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Weißkittel-Bluthochdruck: Was steckt dahinter?

Blutdruck

Weißkittel-Bluthochdruck: Was steckt dahinter?

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    Die Angst vor einem Arztbesuch kann den Blutdruck steigen lassen. Dieses Phänomen wird Weißkittel-Bluthochdruck genannt.
    Die Angst vor einem Arztbesuch kann den Blutdruck steigen lassen. Dieses Phänomen wird Weißkittel-Bluthochdruck genannt. Foto: stokkete, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Meist lässt sich ein erhöhter Blutdruck leicht erkennen, sei es mit der klassischen Oberarmmanschette, einem Handgelenk-Messgerät oder einfach per Handy. Doch nicht immer ist es so einfach: Manche Formen bleiben lange unbemerkt, wie der maskierte Bluthochdruck – oder auch der Weißkittel-Bluthochdruck. Doch was steckt genau dahinter? Wie gefährlich ist dieses Phänomen wirklich und wie kann der Weißkittel-Bluthochdruck bekämpft werden?

    Weißkittel-Bluthochdruck: Was ist das?

    Der Weißkittel-Bluthochdruck, auch Weißkittelhypertonie genannt, ist laut der Cleveland Clinic ein Phänomen, bei dem die Blutdruckwerte in der Arztpraxis plötzlich erhöht sind, zu Hause jedoch normal bleiben. Als normal gelten Werte unter 120 mmHg zu 90 mmHg – bei Menschen mit Weißkittelhypertonie können die Werte in der Praxis darüber liegen.

    Doch warum passiert das? Zunächst klingt es harmlos, wenn der Blutdruck nur gelegentlich etwas höher ist. Dieser kann nämlich durch viele Faktoren beeinflusst werden, wie die Tageszeit, Lärm oder emotionale Aufregung. Besonders Menschen, die Angst vor dem Arztbesuch haben, reagieren entsprechend darauf. Schon das bloße Betreten der Praxis, das Setzen auf den Stuhl oder der Blick auf den weißen Arztkittel kann den Blutdruck steigen lassen. Daher auch der Name des Phänomens: Laut dem Institut für Moderne Psychotherapie reicht für Betroffene allein der Anblick des Kittels – und der Blutdruck schnellt nach oben.

    Wie gefährlich ist Weißkittel-Bluthochdruck?

    Auch wenn Weißkittel-Bluthochdruck zunächst harmlos wirken mag, ist er nicht immer ungefährlich. Eine 2022 veröffentlichte Studie aus Italien legte nahe, dass Menschen mit Weißkittelhypertonie ein doppelt so hohes Risiko hatten, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, als Menschen mit dauerhaft normalem Blutdruck. Grund dafür: Viele Betroffene entwickeln später eine „echte“ Hypertonie.

    Das bedeutet aber nicht, dass jeder mit Weißkittel-Bluthochdruck automatisch später Bluthochdruck bekommt. Der Cleveland Clinic zufolge betrifft dies jährlich nur etwa fünf Prozent der Betroffenen.

    Wer zu Hause normale Werte hat, aber in der Praxis erhöhte Werte misst, sollte dennoch regelmäßig den Blutdruck kontrollieren. So erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga, Dr. Markus van der Giet in einer Pressemitteilung, dass Patienten mit Weißkittel-Bluthochdruck sorgfältig nachverfolgt werden sollten. Auf diese Weise solle sichergestellt werden, dass der Zeitpunkt, an dem sie in eine „echte“ Hypertonie übergehen, nicht verpasst wird.

    Symptome: Wie zeigt sich der Weißkittel-Bluthochdruck?

    Neben den erhöhten Blutdruckwerten in der Arztpraxis leiden Betroffene laut dem Institut für Moderne Psychotherapie häufig auch unter weiteren Symptomen:

    • Schweißausbrüche
    • Atemnot
    • Schwindelanfälle
    • Panikattacken

    Blutdrucksenker: Muss Weißkittel-Bluthochdruck behandelt werden?

    Weißkittel-Bluthochdruck kann in manchen Fällen zu echtem Bluthochdruck führen – und damit auch die typischen Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Doch sollte er bereits behandelt werden, bevor ein dauerhafter Bluthochdruck festgestellt ist?

    Dazu werteten Forscher in einer umfassenden Metaanalyse insgesamt 27 Studien mit über 64.000 Teilnehmern aus. Von rund 25.700 Betroffenen, die ihre Weißkittelhypertonie nicht medikamentös behandelten, war das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme um 36 Prozent erhöht. Das Risiko, daran zu sterben, lag 33 Prozent höher als bei Menschen mit normalem Blutdruck. Dagegen zeigten die rund 38.500 Teilnehmer, die unter blutdrucksenkender Therapie standen, kein erhöhtes Risiko für Herzprobleme oder Todesfälle.

    Laut einem auf link.springer.com veröffentlichten Beitrag der medizinischen Fachzeitschrift CME sind diese Ergebnisse jedoch begrenzt. Denn sie gelten vor allem für bestimmte Personengruppen: Menschen über 55 Jahre oder mit Vorerkrankungen scheinen durch Weißkittelhypertonie besonders gefährdet zu sein. Jüngere oder nicht vorbelastete Teilnehmer wiesen dagegen keine signifikante Risikoerhöhung auf.

    Eine generelle medikamentöse Behandlung des Weißkittelsyndroms ist dem Institut für Moderne Psychotherapie zufolge nicht sinnvoll. Blutdrucksenker wie Betablocker oder ACE-Hemmer können über Jahre hinweg eingenommen – ohne dauerhafte Hypertonie – sogar schädlich sein. Stattdessen empfiehlt das Institut, psychotherapeutisch gegen die Angst vor schlechten Blutdruckwerten vorzugehen.

    Weißkittelhypertonie bekämpfen: Was hilft dagegen?

    Neben der regelmäßigen Blutdruckkontrolle in der Arztpraxis nennt die Cleveland Clinic weitere Maßnahmen, die helfen können, eine dauerhafte Hypertonie vorzubeugen. Dazu gehören:

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