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Gehaltsunterschiede beim Berufseinstieg: In diesen Branchen ist der Gender Pay Gap besonders groß

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Gehaltsunterschiede beim Berufseinstieg: In diesen Branchen ist der Gender Pay Gap besonders groß

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    Der Gender Pay Gap zeigt sich nicht erst im Verlauf des Arbeitslebens: Schon beim Berufseinstieg verdienen Frauen häufig schlechter als ihre Kollegen – trotz gleicher Qualifikation.
    Der Gender Pay Gap zeigt sich nicht erst im Verlauf des Arbeitslebens: Schon beim Berufseinstieg verdienen Frauen häufig schlechter als ihre Kollegen – trotz gleicher Qualifikation. Foto: tomertu, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Dass Männer und Frauen in Deutschland häufig für dieselbe oder ähnliche Arbeit ein unterschiedliches Gehalt bekommen, ist nicht neu. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern wird als Gender Pay Gap bezeichnet. Der unbereinigte Gender Pay Gap betrug Ende Dezember 2025 laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) 16 Prozent, wobei dafür die Bruttostundenlöhne aller erwerbstätigen Männer und Frauen verglichen wurden. Beim bereinigten Gender Pay Gap werden strukturelle Faktoren herausgerechnet, wie Unterschiede im Hinblick auf Beruf, Branche, Beschäftigungs­umfang, Qualifikation oder Karrierelevel. Diese bereinigte Lohnlücke betrug laut Destatis Ende 2025 immer noch sechs Prozent.

    Dass der Gender Pay Gap oft nicht erst später im Arbeitsleben auftritt, sondern schon beim ersten Job nach dem Ausbildungsabschluss, zeigt eine neue Auswertung der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu. Demnach erhalten Frauen in vielen Branchen beim Berufseinstieg deutlich weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen – auch bei gleichem Abschluss oder gleicher Position. Drei Branchen fallen mit besonders großen Gehaltsunterschieden zwischen Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen auf.

    Gehaltsunterschiede beim Berufseinstieg: In welchen Branchen sind sie besonders groß?

    Kununu bezieht sich für die Auswertung auf durchschnittliche Jahresgehaltsdaten von Berufseinsteigern mit null bis drei Jahren Erfahrung. Die Branche mit der drittgrößten Lohnlücke ist demnach die Telekommunikationsbranche mit 18,23 Prozent:

    • Männer verdienen beim Einstieg 41.343 Euro.
    • Frauen verdienen hingegen 33.808 Euro.
    • Demnach erhalten Männer über 7500 Euro mehr als ihre Kolleginnen.

    Noch größer ist die Differenz in der Veranstaltungs- und Weiterbildungsbranche. Dort besteht laut Kununu ein Lohngefälle von 23,69 Prozent:

    • Männer verdienen beim Berufseinstieg im Schnitt 51.736 Euro.
    • Frauen bekommen ein niedrigeres Gehalt von 39.482 Euro.
    • Der Gender Pay Gap beträgt somit durchschnittlich über 12.000 Euro jährlich.

    Den – unrühmlichen – Platz 1 der Branchen mit den größten Gehaltsunterschieden bei Berufseinsteigern belegt der Kununu-Auswertung zufolge die Rechtsbranche mit einer Lücke von 28,12 Prozent:

    • Während Männer beim Start ins Berufsleben durchschnittlich 59.929 Euro Gehalt bekommen, ...
    • ... verdienen Frauen nur 43.071 Euro.
    • Der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern beträgt damit – schon beim Berufseinstieg – fast 17.000 Euro pro Jahr.

    Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigen Daten, dass sich der Gender Pay Gap im Lebensverlauf verändert: Mit zunehmendem Alter und längerer Betriebszugehörigkeit wird der Unterschied größer. Dass die Lohnlücke in einigen Bereichen schon zum Berufseinstieg so deutlich ist, ist fatal. Die Kluft zwischen den Gehältern von Männern und Frauen wird demnach im Laufe der Karriere immer größer.

    Übrigens: Als einer der vielfältigen Gründe für fehlende Lohngerechtigkeit wird die mangelnde Gehaltstransparenz gesehen. Hier soll die verschärfte EU-Entgelttransparenzrichtlinie ansetzen, die bis Juni 2026 umgesetzt werden muss. Arbeitgeber müssen künftig mehr Transparenz in der Entgeltgestaltung bieten, Verstöße gegen die neuen Regelungen können mit Geldbußen geahndet werden. Von Lohndiskriminierung betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben außerdem Anspruch auf vollständige Nachzahlungen.

    Warum ist der Gender Pay Gap beim Einstieg in diese Branchen so groß?

    Über die Gründe, warum Frauen beim Start ins Arbeitsleben vor allem in diesen drei Branchen oft wesentlich schlechter verdienen als ihre Kollegen, kann man nur Vermutungen anstellen. Laut Kununu arbeiten in der Telekommunikation Frauen zum Einstieg öfter in kaufmännischen, kundenorientierten oder administrativen Bereichen, während Männer eher technische Rollen erfüllen – die strukturell besser bezahlt werden.

    Eine mögliche Erklärung, warum der Gender Pay Gap im Bereich Veranstaltungen und Weiterbildungen so groß ist, könnte laut Kununu sein, dass zu dieser Branche nicht nur große Messeveranstalter gehören, sondern auch viele kleine Agenturen, bei denen Gehaltsverhandlungen wenig transparent ablaufen. Laut DIW Berlin verhandeln Frauen für sich selbst schlechter als Männer. Somit können vielleicht einige Frauen schon beim Start ins Berufsleben kein gutes Einstiegsgehalt verhandeln.

    Was die Rechtsbranche angeht, bringt Kununu an, dass Kanzleien und Rechtsabteilungen traditionell eher männerdominiert sind – genauso wie viele Netzwerke und Mandantenkontakte. Wer gut vernetzt ist oder in besonders lukrative Bereiche wie M&A (Mergers & Acquisitions) oder Steuerrecht kommt, verdient oft mehr – und das gelingt nach wie vor häufiger Männern. Außerdem werden Frauen beim Berufseinstieg seltener für Bonusprogramme oder leistungsabhängige Vergütung eingeplant. So entsteht die Gehaltslücke früh und wird mit der Zeit größer.

    Bei einem Vergleich der Plattform gehaltsreporter.de zeigte sich, dass die Einstiegsgehälter von Juristen besonders weit auseinandergehen. Je nach Arbeitgeber reicht die Spanne grob von 45.000 Euro bis zu 145.000 Euro, je nachdem, ob jemand etwa in einer kleinen lokalen Kanzlei oder in einer amerikanisch geprägten Top-Großkanzlei arbeitet. Zu diesen durch das Unternehmen bedingten Gehaltsunterschieden kommen die geschlechterspezifischen Differenzen, die Kununu festgestellt hat, noch hinzu.

    Auch interessant: Studien zum sogenannten „Pretty Privilege“ zeigen, dass auch das äußere Erscheinungsbild den beruflichen Erfolg und das Gehalt beeinflusst. Attraktivität kann dabei zu signifikanten Gehaltsunterschieden führen.

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