu. Mit 299 PS und einem Drehmoment von 460 Nm rennt er in sechs Sekunden von 0 auf 100. Die Reichweiten liegen zwischen 340 und 500 Kilometern. Dass man tatsächlich soweit kommt, erscheint nach den ersten Testfahrten realistisch. Allerdings kommt es stark auf den Fahrstil an: Bei normaler Fahrweise verbrauchten wir pro gefahrenem Kilometer auch einen Kilometer Reichweite. Der Strom-Verbrauch lag bei 20,8 kWh. Ganz anders, wenn man den Tiger auspackt auf der Autobahn. Zwar ist der Quattro schon bei Tempo 180 abgeregelt, aber trotzdem putzte er mit dieser Höchstgeschwindigkeit die Kilowattstunden weg wie nichts. Nach 25 Kilometern Fahrt waren 100 Kilometer Reichweite weg.

Audi Q4 etron: technische Daten

  • Spezifikation: Audi Q4 Sportback 50 etron quattro
  • Leistung: 220 kW, 299 PS
  • Drehmoment: 460 Nm
  • Reichweite: 497 km
  • Batteriekapazität: 77 kWh
  • Ladedauer (Wallbox): 7 Std
  • Länge/B/H: 4,60/1,87/1,63 m
  • Leergewicht: 2210 kg
  • Anhängelast gebr.: 1200 kg
  • Kofferraum: 535 – 1490 l
  • 0 – 100 km/h: 6,2 s
  • Spitze: 180 km/h
  • Normverbrauch: 17,9 - 20 kWh
  • Preis: ab 55.000 Euro (abzgl. Förderprämie)

Der Q4 etron ist eine echte Spaßmaschine

Vom Fahrgefühl her ist der Q4 dabei eine echte Spaßmaschine. Der Abzug legt sofort mächtig los und schiebt sogar die zwei Tonnen Gewicht leichtfüßig an. In den Kurven liegt der Q4 prächtig, fast schon spielerisch jagt man damit über die Landstraßen. Einzig die Lenkung mit den viel zu hohen Rückstellkräften nervt bei langer Fahrt.

Und noch etwas stört. Der randlose Rückspiegel ist zwar schön, aber viel zu klein. Andauernd muss man nachjustieren, um das Verkehrsgeschehen hinter sich unter Beobachtung zu halten.

Unser Fazit fällt positiv aus: Mit dem Q4 bringt Audi einen Premium-Stromer mit vernünftigen Reichweiten und einem populären Einstandspreis unters Volk.

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