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  3. Hobby: Vom Reiz des eigenen Bieres: So funktioniert das Brauen Zuhause

Hobby
01.03.2022

Vom Reiz des eigenen Bieres: So funktioniert das Brauen Zuhause

Macht sichtlich Spaß: Markus Eberhard (l.) und Michael Fischer brauen ihr eigenes Bier.
Foto: Erich Echter

Die Pandemie brachte Menschen nicht nur zum Brotbacken, sondern auch zum Bierbrauen. Schroten, Maischen und Läutern – zwei Männer berichten, worauf es ankommt.

Um Michael Fischer war es nach einem Weißwurst-Frühstück geschehen. Ein Freund hatte ein paar Flaschen Bier mitgebracht. „Selbst gebraut und oberlecker“, erinnert sich Michael Fischer, 52. Und so ließ sich der Flugtriebwerkmechaniker von seinem Freund Markus Eberhard in die Anfänge des Brauens einführen.

Nicht nur er war hin und weg, auch seine Nachbarschaft fing Feuer. So legten fünf Nachbarn zusammen und schafften eine kleine tragbare Brauanlage an: silbern glänzende Sud- und Gärkessel mit 50, bzw. 30 Liter Fassungsvermögen, Kühlspirale und Bierspindel, und allem, was der Hobbybrauer sonst noch braucht. Kostenpunkt circa 700 Euro. Gebraut wird seit zwei Jahren reihum. Auch die Frauen und die Tochter haben schon davon Gebrauch gemacht, erzählt Michael Fischer.

Neuer Trend in Deutschland: Immer mehr Menschen brauen ihr eigenes Bier

Mittlerweile müssten die Freunde ein paar hundert Euro mehr hinblättern. Denn die Nachfrage nach solchen Anlagen ist groß, Hausbrauen liegt ähnlich wie Brotbacken im Trend – nur dass es um einiges aufwendiger ist. Internet-Foren zeugen davon, Angebote vom Starter-Kit für Einsteiger über Braukurse (auch bei Riegele in Augsburg) bis hin zum Braukessel mit allen Finessen gibt es. Vielleicht treiben auch Nachschubprobleme unter Corona den Preis in die Höhe? Was sich Fischer bei seiner Anlage nicht so recht vorstellen kann, „denn die hatte es nicht weit, sie wird aus Italien importiert“.

Video: kabel eins

Was man damit anstellen kann, davon können wir uns beim Ortstermin überzeugen. Das obergärige „Greppenbräu“, wie Markus Eberhard sein Pale Ale, ein altdeutsches Helles nennt, ist überraschend würzig und frisch und kann ohne Weiteres neben Qualitätsbieren aus der Region bestehen. Bei sieben bis acht Grad Celsius gekühlt schmeckt es auch nach Monaten noch frisch.

Apropos: Dass die meisten Hobbybrauer obergäriges Bier machen, hat praktische Gründe. Die Hefe im Gärkessel kommt mit wohnungsüblichen Temperaturen von bis zu 20 Grad zurecht, während Hefe für untergäriges Bier nur bei niedrigen Temperaturen von drei, vier Grad Celsius ihre Arbeit tut. Dazu aber müsste der Gär- oder Fermentierkessel in einen Kühlschrank gestellt werden. Über so große Kühlanlagen verfügen nur Brauereien.

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Ist selber Gebrautes günstiger? Darauf hat Markus Eberhardt ein klares „Nein“. In den vergangenen Jahren haben die Preise für Hopfen, Malz und Hefe ziemlich angezogen. Deshalb bestellt der Hollenbacher alles gleich in größeren Mengen im Internet und teilt es mit den Freunden: „Auf diese Weise kommen wir günstiger weg.“ Auch das Braumalz holen sie im 25-Kilo-Sack und schroten sie selbst so, wie sie es brauchen.

Das Handwerkliche, das macht den Hobbybrauern großen Spaß. „Dabei kann man wunderbar abschalten“, erklärt Eberhard, der im Brotberuf IT-ler ist. Brauen erfordert einiges an Wissen. Und man braucht Geduld und Zeit. Zum Glück gibt es für alles schlaue Bücher und Anleitungen im Internet.

Bier selber herstellen: Beim Brauen ist penible Sauberkeit wichtig

Allein der erste Arbeitsgang, das Anmaischen und Einkochen der sogenannten Würze, nimmt fast einen halben Tag in Anspruch: Das geschrotete Malz wird im Sudkessel mit Wasser vermischt und vorsichtig in mehreren Schritten und auf unterschiedliche Temperaturen erwärmt. Ziel der sogenannten Eiweiß-, Dextrose- und Maltoserast ist, die Stärke aus dem Getreide zu lösen und in Zucker umzuwandeln. Den braucht die Hefe, um ihn zu Alkohol und Kohlensäure zu vergären.

Doch bevor sie zugesetzt wird, sind noch einige andere Dinge zu tun. Auch das Jodfläschchen steht schon bereit für den Test: Ein Tropfen in etwas Sud geträufelt zeigt, ob alle Stärke umgewandelt ist. Mithilfe einer Bierspindel oder eines Refraktometers misst Michael Fischer die Stammwürze. Nun wird die Würze 90 Minuten lang gekocht, in dieser Zeit wird der Hopfen in Form kleiner gepresster Pellets (drei Sorten nach und nach) zugegeben.

In Hallertau in Bayern befindet sich das größte Hopfenanbaugebiet der Welt. Rund sieben Meter hoch wachsen die Pflanzen.
Foto: Armin Weigel, dpa

Hopfen sorgt mit seinen ätherischen Ölen nicht nur für den typischen leicht bitteren Geschmack, sondern soll auch Keime töten und das Bier haltbar machen. Acht Stunden vergehen, bis die Würze mit der Hefe versetzt in den Gärkessel gefüllt werden kann, wo sie eine knappe Woche lang verbleibt. Dabei hatte immer einer der beiden Brauer den Kessel im Blick, um ein Überkochen zu verhindern. Nach dem Würze-Kochen ist penible Sauberkeit sehr wichtig, damit das Bier später nicht sauer wird und kippt.

Brauerei Riegele in Augsburg: Geschmack hängt von der Hefesorte ab

Nach dem Gären ist das Bier noch lange nicht fertig, erfahre ich an einem anderen Tag, als ich die Brauerei Riegele besichtige. Auf Flaschen gezogen oder ins Fass gefüllt soll das junge Gebräu einige Wochen bis zum ersten Probeschluck weiter reifen. Wie lange genau, das hängt von der Hefesorte ab. „In dieser Phase werden noch einige unerwünschte Stoffe ab- und umgebaut“, erklärt Max Becker. Auch der 60-jährige Unternehmensberater aus Augsburg-Pfersee ist, wie sich herausstellt, leidenschaftlicher Hobbybrauer.

Ist das Bier in einer Brauerei fertig, wird es in Flaschen abgefüllt und in Kisten verpackt.
Foto: Marcel Kusch, dpa (Symbolbild)

Mit mehr als 20 Jahren Praxis inzwischen mehr Profi als Laie, engagiert er sich als Bierbotschafter bei Riegele, führt mehrmals pro Woche mit professionellen Brauern Verkostungen durch und nennt sich selbst „das personifizierte Bier“. Langweilig wird ihm das Hobby nie, „denn sobald man etwas tiefer in die Materie einsteigt, merkt man, an wie vielen Stellschrauben man drehen und das Ergebnis beeinflussen kann, und vor allem auch, welche Fehler passieren können“, so Becker, der sich auch mit der Tradition des Brauens gut auskennt.

Hobbybrauer sind keine Konkurrenz für kommerzielle Brauereien im Raum Augsburg

Während im Mittelalter der Braukessel Teil der Aussteuer war und in jedem Haus gebraut wurde, weil Bier gekocht und damit im Gegensatz zu Wasser keimfrei war, war das Hausbrauen später lange verboten. Auch das Verbreiten von Anleitungen und Brauzutaten war durch das Biersteuergesetz von 1952 untersagt. Erst der TV-Moderator Jean Pütz brachte den Stein ins Rollen, als er sich in seiner Sendung „Hobbythek“ 1982 über das Verbot hinwegsetzte und erklärte, wie jeder sein eigenes Bier selbst brauen kann. Seit 30 Jahren darf jeder Bürger in Deutschland 200 Liter pro Jahr brauen – ohne dafür Steuern zu entrichten. Nur anmelden muss er seine Tätigkeit – beim Zoll.

Professionelle Bierbrauer wie Sebastian Priller von Augsburgs ältester Familienbrauerei Riegele sehen Hobbybrauer übrigens nicht als Konkurrenz, im Gegenteil: „Die Privatleute, die sich intensiv mit dem Thema befassen, zeigen Leidenschaft und wissen die Qualität von unseren Bieren umso mehr zu schätzen.“

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