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Kammeltal

13.12.2019

Behlinger kritisiert: Das obere Kammeltal wird benachteiligt

Der Kammeltaler Ortsteil Wettenhausen mit dem Kloster im Zentrum.
Foto: Bernhard Weizengger (Archiv)

Mehrere Seiten umfasste das Anliegen eines Behlingers bei der Bürgerversammlung von Kammeltal. Er wünscht sich, dass die Ortsteile wieder selbstständig werden.

Gleich mit einem mehrseitig handschriftlich verfassten Manuskript ist Hermann Böck in der Bürgerversammlung von Kammeltal sein umfangreiches Anliegen angegangen. Der Kernpunkt des Behlingers: Wegen angeblicher Benachteiligung des oberen Kammeltals sollen die Ortsteile in einer Verwaltungsgemeinschaft wieder selbstständig werden, forderte er. Der Antrag soll im Gemeinderat behandelt werden, sicherte Rathauschef Matthias Kiermasz zu.

Dies war nur eines von mehreren Wünschen Böcks. Der Behlinger Landwirt und Rentner, der sich auch als Bürgermeister-Kandidat beworben hat (Lesen Sie dazu: Spontaner Bewerber unterliegt dem Amtsinhaber), glaubt, dass die früher selbstständigen Gemeinden durch die Gebietsreform mehr Nach- als Vorteile hatten. Weil Böck sein mehrminütiges Anliegen gleich entsprechend ankündigte – „es könnte etwas länger dauern“, er wolle auch niemanden in der Gemeinde beleidigen –, erntete er schon mal einen Heiterkeitserfolg in der Bürgerversammlung.

Bürger möchte den Gemeindeverbund auflösen

Neben der beantragten Auflösung des Gemeindeverbundes beanstandete Böck eine nicht seinen Vorstellungen entsprechende Straßenbeleuchtung, die von der Gemeinde erhobenen Ausbaubeiträge für die Ludwig-Maier-Straße in Behlingen und eine Bauland-Ausweisung für sein Grundstück. „Sie müssen sich im Klaren darüber sein, was Sie hier aufziehen“, konterte Bürgermeister Kiermasz, der mit Böck in der Vergangenheit schon häufiger Gesprächstermine hatte.

Zum einen sei die Abrechnung des Straßenausbaus gerichtlich als korrekt bestätigt worden, eine andere Position der Straßenlaterne sei wegen eines „Dreckhaufens“ nicht möglich gewesen und eine Bauland-Entwicklung sei nur dann möglich, wenn die Gemeinde Grundstücke erwerben und mit Bauzwang belegen könne. Aber der Behlinger habe der Kommune nichts verkaufen wollen.

Parkplatzprobleme in Wettenhausen

Um Verkehrsschwerpunkte drehten sich weitere Anfragen in der zweieinhalbstündigen Versammlung mit etwa 100 Besuchern in der Wettenhauser Grundschule. Halteverbote im Bereich des Ettenbeurer Kirchenwegs störten Werner Lippl. Die seien dort lediglich vorübergehend wegen der Verlagerung einer Bushaltestelle aufgestellt, sagte Bürgermeister Kiermasz. Ums Parken in Wettenhausen ging es Jürgen Münzer. Bei Veranstaltungen im Kloster sei die Schulstraße derart mit Autos zugestellt, dass die Einfahrt von der Dossenberger Straße kaum möglich sei.

Ein temporäres Parkverbot wäre sinnvoll, fand Münzer. Eine ziemlich hohe Belastung für Anwohner im Bereich des Klosters bestätigte Bürgermeister Kiermasz. Er freue sich aber über den Besuchererfolg bei den dortigen Veranstaltungen. Weil es zahlreiche „Lauffaule“ gebe, werde so nah wie möglich beim Kloster geparkt. Der Bürgermeister habe schon darauf hingewiesen, dass ein Abschleppunternehmen die krassesten Falschparker entfernen werde. Positive Aussichten kündigte Kiermasz für die problematische Kreuzung in Ettenbeuren an, die ebenfalls angesprochen wurde.

Die unfallkritische Kreuzung im Zentrum von Ettenbeuren könnte schon in nächster Zukunft mit einem Kreisverkehr entschärft werden, kündigte Kammeltals Rathauschef in der Bürgerversammlung an.
Foto: Wolfgang Kahler

Laut Staatlichem Bauamt soll die Staatsstraße 2023 von Ettenbeuren nach Ichenhausen schon bald saniert werden. Dann werde auch der von der Gemeinde bereits geforderte Kreisverkehr an der Kreuzung kommen, habe das Bauamt zugesichert. Gisela Anwander fragte, ob an ausreichend Parkmöglichkeiten an der neuen Tagespflege-Einrichtung der Günzburger Sozialstation in Ettenbeuren gedacht wurde, wenn die Gäste von Angehörigen dort hingebracht und wieder abgeholt werden. Dies entfalle, sagte Bürgermeister Kiermasz, da die Sozialstation einen eigenen Fahrdienst organisiere. Für Mitarbeiter der Tagespflege und des benachbarten Kindergartens würden genug Stellflächen verfügbar sein.

Die nach wie vor umstrittenen Straßenausbaubeiträge in Egenhofen beschäftigten Andreas Eisenlohr und Ludwig Bornschlegel. Kritisiert wurde die zuletzt nicht öffentlich gefasste Entscheidung, dass an der Beitragserhebung festgehalten werde (Lesen Sie dazu: Streit um Straßenausbau: Müssen jetzt Gerichte ran?). Kiermasz rechtfertigte dies, weil es durchaus sinnvoll sei, die Auffassung des Rates zu diesem Komplex nicht öffentlich einzuholen. Außerdem habe die Beschlusslage schon vorgelegen und sei nicht verändert worden. Die Frage, ob die Dorfstraße schon einmal ausgebaut war, werde nun juristisch geklärt. Von den Beschwerdeführern angekündigte Unterlagen über einen früheren Ausbau seien bis heute nicht im Rathaus vorgelegt worden.

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