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Günzburg

04.01.2021

BKH-Klinikmanager Thomas Düll muss gehen: viel Lob zum Abschied

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Thomas Düll (vorne Mitte) im Kreise aktueller und ehemaliger Führungskräfte des Bezirkskrankenhauses Günzburg: (von links) Prof. Dr. Dr. Bernhard Widder, Georg Baur, Prof. Dr. Hans-Peter Richter, Manfred Nölp, Prof. Dr. Gerhard Hamann, Prof. Dr. Manuela Dudeck, Prof. Dr. Thomas Becker, Prof. Dr. Bernd Schmitz, Prof. Dr. Christian Rainer Wirtz und Wilhelm Wilhelm.
Bild: Georg Schalk/Bezirkskliniken

Aktive und ehemalige Führungskräfte des Bezirkskrankenhauses in Günzburg sprechen bei der Verabschiedung von Vorstandsvorsitzendem Thomas Düll in den höchsten Tönen.

Würde es die Corona-Pandemie nicht geben, wäre bei einer solchen Veranstaltung der Festsaal des Bezirkskrankenhauses (BKH) Günzburg voll. So aber war zur Verabschiedung von Thomas Düll der Festsaal wegen der Abstands- und Hygieneregeln nur spärlich besetzt, außer den geladenen Gästen durfte niemand kommen.

Die Zahl jener, die den Vorstandsvorsitzenden der Bezirkskliniken Schwaben in kurzen Redebeiträgen würdigten, war dennoch groß. Außer den acht geplanten Rednern baten zwei ehemalige Ärztliche Direktoren kurzfristig darum, zusätzlich ein paar Worte an jenen Mann richten zu dürfen, dessen Vertrag am 31. Januar ausläuft und nicht verlängert wurde (wir berichteten) und der die Kliniken seit mehr als 23 Jahren geleitet und entwickelt hat.

Ehemaliger Ärztlicher Direktor: "Düll war immer ein sachlicher Teamplayer"

Einer davon war Professor Hans-Peter Richter, der ehemalige Ärztliche Direktor der Klinik für Neurochirurgie am BKH Günzburg. Als der älteste der ehemaligen Direktoren wisse er speziell um die Verdienste Dülls bei der engen Kooperation mit der Universität Ulm. „Als 2008 die Bezirkskliniken Schwaben als Kommunalunternehmen gegründet wurden, gab es vonseiten der Uni Ulm Pläne, das Band zum BKH Günzburg zumindest hinsichtlich der Neurochirurgie zu durchtrennen. Heute ist die Verflechtung zwischen beiden enger denn je“, sagte Richter. Der scheidende Klinikmanager könne mit großer Zufriedenheit auf ein großes Werk blicken und stolz auf das Erreichte sein – „es ist wirklich groß“, fügte Richter, der sich längst im Ruhestand befindet, hinzu.

Nach Meinung von Prof. Bernhard Widder, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation in Günzburg, hat Thomas Düll aus den Bezirkskliniken Schwaben das gemacht, was sie heute sind. Er, Widder, habe Düll stets als sachlichen, nie nachtragenden Teamplayer erlebt. „Unter den vielen Geschäftsführern und Klinikmanagern stachen Sie ganz wesentlich hervor.“

Thomas Düll staubt zum Abschied viel Lob von aktuellen und ehemaligen Kollegen ab

Dieser Meinung ist auch Prof. Gerhard Hamann, Widders Nachfolger. Er habe in seiner 35-jährigen beruflichen Tätigkeit schon viele kaufmännische Geschäftsführer, Verwaltungsleiter und Manager kennenlernen dürfen. „Aber keiner reicht an Sie heran“, sagte der Ärztliche Direktor der Günzburger Neurologie. Düll sei der nachhaltigste, erfolgreichste und klügste Chef eines Klinikverbundes, den er kenne, so Hamann. Für Professorin Manuela Dudeck ist der scheidende Vorstandsvorsitzende schlicht „ein Vorbild“. „Mit Ihrem psychiatrisch-psychotherapeutischen Wissen, das Sie sich als Jurist angeeignet haben, haben Sie manche Kollegen vom Fach blass aussehen lassen“, stellte die Ärztliche Direktorin der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie fest.

Düll sei immer hinter und neben den 1500 Beschäftigten am Standort Günzburg der Bezirkskliniken Schwaben gestanden, sagte der Leitende Ärztliche Direktor Professor Thomas Becker. Anhand eines Vergleichs mit dem Bert-Brecht-Gedicht „Fragen eines lesenden Arbeiters“ habe sich Düll nie über die Seinen gestellt, sondern aus ihrer Mitte heraus geleitet. Pflegedirektor Georg Baur verglich Düll mit einem Spielertrainer beim Fußball: Er habe stets eine gute Mannschaft aufgestellt, wollte aber immer selber mitspielen. „Sie waren ein guter Spieler“, so Baur, „und es hat Freude gemacht, mit Ihnen zusammen zu spielen“. Auch der dritte Vertreter der örtlichen Krankenhausleitung, Regionalleiter Wilhelm Wilhelm, dankte Düll für die „äußerst erfolgreiche Zeit“. Hinter jeder Person, die sich hier im Festsaal befinde, stünden unzählige Mitarbeitenden, „die Ihnen Dank sagen wollen.“

Ärzte fühlten sich in ihren Fachbereichen am BKH von Thomas Düll immer unterstützt

Als Professor Rainer Wirtz vor zwölf Jahren nach Günzburg kam, habe er sich „in ein gemachtes Nest“ setzen können: Die Klinik für Neurochirurgie war personell und medizintechnisch bestens aufgestellt. Direkt nach seinem Dienstbeginn wurde die Brainsuite als hoch-innovativer Operationssaal eingeweiht, so Wirtz. Düll habe die Neurochirurgie unterstützt, stellte der Ärztliche Direktor fest. Was keinesfalls selbstverständlich ist, gilt dieses medizinische Fach eher als „Exot“ innerhalb des Gesundheitsunternehmens. Wirtz: „Dafür, dass Sie die Neurochirurgie so gefördert haben und dies mit einem solchen Weitblick, mein ganz herzlicher Dank.“

Ähnliches kann Professor Peter Möller, der stellvertretende Ärztliche Vorstand des Uniklinikums Ulm, über sein Fach berichten. „Dass es hier in Günzburg eine so gute Neuropathologie gibt, ist Ihr Verdienst“, sagte der Ärztliche Direktor des universitären Instituts für Pathologie, der zugleich Chefarzt der Pathologie am BKH Günzburg ist. Über 20 Jahre habe es keine Probleme gegeben, er, Möller, habe stets alle seine Aufgaben erledigen können. Manfred Nölp, der Leiter des am BKH verorteten Dienstleistungs- und Logistikzentrums (DLZ) der Bezirkskliniken, arbeitet seit 23 Jahren mit Thomas Düll zusammen. „Es war eine lehrreiche Zeit, ich konnte viel von Ihnen lernen.“ Düll sei stets ein Spielführer und ein Steuermann gewesen, der das Unternehmen auch durch unruhige Gewässer geführt hat.

Düll erkennt die Situation an, obwohl er gar nicht gehen will

Die Schlussworte blieben dem scheidenden Klinikmanager selbst vorbehalten. Die Rolle, selbst verabschiedet zu werden, sei für ihn durchaus neu. „Meistens habe ich jemanden verabschiedet.“ Eigentlich, so sagte Düll, möchte er sich gar nicht verabschieden, „aber es ist anders gekommen“. Er mache aber nicht „den Trump“, nach dem Motto: „War da was?“, sondern erkenne die Situation an, so wie sie ist, heißt es in der Pressemitteilung der Bezirkskliniken. (zg)

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