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Honig wird nie schlecht
14.01.2022

Wie gesund ist Honig? Süßes Heilmittel birgt Gefahren

Süßer Heilsbringer: Honig wird auch in der Medizin verwendet.
Foto: Oliver Berg, dpa

Honig ist so etwas wie ein Wunder der Natur. Doch ist das Bienenprodukt wirklich gesund? Wir schauen auf seine Rolle als Nahrungsmittel und als medizinischer Alltagshelfer.

Honig wird beinahe schon gehuldigt. Und das nicht etwa von Schleckermäulern, die das Bienenerzeugnis mit Inbrunst verschlingen. Vielmehr galt er schon im alten Ägypten als „Speise der Götter“, wird auch als flüssiges Gold oder Superfood gefeiert. Gewonnen wird Honig durch die Arbeit der Bienen, die die Blüten um ihren Nektar oder Laub- und Nadelbäume um Honigtau - ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt von Pflanzenläusen - erleichtern. Um die Produktion zu fördern, halten sich Imker ganze Bienenvölker, von denen sie sich versorgen lassen.

Die mit weitem Abstand größte Menge Honig entsteht in China. Deutschland versorgt sich etwa zu 20 bis 30 Prozent selbst, der große Rest wird aus Dutzenden Ländern importiert. Im Honig sind verschiedene Vitamine enthalten, außerdem Calcium, Eisen, Magnesium, Natrium, Phosphor, Kalium und Zink. Deshalb ist er zumindest minimal gesünder als Zucker, obwohl das tierische Produkt zum Großteil aus Frucht- und Traubenzucker besteht. Immerhin hat Honig etwas weniger Kalorien als Zucker, laut dem Portal utopia 300 pro 100 Gramm.

Es gibt viele unterschiedliche Arten des natürlichen Nahrungsmittels: Akazienhonig, Löwenzahnhonig, Heidehonig, Lindenhonig, Kleehonig, Edelkastanienhonig, Buchweizenhonig oder Lavendelhonig, außerdem aus Honigtau die dunkleren und länger flüssigeren Varianten Waldhonig, Blatthonig und Tannenhonig.

Honig ist ewig haltbar: In den Kühlschrank sollte er aber nicht

Weil Honig von Tieren produziert wird, gilt er nicht als vegan. In den Kühlschrank gehört er nicht, weil Honig dort härter wird. Wer ihn lichtgeschützt und verschlossen lagert, kann sich jahrelang daran erfreuen. Honig gilt als Ever Food, weil er nie schlecht wird. Problematisch könnten höchstens Fremdkörper werden, die im Honig anfangen zu schimmeln - etwa Butter oder Brotkrümel. Wie utopia berichtet, ist jedoch auch dann ein Verzehr zwar nicht gesund, aber meist nicht gefährlich.

Genutzt wird Honig nicht nur als Aufstrich, sondern auch für die Zubereitung diverser Getränke - ob alkoholisch oder antialkoholisch. So ist Honigbier bekannt, ebenso Honigweine wie Met, aber auch Honigliköre. Honig in Tee oder Milch ist ebenfalls weit verbreitet. Als Tagesdosis für Erwachsene empfiehlt das Wissenschaftsmagazin GEO bis zu drei Esslöffel Honig.

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Die Antioxidantien im Honig können das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten minimieren, vor gewissen Krebserkrankungen schützen und sich positiv auf die Sehkraft auswirken. Auch der Blutdruck kann angeregt werden. Außerdem wirkt sich sein Verzehr positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Da jedoch der Blutzuckerspiegel erhöht werden kann, sollten gerade Diabetiker vorsichtig sein. Allergiker könnten überempfindlich auf Pollen reagieren, deren Rückstände im Honig enthalten sein können.

Im Arbeitseinsatz: Honigbienen sichern sich den Nektar aus Blüten und transportieren ihn dann zum Bienenstock.
Foto: Fredrik von Erichsen, dpa

Honig gesund? Vorsicht vor übermäßigem Genuss - wegen der Zähne und des Gewichts

Weil der Honig zu 80 Prozent aus Zucker besteht, wirkt er kariesfördernd. Wegen des enthaltenen Fruchtzuckers ist er zudem appetitanregend. Bei zu ausgiebigem Konsum kann die Darmflora geschädigt werden, auch die Bauchspeicheldrüse wird womöglich überfordert. Ganz grundsätzlich kann Übergewicht die Folge sein.

Auch in der Medizin hat Honig seinen Wert schon unter Beweis gestellt. So kommt er bei Verbrennungen zweites Grades oder entzündeten Wunden zum Einsatz, wie das Portal eatsmarter berichtet. Es schlage nach einer Operation schneller an als herkömmliche Behandlungsarten.

Honig wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, weshalb er auch bei Erkrankungen wie Schuppenflechte, Hämorrhoiden oder Herpesbläschen helfen kann. Zudem wird ihm große Heilkraft gegen Fußgeschwüre zugeschrieben. Gegen Akne soll er ebenfalls helfen, wie auch gegen Magen-Darm-Beschwerden, Pilzinfektionen und Bakterienbefall.

Das Zentrum für Gesundheit stellt jedoch klar: Bei tiefen und schlecht heilenden Wunden sowie schweren Erkrankungen sollte auf einen Therapeuten zurückgegriffen werden, um die Behandlung mit medizinischem, keimfreiem Honig zu ermöglichen.

Video: SAT.1

Honig als Heilmittel: Bei über 40 Grad gehen gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe verloren

Honig gilt auch als feuchtigkeitsspendend. Effektiv ist er gegen Reizhusten oder aufkommende Erkältungen, bei Kindern gegen Halsschmerzen und Husten. Wichtig: Tee oder Milch mit Honig sollte nicht zu sehr erhitzt werden, da bei Temperaturen von über 40 Grad die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe verlorengehen.

Allerdings wird gewarnt: Kindern unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden, weil darin enthaltende Clostridium-botulinum-Keime eine Lähmung der Atem- und Schluckmuskulatur und damit im schlimmsten Fall den Tod zur Folge haben können. Schwangere brauchen jedoch utopia zufolge keine Bedenken zu haben, da die Darmflora die für den Embryo gefährlichen Erreger abtötet.

Interessant: Bei einer Untersuchung von Stiftung Warentest im Jahr 2019 wurden in jedem dritten Honig Spuren des Pflanzenschutzmittels Glyphosat entdeckt. Diesem könnte er je nach Umgebung ausgesetzt sein, denn die Bienenstöcke befinden sich oftmals in der freien Natur. Auch Pyrrolizidinalkaloide, also pflanzeneigene Gifte, wurden schon im Honig nachgewiesen - sie können Krebs erregen und die Leber schädigen.

Selbst Bio-Honig ist vor diesen Verunreinigungen nicht gefeit. Denn auch wenn die Bienenstöcke der Bio-Imker so platziert werden müssen, dass in einem Drei-Kilometer-Umkreis nicht mit Beeinträchtigungen etwa durch Autobahnen oder Müllverbrennungsanlagen zu rechnen ist, können die Tiere eben nicht an die Leine genommen werden und legen womöglich einen weiteren Flug zurück.

Gewisse Qualitätsstandards sind in Deutschland an einem Siegel des Imkerbunds zu erkennen. Dieses Symbol weist etwa nach, dass der Honig nach der Ernte weder erhitzt wurde noch Stoffe hinzugefügt oder entzogen wurden, informiert das Zentrum für Gesundheit. Echter Deutscher Honig muss laut den Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes e.V. ausschließlich in der Bundesrepublik erzeugt worden und naturbelassen sein sowie einen Wassergehalt von weniger als 18 Prozent aufweisen.

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Gesundheit-Ratgeber und in unserem Ernährung-Ratgeber.

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