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Günzburg

26.10.2020

Aktion: Länger shoppen und kostenlos parken in Günzburg

In den Sommermonaten waren die Gaststätten und Restaurants in Günzburg häufig gut besucht – aber wie sieht es in Zeiten von Corona im Herbst und Winter aus? Die Stadt Günzburg plant zusammen mit der Cityinitiative einige Aktionen, um Gastronomen und Händler zu unterstützen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Viele Händler und Gastronomen haben wegen Corona schwierige Monate hinter sich. Wie die Stadt Günzburg und die Cityinitiative ihnen vor allem in der Vorweihnachtszeit helfen wollen.

Das Weihnachtsgeschäft ist für Händler jedes Jahr von enormer Bedeutung – ein schlechtes Jahr kann so innerhalb weniger Wochen noch zu einem guten Jahr werden. Viele Geschäftsinhaber hoffen gerade in diesem Jahr auf ein starkes Weihnachtsgeschäft, denn so lassen sich die wegen Corona vielerorts verzeichneten Umsatzrückgänge vielleicht doch noch abfedern. „Das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr ist elementar“, sagt Angela Baur, die die Aufgaben der Citymanagerin in Günzburg wahrnimmt. Die Cityinitiative hat gemeinsam mit der Stadt einige Pläne erarbeitet, um den Handel vor Ort zu unterstützen und Besucher in die Günzburger Innenstadt zu locken.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig möchte mit allen Mitteln versuchen, eine Verödung der Innenstädte zu verhindern. Zusammen mit der Cityinitiative, die aktuell 61 Mitglieder hat, wurden mehrere kleine und große Aktionen für die nächsten Wochen und Monate geplant. So soll an den Donnerstagen vor jedem der vier Adventswochenenden ein spezielles Einkaufserlebnis angeboten werden. Kulturelle Angebote – unter anderem mit Musik – sollen dafür sorgen, dass Menschen ihren (Weihnachts-)Einkäufen in Günzburg bis 20 Uhr nachgehen können. Baur vergleicht dieses Angebot mit den Sommer-Shopping-Abenden. „Der Mut der Günzburger wurde in diesem Jahr belohnt. Ich weiß von Menschen, die im Sommer 60 Kilometer bis zu uns gefahren sind, weil sie etwas erleben wollten“, sagt Baur.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig: "Einkaufen in Günzburg ist sicher."

Jauernig betont dabei immer wieder: „Einkaufen in Günzburg ist sicher. Die Händler setzen alle Vorgaben und Regelungen perfekt um und lassen nur so viele Menschen in die Geschäfte, wie erlaubt.“ Der Oberbürgermeister spricht von einer „Neuen Normalität“, welche die Menschen vermutlich noch viele Monate akzeptieren müssen. Dazu gehöre seiner Meinung nach auch, dass es in naher Zukunft keine Großveranstaltungen geben werde. „Aber wir können statt weniger großer Veranstaltungen auf kleinere, aber dafür mehrere Veranstaltungen setzen“, sagt Jauernig. Diese Chance gelte es jetzt zu nutzen.

Eine weitere Möglichkeit, für mehr Einkaufserlebnis zu sorgen, sieht Jauernig in weniger restriktiven Vorgaben bezüglich der Ladenöffnungszeiten. Kommunen sollte es in Abstimmung mit dem örtlichen Handel ermöglicht werden, die Ladenöffnungszeiten flexibler eigenständiger festzulegen. Gesetzlich erlaubt sind in Bayern derzeit vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr und nur anlässlich eines Festes oder Marktes. Eben diese Feste fanden und finden dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie kaum oder gar nicht statt. „Ich bin gläubiger Katholik, aber hier sollten in einer außergewöhnlichen Situation wie jetzt flexiblere Möglichkeiten vorhanden sein“, sagt Jauernig. Er betont, dass dies nicht zulasten der Mitarbeiter gehen dürfe. Um dieses Ziel von „bedarfsgerechten Ladenöffnungszeiten“ zu erreichen, müssen sowohl die Kommune als auch die Wirtschaft Lobbyarbeit betreiben. Stefan Fross ist Vorsitzender der Cityinitiative Günzburg und bezeichnet die Ladenöffnungszeiten als Reizthema. Im Sommer habe man ein paar Mal versucht, Einkaufsabende bis 22 Uhr anzubieten, Genehmigungen gab es allerdings für den Handel nur bis 20 Uhr. „Es ist traurig zu sehen, dass um 20 Uhr die Rollos runtergehen müssen und die vielen Besucher in der Stadt dann nach Hause gehen müssen“, sagt Fross.

Günzburgs Oberbürgermeister ist für die Einführung einer Produktversandsteuer

Ein weiterer Punkt, für den sich Fross und Jauernig stark machen wollen, ist die Einführung einer sogenannten Produktversandsteuer. Mit dieser könnte es gelingen, die durch den Online-Handel entstehenden Verkehrs- und Umweltbelastungen zu reduzieren und den Online-Handel an den Infrastrukturkosten zu beteiligen. Der stationäre Handel vor Ort könnte durch eine solche Steuer von mehr Kunden profitieren. „Es ist für mich ein Albtraum, wenn in drei Jahren hier Schaufenster zugeklebt sind und es kaum mehr Geschäfte gibt“, sagt Fross. Denn eine Stadt lebe vom Handel und den Gastronomen vor Ort. An die Eigentümer von Immobilien appelliert Jauernig, gerade in der jetzigen Zeit faire Mieten zu verlangen.

Um die Gastronomen zu unterstützen, möchte die Stadt Günzburg dieses Jahr im Herbst und Winter die Möglichkeit von Freischankflächen anbieten. Im Sommer funktionierte das Konzept gut, doch in der kälteren Jahreszeit werde es für viele Gastronomen wieder kritisch, sagt Baur. Mithilfe von Heizpilzen könnte in der jetzigen Ausnahmesituation den Café- und Gaststättenbetreibern geholfen werden. Zudem soll an Samstagen auf Parkgebühren verzichtet und der Stadtbus in dieser Zeit teilweise gratis nutzbar sein.

Günzburg: Einkaufsgutscheine zu gewinnen

Die Cityinitiative plant in der Vorweihnachtszeit zudem eine Stempelaktion. Pro Zehn-Euro-Einkauf bei den teilnehmenden Geschäften gibt es einen Stempel – ist die Karte voll, kann an einem Gewinnspiel teilgenommen werden. Hauptpreis ist ein 500-Euro-Einkaufsgutschein. Es könne bei entsprechend vielen Einkäufen sogar mehrfach teilgenommen werden, sagen Baur und Fross.

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