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Ehrenamt

22.06.2017

„Altersstruktur ist ein Problem“

Willi Frei

Mit welchen Schwierigkeiten der VdK Burgau zu tun hat

Viele Vereine haben Probleme, ihren Vorstand zu besetzen. Die Zahl derer, die sich ehrenamtlich und zudem in gehobener Position mit viel Arbeit engagieren mögen, sinkt. Das hat sich auch beim VdK Burgau gezeigt, der seit 70 Jahren besteht. „Wir hatten Personalprobleme, wir waren nur noch zu dritt im Vorstand“, sagt Willi Frei, der im Frühjahr vom Zweiten zum Ersten Vorsitzenden wurde. Den Posten des Kassierers hat er auch noch inne, seine Stellvertreter sorgen für die Kontrolle. Da sich aber doch noch drei weitere Mitglieder bereit erklärten, mitzumachen, konnte die Führungsriege komplettiert werden. Bereits im vergangenen Jahr sei die schwierige Lage, also mit genug Vorlauf, thematisiert worden – „Rückmeldungen gab es keine“. Als Konsequenz wurde die Amtsperiode von vier auf zwei Jahre verkürzt, was auch dem 81-jährigen Frei zugutekommt.

Auf eine Feier zum 70-jährigen Bestehen verzichtet der Vorstand, es gibt ja genug anderes zu tun. Und angesichts eines Durchschnittsalters der Mitglieder von 70 Jahren – die jüngsten seien zwischen 55 und 60 – ist ohnehin fraglich, wer noch hätte mithelfen sollen. „Unsere Altersstruktur ist ein Problem.“ Es sei schon schwierig, genug Leute zu finden, die bei Ausflügen mitfahren, sagt der Vorsitzende. Zumindest steigt die Mitgliederzahl seit einigen Jahren wieder kontinuierlich. War 1996 der Tiefststand mit 155 erreicht, so waren es im Jahr 2004 bereits wieder 320 und momentan sind es 506 – wobei Frei schon einige Kündigungen auf dem Tisch liegen hat. „Früher habe ich gefragt, warum jemand austritt, aber da man ohnehin kaum eine ehrliche Antwort bekommen würde, verzichte ich darauf.“ Er geht davon aus, dass jemand in den VdK eintritt, wenn er Hilfe braucht.

Denn beraten werden nur Mitglieder des Sozialverbands. In erster Linie gehe es den Leuten um die Themen Rente und Behinderung, „und da es bei der Rente immer komplizierter wird, steigt wohl auch unsere Mitgliederzahl“. Wer Hilfe bekommen hat – oder auch nicht die, die er sich erhofft hat –, trete dann oft wieder aus. „Aus Sympathie allein kommt keiner.“ Natürlich überlege sich auch jemand mit kleiner Rente, wo er sparen kann. Der Ortsverband ist nach Günzburg und Krumbach der größte der 22 im Landkreis.

Die Beratung übernimmt der Kreisverband, auf Ortsebene geht es um die Mitgliederbetreuung bei Ausflügen, Feiern, Geburtstagsbesuchen oder Infoveranstaltungen. Auch kann er sich bei örtlichen Themen einbringen, die Behindertenbeauftragte des Vereins sei in Kontakt mit der Stadt zur Barrierefreiheit. Der Posten „Vertreter der jüngeren Generation“ ist aber vakant. (cki)

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