Bluthochdruck gilt als eine der häufigsten Volkskrankheiten. Um ihn festzustellen, reicht oft schon ein kurzer Termin in der Arztpraxis: Eine Manschette wird am Oberarm angelegt und die Werte werden gemessen. Sind diese unauffällig, gilt der Blutdruck meist als normal. Doch das ist nicht immer zuverlässig. Denn nicht jede Form von Bluthochdruck zeigt sich bei einer einzelnen ärztlichen Messung. Der sogenannte maskierte Bluthochdruck bleibt häufig unentdeckt – und kann gerade deshalb gefährlich werden.
Maskierter Bluthochdruck: Was ist das?
Fast 30 Prozent der Bevölkerung hatten 2023 einen zu hohen Blutdruck – das zeigt eine deutschlandweite Auswertung des Gesundheitsatlas. Bluthochdruck kann das Herz-Kreislauf-System erheblich belasten und zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Schlaganfällen oder Nierenschäden führen.
Besonders tückisch ist eine bestimmte Form des Bluthochdrucks: der sogenannte maskierte Bluthochdruck. Laut der Deutschen Hochdruckliga betrifft er etwa 15 Prozent der Menschen. Das Problem bei dieser besonderen Form ist, dass die Blutdruckwerte bei Routineuntersuchungen beim Arzt völlig normal sind. Doch im Alltag, besonders nachts, steigen die Werte deutlich an. Dadurch bleibt der Bluthochdruck oft unbemerkt.
Symptome: Wie erkennt man den maskierten Bluthochdruck?
Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie von einem maskierten Bluthochdruck betroffen sind. Anders als beim klassischen Bluthochdruck sind die Werte beim Routine-Check nämlich unauffällig. Um sicherzugehen, dass sich hinter den normalen Werten keine Gefahr verbirgt, empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga, den Blutdruck regelmäßig zu Hause zu messen. Richtig durchgeführt, liefert die Messung zu Hause meist verlässlichere Werte als sporadische Kontrollen in der Praxis.
Liegt der Blutdruck bei den Messungen mehrfach über 135/85 mmHg, sollte man der Deutschen Hochdruckliga zufolge ärztliche Rücksprache halten. In der Regel wird dann eine 24-Stunden-Messung durchgeführt. So lässt sich zuverlässig feststellen, ob tatsächlich eine Hypertonie (Bluthochdruck) vorliegt.
Symptome eines zu hohen Blutdrucks sind laut der Deutschen Hochdruckliga oft unspezifisch: Betroffene können Kopfschmerzen, leichten Schwindel oder ein allgemeines Unwohlsein verspüren. Oft bleiben jedoch jegliche Beschwerden aus – ein Grund, warum Bluthochdruck so gefährlich sein kann.
Warum ist der maskierte Bluthochdruck so gefährlich?
Beim maskierten Bluthochdruck merken die Betroffenen meist gar nicht, dass ihre Werte eigentlich zu hoch sind. Dadurch bleibt die Erkrankung oft lange unentdeckt – und folglich auch unbehandelt. Genau das macht sie so gefährlich. Dadurch steigt nämlich laut der Deutschen Hochdruckliga das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch das Risiko für andere Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Nierenprobleme kann größer werden, je länger der Bluthochdruck unerkannt bleibt.
Therapie: Wie behandelt man den maskierten Bluthochdruck?
Wird ein maskierter Bluthochdruck diagnostiziert, kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage. Grundsätzlich unterscheiden sie sich nicht von den Therapien einer offen erkennbaren Hypertonie. Darauf weist auch die Deutsche Hochdruckliga hin. Da der maskierte Bluthochdruck häufig mit Stress zusammenhängt, sollte zunächst die Ursache dafür gefunden und beseitigt werden. Zusätzlich können bestimmte Veränderungen im Lebensstil helfen, den Blutdruck zu senken. Dazu zählen unter anderem:
- bewusst Zeit für sich selbst und den eigenen Körper einzuplanen
- ausgewogene, blutdruckfreundliche Ernährung
- Gewichtsreduktion, falls Übergewicht vorliegt
- achtsamer Umgang mit der eigenen Gesundheit
- Verzicht auf das Rauchen
- weitgehender Verzicht auf Alkohol
Reichen diese Maßnahmen nicht aus oder ist der Blutdruck bereits stark erhöht, kann eine medikamentöse Therapie notwendig werden. Laut der Deutschen Hochdruckliga kommen dann blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz. Sie sollen helfen, den Blutdruck dauerhaft zu stabilisieren und Folgeerkrankungen zu vermeiden.
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