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Österreich
05.10.2021

Das Pillerseetal ist ein großer Spielplatz in den Bergen

Der Klettergarten in Timoks wilder Welt ist bei den Kindern begehrt. Auch Leana hat Spaß beim Balancieren.

Im Pillerseetal wird Wandern zur Nebensache: Saurier hausen auf der Steinplatte, in Timoks wilder Welt und in der Achterbahn geht’s rund, dass Oma und Opa nur so staunen

Hinter mir keucht ein dicker Mann, vor mir rennt Leana den Steig zum Gipfelkreuz hoch wie eine Gämse. Wir sind mit der Bergbahn auf die Steinplatte gefahren und haben uns im „Triassic Park“ umgesehen. Da waren wir nicht die Einzigen. An diesem Samstag wimmelt es von Familien mit Kindern, großen und kleinen und solchen im Kinderwagen. Hier oben haben die Verantwortlichen ein wahres Kinderparadies eingerichtet.

Da ist für jede und jeden was dabei. Vor allem für Saurierfans. „Schau mal, was da oben steht!“ ruft Leana, kaum dass wir der Bergbahn entstiegen sind und uns auf Saurierspuren begeben haben. „Ein Flugzeug?“, frage ich naiv. „Nein, ein Flugsaurier!“ Auf dem Weg zu ihm werden wir noch einigen seiner Artgenossen begegnen, liebenswerten Riesengeschöpfen und gefährlichen Raubtieren.

Was ist das? Ein Sandstrand in den Bergen?

Auf der Aussichtsplattform stehen wir direkt über dem Abgrund, was Leanas Opa etwas misstrauisch macht. Doch hier ist alles sicher. Bewundernd schaut unsere zehnjährige Enkelin auf die senkrechte Wand. Ob man hier klettern könnte? Die Steinplatte im Pillerseetal hoch über Waidring wirbt mit dem „höchstgelegenen Sandstrand in den Alpen“. Tatsächlich gibt es auf dem ehemaligen Korallenriff einen weißen Strand, an dem schon jede Menge Kinder planschen, graben und spielen – Riesengeschrei inklusive.

Einen Logenplatz haben sich Leana und ihr Opa auf der Mittelstation Streuböden hoch über Fieberbrunn ausgesucht.

Wir besuchen die Tropfsteinhöhle der Saurier und wandern über den Spielplatz mit dem Kletterparcours weiter hinauf zum Speichersee, aus dem ein ungeheurer Wassersaurier auftaucht – auf Knopfdruck. „Die Leute wollen mehr als Natur“, ist der Seilbahnbetreiber überzeugt. Deshalb sind da, wo früher Almbauern mit ihren Kühen unter sich waren, die Plastik-Saurier eingezogen. Triassic Park nennt sich die Inszenierung auf der 1869 Meter hohen Steinplatte. Fun and beach sollen den Berg wieder attraktiv machen. Und das kommt an, wie wir sehen. Auch Leana lässt sich faszinieren.

Doch mit dem steilen, holprigen Steig hinauf zum Gipfelkreuz der Steinplatte kann es nicht einmal der Wassersaurier aufnehmen. Und weil’s so schön war wird gleich noch der nächste Gipfel erobert – mit dem Belgischen Kreuz. Zwischen den weißen Felsen, die vor 200 Millionen Jahren vom Meer überspült waren, machen wir Brotzeit. Von oben kommt gerade eine Familie mit zwei bezopften Mädchen, die ihren Eltern weit voraus sind. „Die Mama ist so instabil“, jammert die eine, „und der Papa ist zu alt“, sagt die andere. Was wohl Leana über Oma und Opa denkt? Schließlich haben wir beim Rätsel des Steinbergkönigs kläglich versagt.

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Im Pillerseetal die Escape-Games in die Natur verlegt

Das ist die neueste Herausforderung, die sich der Tourismusverband Pillerseetal hat einfallen lassen. „Wir haben das Prinzip der trendigen Escape-Games in die freie Natur verlegt und bieten Familien ein Outdoor-Abenteuer, das dem Zeitgeist entspricht, so Geschäftsführer Armin Kuen. Offensichtlich sind wir nicht zeitgeistig genug oder wir nehmen uns nicht genug Zeit. Da müssen die armen Elfen, denen wir gegen den brutalen Steinbergkönig zur Seite stehen sollen, auf andere Helfer hoffen. Denn Leana strebt lieber auf den echten Berg statt auf dem Bergbild fünf Fehler zu suchen.

Schöne Aussichten am Speichersee auf der Steinplatte. Auf Knopfdruck taucht hier ein Wassersaurier auf.

Dabei war sie am Vortag noch ganz stolz, als sie das erste Rätsel an der Mittelstation des Streuboden-Lifts gelöst hat. Da hatte sie schon einige Erlebnisse in „Timoks wilder Welt“ hinter sich: den Kletterpark und die Wasserspiele, den rasanten Alpine Coaster und die Bergstation Lärchfilzkogel, wo gerade ein Gleitschirmflieger abhob. Die Aussicht von oben hat sie mit ihrem Opa auf einem Logenplatz genossen. Und runter ging’s bei ihr im Eiltempo. Da war Zeit genug für das Steinbergkönig-Rätsel um die verwunschenen Tiere.

Dass die allerdings aus Corten-Stahl und nicht aus Stein waren wie in der Geschichte, hat Leana den ganzen Tag über beschäftigt. Nur nicht im Familienland in Sankt Ulrich, wo sie zielstrebig auf die Achterbahn zugegangen ist. Da musste die Oma mit, während der Opa sie bei der Krokodiljagd begleiten durfte. In der Wildwasserbahn wurden wir alle drei ordentlich nass, und im Kettenkarussell flogen wir vorbei an einem sehenswerten Bergpanorama.

Eine feine Abkühlung im idyllischen Lauchsee

Zum Schluss noch eine Abkühlung im idyllischen Lauchsee, wo uns der Steinbergkönig auf eine harte Probe stellte. Ich muss gestehen, auch ich war ziemlich frustriert, dass wir das Rätsel nicht lösen konnten. Und Leana hat dann schnell die Lust an dem Spiel verloren. Auch da waren wir glücklicherweise nicht allein. So mancher Vater grummelte, dass diese Rätsel unlösbar seien, so manches Kind wandte sich enttäuscht ab. Vielleicht haben es die Verantwortlichen doch zu schwer gemacht oder sie haben ihre Gäste überschätzt.

Aber wozu braucht es den Steinbergkönig und seine Geschichte, wo doch die Natur so schön und abwechslungsreich ist? Wir sind am Pillersee entlanggewandert, haben uns an der Kneipp-Anlage erfrischt und die Fische im See bestaunt. Der kleine See ist ein grünes Juwel, in dem sich an Sonnentagen Bäume und Berge spiegeln.

Und dann haben wir uns noch das weithin sichtbare Jakobskreuz auf der Buchensteinwand in Sankt Jakob angeschaut. Mit dem Sessellift waren wir in Windeseile oben und früh genug dran, um nicht die Aussicht mit Busladungen voller Touristen teilen zu müssen. In alle vier Himmelsrichtungen hat das riesige Jakobskreuz verglaste Aussichtsterrassen und ganz oben sogar eine Outdoor-Plattform.

Und dann war da noch das begehbare Jakobskreuz auf der Buchensteinwand mit Ausblicken in alle vier Himmelsrichtungen. Fotos: Lilo Solcher

Noch einmal schauen wir hinunter auf das Pillerseetal, hinüber auf die Berggipfel und hinaus ins Weite. Danach geht’s auf den schmalen Steig entlang des „Blumenbergs“, auf dem noch der Deutsche Enzian blüht und sich die Sterne der Silberdistel im hohen Gras verstecken. Im Speichersee tummeln sich jede Menge kleiner Fische, die Leana fasziniert beobachtet. Schließlich kommen wir doch noch zu einem Steinbergkönig-Rätsel. Und diesmal findet Leana das gesuchte Machtwort, was sie nicht ohne Stolz verkündet. Vielleicht sollten wir im nächsten Jahr wiederkommen und einen neuen Versuch starten, den Elfen in ihrem Kampf gegen den Steinbergkönig zu helfen…

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