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Günzburg

03.12.2016

568 Betten mehr im Legoland

In drei Burghotels im Legoland-Feriendorf kann man bereits königlich residieren. Nun hat die Stadt ein weiteres Hotelprojekt gebilligt: Ein Hotel mit 568 Betten darf gebaut werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Freizeitpark plant das nächste Großprojekt: Ein Hotel mit 142 Gästezimmern darf errichtet werden. Was jetzt noch fehlt, damit der Bau beginnen kann.

Die Genehmigung gab es fast schon nebenbei: Der Bauausschuss des Günzburger Stadtrats hatte in seiner Sitzung am Donnerstagabend wieder einmal einen Bauantrag von Legoland auf dem Tisch liegen. Millionenschwere Projekte des Freizeitresorts sind für das Gremium mittlerweile fast schon Routine geworden. Selbst, wenn es sich wie hier um ein Vorhaben mit der stolzen Investitionssumme von 24 Millionen Euro handelt.

142 Zimmer mit insgesamt 568 Betten soll der Neubau haben, dazu kommt ein Restaurant mit 320 Innensitzplätzen und 178 im Außenbereich. Der lang gezogene Bau ist nach etwa zwei Dritteln seiner Länge geknickt, drei Stockwerke hoch soll gebaut werden. Am höchsten Punkt misst das Gebäude laut Planzeichnung 13,80 Meter. Es ist also deutlich niedriger als das fünfstöckige Luxushotel, das Legoland im Juli 2014 dem Bauausschuss zur Planung vorgelegt hatte.

Das Gremium hatte dem damaligen 30-Millionen-Euro-Vorhaben in einer Sondersitzung seine Zustimmung erteilt, kurz vor dem Ende der Saison hatte der Park das Projekt, das damals auch eine Tiefgarage und eine Dachterrasse mit Wasserspielplatz vorgesehen hatte, vorerst auf Eis gelegt. Eine Kundenumfrage habe ergeben, dass diese Form der Luxus-Unterbringung (mit Vierbettzimmern für etwa 500 Euro pro Nacht) nicht so stark gefragt sei, sagte das Unternehmen damals gegenüber unserer Zeitung.

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Wie genau das neue Hotel aussehen wird und welches Thema das Ferienresort dafür ausgesucht hat, war noch nicht zu erfahren – denn Legoland bekommt jetzt zwar Baurecht, die Entscheidung, ob das Projekt auch tatsächlich realisiert werden kann, fällt erst im neuen Jahr beim Betreiber der Legoland-Parks, der Merlin Entertainments Group. „Wir warten erst noch auf das interne Go unserer Muttergesellschaft“, so Legoland-Sprecherin Stefanie Ossig auf Anfrage.

Keine Einwände gab es schon mal aus den Reihen des Bauausschusses. Thomas Ermer (CSU) zeigte sich angenehm überrascht davon, dass der Bau nun nicht mehr ganz so wuchtig werden solle wie das 2014 beantragte Projekt. „Die Frage ist natürlich: Wie bekommen mehr als 500 weitere Betten und Restaurantflächen der Region?“, sprach Ermer ein Thema an, das die Vertreter aller Fraktionen beschäftigte.

Dem OB „fehlt hier etwas die Freude“

Er baue darauf, so der CSU-Fraktionsvorsitzende, dass es Legoland auch weiter gelinge, zusätzliche Besucher in die Region zu locken, „damit der Kuchen so viel größer wird, dass die Stücke auch für die vorhandenen Anbieter gleich groß bleiben.“ Diese Hoffnung teilt auch Bürgermeister Anton Gollmitzer (FWG): „Je mehr Legoland investiert, desto mehr Besucher kommen in den Freizeitpark und in die Region.“ Erhard Uhl (UWB) machte der Blick auf die Gesamtzahl der dann im Legoland angebotenen Betten etwas Sorgen. Und für Simone Riemenschneider-Blatter (SPD) ist es zweifelhaft, ob es sich bei den Arbeitsplätzen, die durch die Erweiterung entstehen, auch um qualitativ hochwertige Jobs handle.

Ein wenig gewundert hat sich Oberbürgermeister Gerhard Jauernig angesichts der recht routinierten Stellungnahmen seiner Ratskollegen zu dem Vorhaben schon. „Mir fehlt hier etwas die Freude – in anderen schwäbischen Kommunen würde man in Begeisterung ausbrechen, wenn es man den Bau eines 24 Millionen teuren Themenhotels an Land zieht.“ Der Park habe grundsätzlich die Philosophie, sich zum Ganzjahresresort hin zu entwickeln. Und das werde nur mit ausreichend eigenen Beherbergungsmöglichkeiten gehen, so Jauernig. Nach solchen Themenhotels gebe es eine große Nachfrage – und die Auslastung der anderen Beherbergungsbetriebe in der Region sei gerade durch den Freizeitpark sehr gut.

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