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Benimm-Fallen im Urlaub

25.02.2020

400 Euro für Picknick auf der Spanischen Treppe: Wo der Urlaub teuer werden kann

So sah es früher noch aus: Scharenweise saßen Römer und Touristen auf den Stufen der Spanischen Treppe im Herzen der römischen Altstadt. Heute ist das verboten.
Bild: dpa

Hohe Strafen für Singen, Kaffeekochen, Nacktbaden und öffentliches Pinkeln: An manchen Urlaubsorten müssen Touristen besonders aufpassen – oder sich einfach benehmen.

Nacktbaden in Venedig, Wildpinkeln auf Hvar: Manche Touristen benehmen sich im Ausland ziemlich daneben. Sie campen wild, ignorieren Verbote, hinterlassen Dreck und Müll und begeben sich und andere leichtsinnig in Gefahr. Doch das ist immer öfter nicht mehr folgenlos: Zahlreiche Ferienorte wehren sich und berechnen drastische Bußgelder. Eine Hitparade besonders dummer Touristen-Aktionen und der fälligen Strafen:

Strafen im Urlaub: Dumme Touristen-Aktionen und was sie kosten

  • Venedig: 3000 Euro für Nacktbaden im Kanal Zwei Tschechen badeten im vergangenen September nackt in einem Kanal hinter dem Markusplatz. Sie wurden wegen „Handlung gegen den öffentlichen Anstand“ von der Polizei auf die Wache mitgenommen und zu einem Bußgeld von jeweils 3000 Euro verdonnert.
  • Griechenland: 1000 Euro für mitgenommene Steine In Griechenland ist es streng verboten, Steine mitzunehmen. Das gilt nicht nur für Teile von Tempeln, sondern auch für völlig unverfängliche Kiesel, zum Beispiel vom Strand von Skiathos. Wer erwischt wird, der kann leicht die Nacht in der Polizeistation verbringen und muss hinterher auch noch das archäologische Gutachten bezahlen. Kosten: bis 1000 Euro.
  • Mallorca: 700 Euro für falsche Markenware Falsche Marken-T-Shirts, unechte Top-Sportschuhe und Billiguhren mit dem Fake-Aufdruck bekannter Labels sind beliebte Souvenirs. Bislang wurden nur die fliegenden Verkäufer belangt. Neuerdings greift die Polizei auf Mallorca aber auch bei Touristen durch. Zwischen 100 und 700 Euro Strafe sind fällig. Hintergrund sind Beschwerden von Verkäufern echter Markenwaren.
  • Rom (I): 500 Euro für Baden im Trevibrunnen In Rom wurde kürzlich ein Mann 500 Euro los, nachdem er als römischer Senator verkleidet in den Trevibrunnen gestiegen war.
  • Rom (II): 400 Euro für Picknick auf der Spanischen Treppe Laufen erlaubt, sitzen verboten: Auf der Spanischen Treppe dürfen Besucher seit Juli nur noch stehen oder gehen. Wer die schöne Aussicht und die sonnenwarmen Steine zum Picknick nutzen will, muss sich auf bis 400 Euro Bußgeld gefasst machen.

Teurer Urlaub: 600 Euro für ein Stadtgang in Badehose

  • Triest: 300 Euro für ein Nickerchen Ein Tourist, der in einer Hängematte geschlafen hatte, wurde hier zu 300 Euro Strafe verdonnert. Der Österreicher habe seine Matte zwischen zwei Bäumen an einem beliebten Stadtstrand in Triest aufgespannt, teilte die Polizei mit. Weil das ein Verstoß gegen die Grünflächenregelung war, wurde der 52-Jährige zur Kasse gebeten.
  • Singapur: 650 Euro für Singen Dass in Singapur Kaugummikauen unter Strafe steht, hat sich herumgesprochen. Aber auch wer seine Mitmenschen mit lauter Musik belästigt, läuft Gefahr, ein Bußgeld bis zu 1000 Singapur-Dollar (ca. 650 Euro) zahlen zu müssen. Wer auch noch unangemessene Texte grölt, riskiert gar drei Monate Haft.
  • Venedig: 650 Euro für öffentliches Kaffeekochen Im Juli mussten ein Mann und eine Frau aus Berlin 650 und 350 Euro zahlen, weil sie statt des teuren Espresso in den Cafés am Markusplatz sich an der Rialtobrücke ihren eigenen mit einem mitgebrachten Campingkocher kochten.
  • Kroatien: 600 Euro für Stadtgang in Badehose Touristen, die in Badekleidung im Stadtzentrum von Hvar herumlaufen, sind für die Einheimischen ein rotes Tuch. Der Bürgermeister von Kroatiens beliebter Party-Insel hat schon im vergangenen Jahr einen Bußgeldkatalog veröffentlicht, um Touristen Benehmen beizubringen. Wer in der Badehose herumläuft, riskiert eine Strafe von 600 Euro.

Müll aus dem Fenster geworfen: 250 Euro Strafe in Dubai

  • Honolulu: 460 Euro für Spaziergang mit Kopfhörer Passanten, die Handys beim Gehen verwenden oder Kopfhörer tragen, gefährden sich und andere. Schon 2017 hat Honolulu auf Hawaii Bußgelder für Smartphone-Nutzer eingeführt. Fußgänger, die ihr Mobilgerät benutzen, während sie die Straße überqueren, werden mit bis zu 500 Dollar (460 Euro) bestraft.
  • Karibik: 365 Euro für Militärlook-Mode Liebhaber der Modefarbe Olivgrün beziehungsweise Camouflage tun besser daran, in der Karibik auf Tarnfarben-Kleidung zu verzichten. Das Auswärtige Amt warnt z.B. auf Antigua, Barbados, Grenada, Jamaika und Tobago, dass „militär-ähnliche Tarnkleidung jeglicher Art und Farbe (Camouflage) … laut Gesetz dem Militär vorbehalten“ ist. Bereits die Einfuhr ist strafbar und wird mit einer Geldstrafe von 400 US-Dollar (365 Euro) geahndet.
  • Dubai: 250 Euro für einen Müllwurf Die Wüste soll sauberer werden: In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird das Wegwerfen von Müll aus dem Autofenster mit bis zu 250 Euro geahndet. So viel zahlen dort auch Gaffer an Unfallstellen.
  • Spanien: 200 Euro für Falschparken Im Spanienurlaub sollte man die lokalen Parkregeln genau kennen. Denn die örtliche Polizei verhängt für Falschparker satte Strafen. Hier kann die Forderung bis zu 200 Euro betragen, in Deutschland geht es meist mit zehn bis 30 Euro ab.

Warum Nacktfotos in Kambodscha zu Gefängnis führen

  • Amsterdam: 140 Euro für Wildpinkeln Ungehobelte Partytouristen müssen auch in den Niederlanden bluten. Wer in Amsterdam auf offener Straße Alkohol trinkt, der hat mit einer Geldbuße von 95 Euro zu rechnen. Randalieren, Müll wegwerfen und öffentliches Urinieren kosten sogar jeweils 140 Euro. Das Geld kassiert die Polizei nach Möglichkeit sofort.
  • Schweiz: 90 Euro für Nacktwandern Im schweizerischen Kanton Appenzell macht man sich besser beim Wandern nicht frei. Sonst wird – wie 2014 geschehen – die kantonale Vorschrift über „grobe Verletzung von Sitte und Anstand in der Öffentlichkeit“ auch auf den Nacktwanderer angewandt. Das Bußgeld betrug im verhandelten Fall 100 Schweizer Franken (ca. 90 Euro).
  • Kambodscha: Sechs Monate Haft für Nacktfotos Vor den Tempelanlagen von Angkor Wat posierten 2015 drei Franzosen für Nacktfotos. Sie wurden zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zwei Schwestern aus den USA, die im Preah-Khan-Tempel ebenfalls Nacktbilder machten, wurden festgenommen und erst wieder freigelassen, nachdem sie öffentlich bereut hatten.

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