Wohnen in Deutschland wird teurer. In Großstädten wird der Wohnraum knapp, und trotz Mietpreisbremse steigen die Kosten für Wohnungen immer weiter. Besonders Einzelpersonen mit geringen Einkommen, Familien und Rentnerinnen und Rentner leiden zunehmend unter den zunehmenden Wohnkosten. Eine Unterstützung soll da das Wohngeld bieten. Es ist laut dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ein Zuschuss, der Menschen entlasten soll, die zur Miete oder in ihrem eigenen Eigentum wohnen und knapp oberhalb der Grundsicherungsgrenze verdienen. Menschen, die bereits Leistungen wie Sozialhilfe oder ALG II beziehen, haben keinen Anspruch auf Wohngeld. Aber: Wie viele Menschen beziehen eigentlich Wohngeld? Und wie entwickelt sich dieser Trend? Die Antworten finden Sie hier.
Auch interessant: Wohngeld kann die Wohnkosten senken, aber es gibt klare Regeln, wer es erhält – und wer nicht. Für den Antrag sind zudem einige Unterlagen nötig.
Wohngeld: Wie viele Menschen beziehen die Unterstützung?
Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts bezogen Ende des Jahres 2024 etwa 1,2 Millionen Privathaushalte in Deutschland Wohngeld. Im Vergleich der Bundesländer erhielten in Mecklenburg-Vorpommern die meisten Haushalte (5,6 Prozent) den Zuschuss. In Bayern war der Anteil mit 1,7 Prozent am geringsten. Ende 2024 hatten in 98 Prozent der Wohngeldhaushalte alle Haushaltsmitglieder einen Anspruch auf Wohngeld. Zwei Prozent der Wohngeldhaushalte waren wohngeldrechtliche Teilhaushalte, in denen Personen mit und ohne Wohngeldanspruch wohnten, schreibt das Statistische Bundesamt.
Aktuellere Empfängerzahlen liegen derzeit nicht vor (Stand: 13. Mai 2026). Die Wohngeldstatistik für das Jahr 2025 soll voraussichtlich im Herbst 2026 veröffentlicht werden, teilte ein Sprecher des BMWSB unserer Redaktion mit.
Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch betrug Ende 2024 bei den reinen Wohngeldhaushalten 287 Euro und bei den wohngeldrechtlichen Teilhaushalten 240 Euro. Bund und Länder hätten im Jahr 2024 insgesamt 4,7 Milliarden Euro für das Wohngeld ausgegeben, heißt es in der Mitteilung des Statistischen Bundesamts. Dies entspricht einem Anstieg von rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
2025 könnte dieser Betrag noch weiter gestiegen sein. „Die Wohngeld-Ausgaben des Bundes lagen in 2025 bei rund 2,49 Milliarden Euro“, gab der BMWSB-Sprecher auf Anfrage an. Da der Zuschuss jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern getragen wird, kann daraus gefolgert werden, dass die Gesamtausgaben für das Wohngeld bei knapp fünf Milliarden Euro liegen dürften.
Übrigens: Wohngeld kann eine wichtige finanzielle Unterstützung in Zeiten steigender Wohnkosten bieten, jedoch sind damit auch einige Herausforderungen von Antragsaufwand bis Ausschlusskriterien verbunden. Im Jahr 2025 wurde das Wohngeld zuletzt angehoben. Und auch ein Datum für die nächste Erhöhung steht bereits fest.
Wohngeld: Warum beziehen deutlich mehr Menschen Wohngeld?
Im Jahr 2022 erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamts nur knapp 652.000 Haushalte Wohngeld. 2023 nahm die Zahl sprunghaft zu – um rund 80 Prozent auf etwa 1,2 Millionen. Dieser plötzliche Anstieg der Wohngeld-Beziehenden lässt sich auf die „Wohngeld Plus“-Reform der damaligen Ampelregierung zurückführen. Die Reform beinhaltete laut bundesregierung.de eine Erhöhung des Wohngeldes. Es wurde zum 1. Januar 2023 nahezu verdoppelt. Außerdem wurde eine dauerhafte Heizkostenkomponente hinzugefügt und die Einkommensgrenze wurde erhöht. So stieg das Wohngeld selbst deutlich an und auch die Zahl der Haushalte, die infrage kommen, es zu beziehen.
Auch interessant: Wohngeld soll Haushalte mit geringem Einkommen unterstützen. Viele fragen sich, ob man auch als Eigentümerin oder Eigentümer berechtigt ist. Auch viele Rentner hätten einen Anspruch darauf, beantragen die Leistung aber nicht.
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