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Verkehr

18.03.2019

Bahnstrecke: Freie Wähler sind skeptisch

Über das Thema Bahnausbau zwischen Ulm und Augsburg wird in Günzburg weiter diskutiert.
Bild: Weizenegger

Stadtratsfraktion zeigt sich verwundert über die erneute Diskussion um die Trasse

Außerordentlich verwundert zeigen sich die Freien Wähler Günzburg in einer Pressemitteilung über die aktuellen Berichte bezüglich der viel diskutierten Schnellbahn-Trasse zwischen Ulm und Augsburg. Wie berichtet, hatten sich in den vergangenen Tagen sowohl Politiker aus den Landkreisen Augsburg und Günzburg und die IHK zum Thema einer möglichen Trassenführung zu Wort gemeldet.

Bei den Freien Wählern stoßen diese Angaben auf Verwunderung, nachdem im Jahr 2016 bereits die Wellen der Empörung wegen der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan für Planungen einer Schnellbahn-Trasse südlich der Autobahn A8 aufgebraust seien, und dieses Thema, das bereits als abgehandelt betrachtet worden sei, nun erneut wieder hochkoche, heißt es in der Pressemitteilung. Nachdem sich von kommunalpolitischer Seite aller Fraktionen massiver Protest gegen das Abhängen Günzburgs von einem Halt für Fernzüge ergeben habe und noch immer vorhanden sei, sei dieses Thema, nach Aussage der eingebundenen hohen Politik, damals als erledigt betrachtet worden, heißt es dort weiter. Aufgrund der Proteste habe man dem Ausbau der bestehenden Gleistrasse wieder den Vorrang gegeben.

Die Freien Wähler zitieren in diesem Zusammenhang unsere Zeitung, die im Juli 2016 darüber berichtete, dass die Planungen aus dem Verkehrswegeplan gestrichen worden und demnach nicht mehr enthalten gewesen seien. Den Freien Wählern der Günzburger Stadtratsfraktion, so Fraktionsvorsitzender Manfred Proksch, stelle sich jetzt die Frage, ob schon damals jemand, um die Gemüter zu beruhigen, Falschmeldungen in die Welt gesetzt habe, „oder ob nach dem Streichen der Planungen etwa heimlich, still und leise der Wiedereintrag in den Verkehrswegeplan erfolgt sei“.

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Dass sich CSU-Europaabgeordneter Markus Ferber ebenso wie Bau- und Verkehrsminister Hans Reichart Berichten zufolge dafür einsetzen wollen, dass sich der Fokus des Projekts auf den Ausbau der bestehenden Trasse richten müsse, halte die FW-Fraktion zwar für den richtigen Ansatz. Ob dies jedoch letztlich zum Erfolg führen werde, darüber sei Skepsis angebracht. Skeptisch sind die Freien Wähler auch angesichts der Bebauung mit bestehender Industrieansiedlung und Legoland-Freizeitpark, ob hier eine bahnbegleitende Trasse überhaupt realisierbar sei, falls man nicht gleich von Unterfahlheim bis Burgau und darüber hinaus eine Untertunnelung ins Auge fasse. Ob außerdem ein Projekt mit einer geschätzten finanziellen Größenordnung von 1,9 Milliarden Euro für eine Zeitersparnis von 15 Minuten zwischen Ulm und Augsburg, im Hinblick auf den Landverbrauch gerechtfertigt sei, daran dürfe man laut Günzburgs Zweitem Bürgermeister Anton Gollmitzer getrost seine Zweifel haben. Dass ein Karlsruher Verkehrsplanungsinstitut darüber hinaus schon heute einen volkswirtschaftlichen Nutzen, inklusive ökologischen Nutzens von 720 Millionen Euro errechnet habe, lasse an Schönrechnerei glauben. Die Freien Wähler Günzburg wollen zu diesem Thema auch mit ihren Vertretern im Bayerischen Landtag diskutieren und ihre Sichtweise dazu erläutern.

Neben dem Thema Bahntrasse haben sich die Freien Wähler auch zu weiteren Verkehrsthemen Gedanken gemacht. In Sachen Autobahn A8 wollen die Freien Wähler über einen Antrag durch die Stadt an das Verkehrsministerium erreichen, dass die geltende Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen Leipheim und Günzburg bis hinter Limbach ausgedehnt werden solle. Dadurch könne die Lärmbelästigung in Wasserburg, Deffingen, Leinheim und Limbach erheblich reduziert werden, argumentieren die Kommunalpolitiker.

Betreffend des innerörtlichen Verkehrs haben die Freien Wähler mit einem erneuten Antrag an die Stadtverwaltung die Erstellung eines sicheren Fußgängerüberwegs an der Kreuzung in der Ortsmitte gefordert. Frühere Anträge seien seitens der Polizei wegen ungenügender Sichtverhältnisse abgelehnt worden. Der Wasserburger Stadtrat Manfred Proksch schlägt deshalb vor, geeignete Vorwarnzeichen vor der Günzbrücke aufzustellen. Die zunehmende Verkehrsbelastung der durch den Stadtteil führenden Kreisstraße GZ18, die auch bei Sperrungen der Autobahn als Umleitungsstrecke genutzt wird, mache nach Meinung der Freien Wähler diese Maßnahme dringend notwendig. Da im kommenden Jahr die GZ 18 auch innerhalb des Stadtteils saniert und ein Fußgängerüberweg beim östlichen Ortseingang errichtet werden soll, halten die Freien Wähler die gleichzeitige Einrichtung eines Zebrastreifens an der Kreuzung in der Ortsmitte für eine ideale Gelegenheit, diese dringende Angelegenheit zur Sicherheit von Kindern und Bürgerinnen und Bürgern zeitgleich auszuführen. (zg)

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