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Kreis Günzburg

07.08.2018

Aquaplaning-Unfälle auf A8: Liegt es an der Straße?

Auf der A8 kommt es immer wieder zu Aquaplaning-Unfällen.
Bild: Bosch (Symbolbild)

Günzburgs Feuerwehrchef stellt mehr Vorfälle seit dem Ausbau fest. Was Autobahnbetreiber und Polizei dazu sagen.

In der vergangenen Woche war es wieder so weit. Am Donnerstagabend ging ein kräftiger Regenguss über dem Raum Günzburg und der Autobahn nieder. Ein Fahrer wurde im Bereich der A8-Anschlussstelle leicht verletzt, er war mit seinem Wagen ins Schleudern geraten und in die Leitplanke gefahren. Fast zur selben Zeit ereignete sich ein weiterer Unfall, bei dem ein Fahrer ebenfalls in die Schutzplanke fuhr. Er blieb laut der Mitteilung der Polizei unverletzt.

Als Ursache für die Unfälle gaben die Beamten den plötzlich einsetzenden Regen und Aquaplaning an. Günzburgs Feuerwehrkommandant Christian Eisele beobachtet immer wieder, dass bei stärkerem Regen mehr Aquaplaning-Unfälle auf der ausgebauten A8 als auf der Vorgängerstrecke passieren. Fließt das Wasser nicht richtig ab? Das wäre eine Vermutung, sagt er, aber in erster Linie sieht er die größere Fläche – eine Spur mehr plus Standstreifen – gegenüber früher als Ursache, ebenso wie die Starkregenereignisse. Außerdem merke man als Fahrer auf der ausgebauten Straße das eigene Tempo nicht mehr so sehr.

Der Chef der Autobahnbetreibergesellschaft Pansuevia, Robert Schmidt, sieht nicht angepasste Geschwindigkeit und Ablenkung als Problem. Zudem spielten die größere Fläche und die Querneigung der Straße eine Rolle, genauso wie der zunehmende Verkehr. Es gebe keine Unebenheiten, keine Verwerfungen, keine Spurrillen – und die Gefahr von Aquaplaning sei bei der Betonfahrbahn weitaus geringer als auf Asphalt. Alle zwei Jahre werde die Fahrbahn überprüft. Er hofft darauf, dass Schilderbrücken mit flexiblen Anzeigen kommen, um Fahrer vor Gefahren warnen zu können.

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Statistisch ließe sich das Phänomen nur schwer auswerten, erklärt Werner Schedel, Chef der Autobahnpolizei. Er erkennt als Ursache für die Unfälle in erster Linie, „dass es Fahrer an Aufmerksamkeit mangeln lassen“. Bei starkem Regen müsse man das Tempo reduzieren und vorher sowieso den Himmel im Blick behalten. Die A8 könne nichts dafür, an den Ingenieuren habe er keine Zweifel. Er habe selbst erlebt, dass beim Bau in einem Abschnitt nachgebessert wurde, wo Vorgaben nicht eingehalten wurden. Momentan mache auch die Hitze vielen zu schaffen, die Aufmerksamkeit lasse nach. Die meisten Fahrer seien aber vernünftig.

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08.08.2018

Das Problem ist m.E. die extrem schlechte Sicht bei Regen auf dieser Betonfahrbahn - selbst bei Tempo 90-100 sehr unangenehm zu fahren.

Diese enorme Gischt endet sofort, wenn man über ein Brückenstück mit Asphaltfahrbahn fährt.

Und natürlich muss das Wasser bei einer 6-spurigen Straße eine längere Strecke abfließen, womit insgesamt natürlich mehr Wasser auf der Straße ist. Auf die ganze Strecke gehören ortsfeste 120 bei Regen Tafeln.

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07.08.2018

eigentlich ist es ganz einfach, aber halt nur eigentlich: Die Geschwindigkeit einfach den Witterungsverhältnissen anpassen und ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten.

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