Wer sich in Deutschland das Wohnen kaum mehr leisten kann, oder womöglich gar nicht mehr, der soll durch den Sozialstaat unterstützt werden. Die tragende Säule der Unterstützung kann in derartigen Fällen das Wohngeld sein. Eine Leistung, die beantragt werden kann, wenn man Schwierigkeiten hat, die Miete oder den Kredit für die eigene Immobilie zu bezahlen, informiert die Verbraucherzentrale. Doch wie viel kostet den Staat das Wohngeld?
Wohngeld-Ausgaben 2025: So viel kostete die Leistung Bund und Länder
Die Wohngeld-Auszahlung wird in Deutschland im Rahmen der Bundesauftragsverwaltung durchgeführt, erklärte ein Sprecher des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) auf Anfrage unserer Redaktion. Das bedeutet, dass sich der Bund und die Länder die Ausgaben hälftig teilen, Letztere allerdings für den Vollzug und die in diesem Zuge entstehenden Verwaltungskosten zuständig sind. Wie hoch die Verwaltungskosten beim Wohngeld sind, konnte uns das BMWSB nicht mitteilen. Allerdings haben wir erfahren, wie viel Geld insgesamt an die Wohngeld-Empfänger überwiesen wird.
„Die Wohngeld-Ausgaben des Bundes lagen in 2025 bei rund 2,49 Milliarden Euro“, erklärte der BMWSB-Sprecher. Daraus kann gefolgert werden, dass die Gesamtausgaben für das Wohngeld bei knapp fünf Milliarden Euro liegen. Die Verwaltungskosten sind hierbei noch nicht eingerechnet.
Wie hoch die Wohngeld-Zahlung im Jahr 2025 durchschnittlich war, wird sich erst nach der Veröffentlichung der Wohngeldjahresstatistik 2025 zeigen, die laut BMWSB im Herbst 2026 zu erwarten ist. 2024 lag der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) bei 287 Euro. Die Sozialleistung wurde im entsprechenden Jahr an rund 1,2 Millionen Haushalte gezahlt. Das bedeutete einen Anstieg der Wohngeld-Haushalte um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Wie hoch sollen die Wohngeld-Ausgaben 2026 sein?
Die Bundesregierung plant derzeit in etwa mit dem Budget für das Wohngeld, welches 2025 nötig war. „Im Bundeshaushalt 2026 sind Bundesausgaben in Höhe von 2,425 Milliarden Euro für das Wohngeld vorgesehen“, erklärte uns das BMWSB. Geht die Rechnung auf, würden 2026 insgesamt etwa 4,85 Milliarden Euro für das Wohngeld aufgebracht werden müssen. Der Betrag liegt etwas unter dem, der 2025 für das Wohngeld ausgegeben wurde.
Ob die Planungen realistisch sind, lässt sich derzeit kaum nachvollziehen – und hängt stark davon ab, ob die Zahl der Wohngeld-Haushalte steigt, sinkt oder in etwa gleich bleibt. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass längst nicht alle Berechtigten ihren Wohngeld-Anspruch wahrnehmen würden. Demnach hätten „Hunderttausende Menschen in Deutschland längst Wohngeld erhalten“ können, sie haben es bislang aber nicht beantragt.
Auch interessant: Das Wohngeld kann verlängert werden. Außerdem kommt es vor, dass das Wohngeld rückwirkend gezahlt wird.
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