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Gastronomie

10.12.2014

Barfüßer verlässt das Forum

Mitte 2015 verlässt der Ulmer Gastronom Eberhard Riedmüller mit seinem Team das Günzburger Forum am Hofgarten.
Bild: Bernhard Weizenegger

Nächstes Jahr ist schon Schluss: Warum der Ulmer Gastronom Eberhard Riedmüller nicht mehr Wirt in der Günzburger Stadthalle sein will

Von Rebekka Jakob

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Günzburg Morgen Abend werden die Mitglieder des Günzburger Stadtrats und der Stadtverwaltung mit ihren Gästen zum Jahresdämmerschoppen ins Forum am Hofgarten gehen – zum ersten Mal bewirtet von der Barfüßer-Gastronomie im Forum. Es wird zugleich das letzte Mal sein, denn Barfüßer-Chef Eberhard Riedmüller zieht sich Mitte 2015 aus Günzburg zurück. Erst zum 1. April dieses Jahres hatte der Ulmer zusammen mit Marcus Krüger und Dominik Krüger das Catering in der Kultur- und Tagungseinrichtung übernommen und die Forumsgastronomie in die Burger-Bar Q-Muh umgewandelt.

Der Ulmer Gastronom betreibt mehrere erfolgreiche Restaurants in Ulm, Neu-Ulm, Erbach, Memmingen und Heilbronn und eröffnete vor wenigen Monaten auch im ehemaligen Bräuhaus in Weißenhorn ein Restaurant. In Günzburg war die Rechnung für Riedmüller jedoch nicht aufgegangen. „Die Wirtschaftlichkeit hat so nicht gepasst“, sagte Riedmüller gegenüber der Günzburger Zeitung. Zwar sei das Restaurant Q-Muh, Ableger des vor gut zwei Jahren eröffneten gleichnamigen Burgergrills in der Ulmer Lautengasse, auch in Günzburg gut gelaufen und durchaus rentabel gewesen. „Aber das Problem ist für mich einfach das Forum.“

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Im Vergleich zu seinem Vorgänger Rüdiger Greb, der 13 Jahre lang die Gastronomie im Forum am Hofgarten innehatte, hatte Riedmüller ein deutlich höheres Preisniveau für Essen und Getränke bei Veranstaltungen in der Stadthalle angesetzt. Diese Preisgestaltung schmeckte offenbar nicht jedem – und so blieben für die Barfüßer-Betreiber am Ende zu wenige Veranstaltungen, um rentabel wirtschaften zu können. An der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, so betonte Riedmüller gegenüber der GZ, liege sein Entschluss, das Forum aufzugeben keinesfalls.

Ursprünglich hatte er mit der Stadt einen Vertrag mit einer Laufzeit von 36 Monaten abgeschlossen. In diesen drei Jahren sollte das Team nicht nur Tagungsgäste und Veranstaltungsbesucher bekochen, sondern auch maßgeschneiderte Buffets und Gerichte à la carte für Hochzeitsgesellschaften und private Empfänge zubereiten. Betreiber, Forumsverwaltung und Stadtrat planten, das gastronomische Angebot zukunftsgerecht weiterzuentwickeln mit dem erklärten Ziel, wieder einen florierenden Restaurantbetrieb zu etablieren. Für Aufregung hatten Überlegungen gesorgt, das Gebäude zur erweitern. Dafür hätten wohl mehrere der großen Bäume im Bereich des Biergartens gefällt werden müssen – doch bereits beim Pächterwechsel hieß es seitens der Stadt, die Bäume dürften bleiben, die Erweiterung sei vom Tisch.

Die Verhandlungen mit Riedmüller hatten damals etwa ein Jahr bis zur Vertragsunterzeichnung gedauert. Für die Stadt beginnt jetzt von Neuem die Suche nach einem Wirt für das Forum. „Die Stadtverwaltung und das Kulturamt werden zeitnah die Tagungs- und Kulturräumlichkeiten in der Großen Kreisstadt zur Pacht ausschreiben“, kündigte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig an. Er dankte Riedmüller für sein Engagement. Der Oberbürgermeister hatte am Montagabend in nicht öffentlicher Sitzung die Mitglieder des Stadtrats über den Weggang des Gastronomen informiert.

Auch Riedmüller selbst ist, wie er sagt, auf der Suche nach einem Betreiber außerhalb seines eigenen Unternehmens, der das Günzburger Q-Muh übernehmen wolle. Der Gastronom hatte eine Menge in den Umbau des Lokals investiert, wie viel, möchte er nicht verraten. „Bei der Nachfolge geht es auch darum, diese Investition abzulösen.“

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