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Rente: Warum spätes Sparen teuer wird – und welche Fehler Sparer vermeiden sollten

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Rente: Warum spätes Sparen teuer wird – und welche Fehler Sparer vermeiden sollten

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    Da die Altersrente allein selten ausreicht, sollte man sich früh mit privaten Vorsorgemöglichkeiten befassen.
    Da die Altersrente allein selten ausreicht, sollte man sich früh mit privaten Vorsorgemöglichkeiten befassen. Foto: Liubomir, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Die gesetzliche Rente steht unter Druck. Immer weniger Beitragszahler finanzieren immer mehr Rentner – und viele Erwerbstätige fragen sich, ob ihr Einkommen im Alter reichen wird. Private Vorsorge gewinnt deshalb an Bedeutung. Ob diese dann in Ergänzung zur Rente im Alter zum Leben reicht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Drei Fehler sollten Sparer in jedem Fall vermeiden – das rät ein Versicherungsmakler.

    Rente: Warum spätes Sparen teuer wird – und welche Fehler Sparer vermeiden sollten

    Viele Beschäftigte gehen heute davon aus, dass sie erst mit einem höheren Einkommen ernsthaft für die Rente vorsorgen können. Genau das sei jedoch ein verbreiteter Irrtum, erklärt der Betriebswirt und Versicherungsmakler Jannis Strothmann im Gespräch mit Ippen.Media. Auf dem Portal merkur.de wird er zitiert: „Das Erste und Wichtigste ist, dass die Menschen zu lange warten und einfach nicht ins Handeln kommen.“

    Wer bei der privaten Altersvorsorge früh zu sparen beginnt, profitiert vom sogenannten Zinseszinseffekt. Gemeint ist damit, dass nicht nur das ursprünglich eingezahlte Kapital Erträge erwirtschaftet, sondern auch die bereits erzielten Gewinne wieder angelegt werden und ihrerseits Rendite bringen. Über viele Jahre hinweg kann sich dieser Effekt deutlich bemerkbar machen. Darauf weist auch das Vorsorgeportal der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ihre-vorsorge.de hin.

    Ein vereinfachtes Beispiel der DRV verdeutlicht das Prinzip: Wer monatlich 100 Euro zurücklegt und eine durchschnittliche jährliche Rendite von fünf Prozent erzielt, investiert über 40 Jahre hinweg insgesamt 48.000 Euro. Durch den Zinseszinseffekt kann daraus – je nach Marktentwicklung – ein Kapital von rund 150.000 Euro entstehen. Ein erheblicher Teil dieser Summe stammt nicht aus den eigenen Einzahlungen, sondern aus den erwirtschafteten Erträgen. Beginnt dieselbe Person hingegen erst 20 Jahre später mit dem Sparen, stehen deutlich weniger Jahre für diesen Effekt zur Verfügung. Um ein vergleichbares Endkapital zu erreichen, müsste die monatliche Sparrate dann laut derselben Beispielrechnung deutlich höher liegen.

    Solche Berechnungen beruhen auf Annahmen zur Renditeentwicklung und stellen Modellbeispiele dar. Sie verdeutlichen jedoch, wie stark sich der Faktor Zeit auf die Höhe der privaten Vorsorge für die Rente auswirken kann.

    Private Altersvorsorge: Warum ständiges Wechseln der Strategie Rendite kosten kann

    Neben einem späten Einstieg sieht der Versicherungsmakler Strothmann ein weiteres Problem: Viele Sparer würden Vorsorgeprodukte unterschreiben, ohne deren Funktionsweise vollständig zu verstehen. „Produkte werden zu oft gewechselt und können sich dann nicht entfalten“, sagt er im Bericht von merkur.de.

    Tatsächlich warnt auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) davor, Geld in Finanzprodukte zu investieren, die man nicht versteht. „Investieren Sie nur in Finanzprodukte, die Sie auch verstehen“, heißt es in den Grundregeln der Geldanlage der Aufsichtsbehörde.

    Wer Finanzprodukte nicht versteht, neigt zu häufigen oder auch überhasteten Wechseln. Gerade bei der privaten Altersvorsorge geht es allerdings um langfristige Entscheidungen. Häufige Wechsel der Anlagestrategie können nachteilige Folgen haben – etwa durch Abschlussprovisionen, Ausgabeaufschläge oder laufende Verwaltungskosten, die die Rendite schmälern. Die BaFin weist ausdrücklich darauf hin, dass Anleger Kosten und Provisionen prüfen und vergleichen sollten, da sie die Rentabilität einer Geldanlage erheblich beeinflussen können.

    Zudem empfiehlt die Behörde, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen könne helfen, Verlustrisiken zu begrenzen. Dieses Prinzip – häufig als „Risikomischung“ oder Diversifikation bezeichnet – gilt auch bei der Vorsorge für die Rente.

    Inflation und Altersvorsorge: Wie steigende Preise die Rente beeinflussen

    Ein oft unterschätzter Faktor bei der privaten Altersvorsorge ist laut Strothmann die Inflation. Steigende Preise führen dazu, dass Geld im Laufe der Zeit an Kaufkraft verliert. Wie stark, misst der Verbraucherpreisindex. Das Statistische Bundesamt (Destatis) weist die Inflationsrate im Januar 2026 mit einem vorläufigen Wert von 2,1 Prozent aus. Grundlage ist ein Warenkorb mit rund 700 Güterarten, der die Konsumausgaben privater Haushalte abbildet.

    Was bedeutet das konkret für die Zukunft der Rente? Bleibt die Inflation über viele Jahre hinweg bei durchschnittlich zwei Prozent, halbiert sich die Kaufkraft eines Geldbetrags rechnerisch in rund 35 Jahren. 1000 Euro hätten dann nur noch die Kaufkraft von etwa 500 Euro heute. Dieser Effekt ist rein mathematisch aus der Inflationsrate ableitbar.

    Für die private Altersvorsorge entsteht dadurch ein doppeltes Problem:

    • Während der Ansparphase: Liegt die Rendite einer Geldanlage unterhalb der Inflationsrate, verliert das Vermögen real an Wert. Erzielt eine Anlage beispielsweise zwei Prozent Rendite bei einer Inflation von 2,1 Prozent, ist der reale Ertrag negativ.
    • Während der Rentenphase: Wer sich im Ruhestand monatlich einen festen Betrag auszahlen lässt, muss damit rechnen, dass Lebenshaltungskosten – etwa für Lebensmittel, Energie oder Dienstleistungen – weiter steigen. Das schmälert die tatsächliche Kaufkraft der Rente im Laufe der Jahre.

    Dass Inflation das Sparverhalten beeinflusst, zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Während der starken Inflationsphase 2022 und 2023 gaben 32 Prozent der Befragten an, ihre Geldanlage bereits geändert zu haben oder eine Änderung zu planen. Die Studie basiert auf einer repräsentativen INSA-Umfrage unter 2000 Personen im Mai 2023.

    Die entscheidende Größe für Sparer ist daher nicht die nominale Rendite, sondern die sogenannte reale Rendite – also die Verzinsung abzüglich der Inflationsrate. Nur wenn die Geldanlage langfristig oberhalb der Preissteigerung liegt, kann die Kaufkraft im Alter erhalten oder gesteigert werden.

    Rentenversicherung prüfen: Warum der „Kassensturz“ vor neuer Vorsorge sinnvoll ist

    Wer die genannten Fehler vermeiden will – also nicht zu spät anfangen, die Inflation berücksichtigen und eine passende Strategie wählen – sollte zunächst wissen, wie groß die eigene Versorgungslücke überhaupt ist. Bevor zusätzliche Verträge oder Sparmaßnahmen zur privaten Altersvorsorge abgeschlossen werden, empfiehlt die Deutsche Rentenversicherung daher, die bestehende Situation zu prüfen.

    Grundlage ist die persönliche Renteninformation, die Versicherte regelmäßig erhalten. Sie enthält eine Prognose der zu erwartenden gesetzlichen Rente. Ergänzend sollte der Versicherungsverlauf kontrolliert werden: Sind alle rentenrechtlich relevanten Zeiten – etwa Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten oder Ausbildungszeiten – vollständig erfasst? Fehlende Nachweise können nachgereicht werden.

    Erst wenn klar ist, welche gesetzliche Rente voraussichtlich zu erwarten ist, lässt sich einschätzen, ob und in welcher Höhe zusätzliche private Altersvorsorge notwendig ist.

    Auch kurz vor dem Renteneintritt bestehen noch Gestaltungsmöglichkeiten. Wer einen vorzeitigen Rentenbeginn plant, muss Abschläge hinnehmen. Diese betragen 0,3 Prozent pro Monat des vorgezogenen Rentenbezugs, maximal 14,4 Prozent der Rente. Unter bestimmten Voraussetzungen können diese Abschläge durch zusätzliche Beiträge ganz oder teilweise ausgeglichen werden; möglich ist dies ab dem 50. Lebensjahr.

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