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16.05.2019

Aus Vatertagsausflug wuchs innige Freundschaft zwischen zwei Burgaus

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Das Wasserschloss der Gemeinde Burgau in der Steiermark ist unbestritten Wahrzeichen und Sehenswürdigkeit. Es ist Sitz der Gemeindeverwaltung und Mittelpunkt des kulturellen Treibens.
Bild: Gemeinde Burgau/Steiermark

Burgau in der Steiermark ist seit 36 Jahren mit der Markgrafenstadt verbunden. Es sind große Sympathien entstanden – und zwei verbindet es auf ewig.

Warum zieht es die Burgauer immer wieder in die gleichnamige Gemeinde in der 600 Kilometer entfernten Steiermark? „Weil wir uns mit den Menschen gut verstehen“, sagt Gregor Löffler aus tiefster Überzeugung. Seit 16 Jahren ist er dort Bürgermeister. Die Partnerschaft zu Burgau im Kreis Günzburg währt für ihn aktiv schon 32 Jahre. Als 23-Jähriger besucht er mit den Schuhplattlern zum ersten Mal die Markgrafenstadt. „Es war ein tiefgreifendes Erlebnis, wie freundschaftlich wir aufgenommen wurden. Wir haben gleich gemerkt, dass die Steirer und die Bayern zusammenpassen“, erinnert sich Löffler.

So muss es auch Alfred Seidler, dem ehemaligen Bürgermeister des hiesigen Burgaus, und seinen Freunden der „Vatertagsrunde“ ergangen sein, als sie aus einer Laune heraus den Plan gefasst hatten, am Vatertag in die Steiermark zu fahren. Dort, so fiel ihnen auf, gab es auch ein Burgau. So nahm die Partnerschaft an Fahrt auf. Vor 36 Jahren wurde sie offiziell beurkundet.

Auch zwischen Familien sind enge Freundschaften gewachsen

„Die Freundschaften sind gewaltig“, schwärmt Gregor Löffler. Vor allem auf Vereinsebene haben sich intensive Beziehungen zwischen den Partnergemeinden entwickelt. Und auch zwischen Familien sind enge Freundschaften entstanden – so intensiv, dass daraus auch „mindestens eine Ehe entstanden ist“, weiß Konrad Barm. Mit seiner Wahl zum Bürgermeister nahm der Stadtchef von Burgau im Kreis Günzburg im Jahr 2002 erstmals Kontakt mit den österreichischen Freunden auf. Der damalige Dritte Bürgermeister Peter Jendruscsik beharrte darauf, sogleich in die Steiermark zu reisen. „Seitdem besuchen wir uns gegenseitig jedes Jahr“, spricht Barm begeistert von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Steirer.

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Das Foto zeigt den Burgauer Bürgermeister Alfred Seidler, den Bürgermeister von Burgau in der Steiermark, Karl Siegl, und seinen Stellvertreter Ludwig Lamminger bei der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags im Jahr 1978,
Bild: Riederle

Regelmäßiger Höhepunkt des gegenseitigen Austausches ist das Historische Fest in der Markgrafenstadt: Gut 150 Personen umfasst die Delegation aus der Steiermark – das sind immerhin etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Tracht der Stadtkapelle trägt das Wappen der Stadt. Die Musiker begleiten das historische Stadtfest am Umzug und spielen auf der Bühne am Kirchplatz.

Ein Kulturausschuss kümmert sich um die Partnerschaftspflege mit den Bayern. „Für uns als kleine Gemeinde ist es nicht so einfach, die Fahrten zu organisieren“, sagt Löffler zu den regen Anfragen der Bürger, wann denn der nächste Besuch stattfindet.

Im August ist der nächste offizielle Besuch

Auch in der Markgrafenstadt gibt es kein Komitee. Stadtverwaltung und Kulturamt halten hier die Fäden in der Hand. Im August ist der nächste offizielle Besuch in Österreich zur Einweihung des neuen Feuerwehrhauses geplant.

Unbestrittener Höhepunkt des steirischen Burgaus ist das Wasserschloss. Nach wechselvoller Geschichte ist es seit 1872 in Gemeindeeigentum. „Es ist Segen und große Verpflichtung zugleich“, sagt Löffler. Das Schloss ist Sitz der Gemeindeverwaltung, 20 Mietwohnungen und ein Schlosscafé bringen Leben in den historischen Bau.

Eine Chance für bislang unbekannte Künstler

„Im Burgauer Schloss ist immer was los“, sagt der Gemeindechef. 26 aktive Vereine zählt der Ort. Seit drei Jahren gibt es eine große kunsthandwerkliche Weihnachtsausstellung, die weit über die Region hinaus Besucher anzieht – allein 40000 im vergangenen Jahr. Davon haben sich auch die bayerischen Freunde überzeugen können und sich bestimmt gute Anregungen für den eigenen Weihnachtsmarkt geholt.

Dazu kommen die Osterausstellung und zahlreiche Ausstellungen für Künstler aus der Region „Wir wollen auch bislang unbekannten Künstlern eine Chance geben“, sagt Gregor Löffler.

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