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Wie Eltern passende Kinderschuhe finden

Ratgeber

Wie Eltern passende Kinderschuhe finden

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    Kinder können bis sie etwa zehn Jahre alt sind, nicht einschätzen, ob ihnen Schuhe passen oder nicht. Deshalb müssen die Eltern vorbereitet sein.
    Kinder können bis sie etwa zehn Jahre alt sind, nicht einschätzen, ob ihnen Schuhe passen oder nicht. Deshalb müssen die Eltern vorbereitet sein. Foto: stock.adobe.com (Symbol)

    Wer so viel rennt, tobt und klettert wie Kinder, für den ist passendes Schuhwerk wichtig. Studien zufolge tragen aber mehr als 60 Prozent aller Kinder Schuhe, die nicht richtig passen. Das liegt auch an den Herstellern, die viele Kinderschuh-Modelle zu kurz konzipieren: Laut einer Untersuchung des österreichischen Forschungsteams Kinderfüße-Kinderschuhe sind 86 Prozent der Kinderschuhe viel zu kurz produziert.

    „Vermutlich ist das Ziel, dass Eltern häufiger neue Kinderschuhe kaufen müssen. Dafür nehmen die Firmen sogar in Kauf, dass die Kinder Fußschäden bekommen“, sagt Untersuchungsleiter Wieland Kinz. Denn ungeeignete Schuhe sind der Hauptgrund dafür, dass Kinderfüße orthopädische Probleme bekommen. Eltern müssen also beim Kauf gut aufpassen. Die wichtigsten Tipps im Überblick.

    Ab wann brauchen Kinder Schuhe?

    Schuhe gibt es schon für die Kleinsten: Bereits ab einer Fußlänge von acht Zentimetern – das entspricht der Schuhgröße 14 – können Eltern Schuhe kaufen. „Laufen lernen Kinder aber am besten ohne Schuhe“, sagt Wolfgang Reuter von der Deutschen Krankenversicherung (DKV). „Das ist für die Füße am gesündesten.“ Denn Barfußlaufen kräftigt die Muskulatur in den Füßen und fördert gleichzeitig den Gleichgewichtssinn. Wenn die Kinder allerdings draußen in einer Umgebung unterwegs sind, in der Glassplitter oder spitze Dinge herumliegen können, sind Schuhe auch für die Kleinsten ratsam. Gleiches gilt natürlich für die kälteren Jahreszeiten.

    Wie oft braucht ein Kind neue Schuhe und wie viele Schuhe im Jahr sind notwendig?

    Kinderfüße wachsen enorm schnell: „Im Alter von ein bis drei Jahren sind es etwa 1,5 Millimeter pro Monat, von drei bis sechs Jahren ungefähr ein Millimeter“, sagt DKV-Experte Reuter. Viele Eltern haben das Gefühl, mit dem Schuhkauf kaum mehr nachzukommen. Theoretisch reicht ein Paar Schuhe für jede Jahreszeit, wobei ein weiteres Paar zum Wechseln ratsam ist. Schuhe sind Gebrauchsgegenstände: Die Kleinen tappen damit in Pfützen, klettern, rennen. Und wenn die Schuhe nicht auslüften, sondern feucht wieder angezogen werden, entsteht ein ideales Fußpilzklima.

    Woran merken Eltern, dass die Schuhe nicht (mehr) passen?

    Zunächst einmal gibt es die äußerlich sichtbaren Zeichen zu großer oder zu kleiner Schuhe: „Blasen und Druckstellen weisen auf zu kleine oder zu enge Schuhe hin“, sagt DKV-Experte Reuter. „Stolpert ein Kind häufig über seine eigenen Füße oder hat verkrampfte Zehen, kann das auf zu weite oder zu große Schuhe hindeuten.“ Die Kinder einfach zu fragen, ob ihnen die Schuhe passen, bringt nichts: „Kinder spüren nicht, ob die Schuhe passen“, sagt Schuhforscher Wieland Kinz. Bis zu einem Alter von etwa zehn Jahren können sie nicht selbst einschätzen, ob ihnen die Schuhe passen oder nicht. Darin liegt auch die große Herausforderung für Eltern beim Schuhkauf.

    Neben der Beratung hilft eine Faustregeln. So gilt, dass ein Schuh gut sitzt, wenn vorne noch etwas Luft ist. Dieser Puffer sollte mindestens 12 und maximal 17 Millimeter groß sein. Das entspricht der durchschnittlichen Breite der Daumen von Erwachsenen, daher wenden viele Eltern die bekannte Daumenprobe an. Lässt sich die Sohle des Modells herausnehmen, ist der Test einfacher. Dann kann sich der Nachwuchs etwa einen Zentimeter vom hinteren Rand entfernt darauf- stellen. Ist vorne der empfohlene Puffer frei, sind die Schuhe passend.

    Was sind die Folgen nicht passender Schuhe?

    Gewebe und Knochen von Kinderfüßen sind noch weich. Durch falsches Schuhwerk können sie sich leicht verformen, zudem können die Fußknochen in eine „Zwangsrichtung“ wachsen, warnt Gesundheitsexperte Reuter. „Bis ein Fuß seine endgültige Form und Festigkeit hat, dauert es ungefähr 16 Jahre. Vorher können durch schlecht sitzende Schuhe schnell Fehlstellungen wie Senk-, Platt- oder Knick-Senk-Fuß entstehen.“ Ein Problem sind dabei nicht nur zu kurze, sondern auch zu enge sowie zu große Schuhe.

    Denn um zu große Schuhe nicht zu verlieren, krallen sich Kinder instinktiv mit den Zehen fest. Die Folge können sogenannte Krallenzehen sowie Haltungsschäden oder eine verspannte Muskulatur von den Füßen bis zum Rücken sein. „Selbst wenn manche Fehlstellungen zunächst keine Schwierigkeiten bereiten, können sie später zu Beschwerden entlang der ganzen Bewegungsachse des Körpers führen“, warnt Reuter.

    Wie findet man die richtige Schuhgröße seines Kindes heraus?

    Sich einfach auf die Schuhgrößen zu verlassen, ist wenig ratsam, sagt Schuhforscher Kinz. Denn die allermeisten Schuhgrößen sind falsch angegeben. „Die Schuhe sind fast immer zu kurz“, so Kinz. Daher ist beim Kauf von Kinderschuhen eine gute Vorbereitung wichtig. Experten raten dazu, sich zu Hause eine Schablone vorzubereiten. Dafür stellt sich das Kind einfach auf ein Stück Karton und die Eltern zeichnen den Fuß nach. Vorne wird noch der Puffer von 17 Millimetern dazugegeben. Lässt sich die ausgeschnittene Schablone leicht in einen Schuh legen, ist das schon mal ein gutes Zeichen.

    Sie sollte flach auf dem Fußbett aufliegen und sich an keiner Seite nach oben biegen. Auch sollten rechts und links keine großen Freiräume zu sehen sein, dann wären die Schuhe zu weit. „Wichtig ist, eine Schablone von beiden Füßen zu machen. Denn unterscheiden sich die Füße auch nur minimal in der Größe, ist der größere entscheidend“, erklärt Reuter. Neben der passenden Größe ist wichtig, dass der Schuh weich und flexibel ist. Eltern können das herausfinden, indem sie ihn in die Hand nehmen und versuchen, ihn zusammenzudrücken und zu kneten. Sind Material und Sohle biegsam, eignet sich der Schuh.

    Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Familie.

    Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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