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Bibertal

11.10.2019

Bibertaler machen sich für Radweg stark

Die Einwohner der Gemeinde Bibertal wünschen sich einen Radweg zwischen Kissendorf und Anhofen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Strecke zwischen Kissendorf und Anhofen ist für Zweiradfahrer und Fußgänger gefährlich. Schon mehrfach gab es Versuche, Abhilfe zu schaffen. Warum der Bürgermeister diesmal einen Hoffnungsschimmer für das Projekt sieht.

Gerade einmal 1,3 Kilometer beträgt die Entfernung von den Bibertaler Ortsteilen Kissendorf und Anhofen. Aber diese Strecke hat Risikopotenzial: Eine sichere Fahrradverbindung fehlt, beklagt eine Bürgerinitiative. Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen erfolgt nun ein neuer Vorstoß für einen Rad- und Fußweg entlang der Ortsverbindungsstraße. Doch bevor das Projekt realisiert werden kann, müssen einige Hindernisse überwunden werden.

„In jüngerer Vergangenheit gab es ein paar Vorfälle“, sagte Oliver Preußner in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend, „es ist beinahe schon etwas passiert.“ Der Bibertaler Bürgermeister will nicht warten, bis es auf der unübersichtlichen und engen Strecke tatsächlich zu einem folgenschweren Unfall kommt.

Höchstgeschwindigkeit wurde auf 70 Stundenkilometer begrenzt

Als Vorsichtsmaßnahme wurde dort die Höchstgeschwindigkeit auf maximal 70 Stundenkilometer begrenzt. Im Rat bestehe Konsens, insbesondere für Schulkinder die Sicherheit zu verbessern. Abhilfe könnte ein kombinierter Rad- und Fußweg schaffen. Weil sich dafür auch mehrere Familien in Anhofen starkmachen, will der Bürgermeister, wie schon mehrere Amtsvorgänger vor ihm, einen erneuten Versuch starten. Mit völlig offenem Ausgang.

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Erste Vorgespräche zeigten, dass Grundstückseigentümer entlang der Straße dem Verkauf der benötigten Flächen nicht aufgeschlossen gegenüberstehen, so Preußner: „Einige sind nicht begeistert von diesem Radweg.“

Der Bürgermeister hat für diese Bedenken Verständnis, da es immer wieder zu Konflikten komme, da solche Strecken auch als Anwandwege für Landwirte genutzt und verschmutzt werden können. Das wiederum ärgere Radler.

Ein weiteres Hindernis

Aber es gibt noch ein weiteres Hindernis: Der Bau des Radweges wird gut eine halbe Million Euro kosten, schätzt der Bürgermeister. Und mit Zuschüssen sieht es wohl mau aus, da solche Projekte nur an Bundes-, Staats- oder Kreisstraßen gefördert werden. Nach Gesprächen mit der Regierung von Schwaben sieht Preußner jedoch einen „kleinen Hoffnungsschimmer“. Weil der Topf für derartige Projekte bis Ende 2019 wohl nicht ausgeschöpft wird, könnten staatliche Zuschüsse doch möglich sein. Statt des Radwegs entlang der Straße wäre als Alternative die Nutzung von Feldwegen zwischen Anhofen und Kissendorf denkbar, informierte der Bürgermeister. Der Haken: Diese Streckenführung wäre circa 350 Meter länger. Eine durchgehende Asphaltierung würde jedoch mit knapp 170 000 Euro erheblich günstiger.

Im Gemeinderat wurde die Radweg-Initiative zwar begrüßt, aber unterschiedlich eingeschätzt. Bei dem enormen Preisunterschied müsste geklärt werden, ob der Unterbau der Feldwege für die Asphaltierung geeignet sei, gab Hubert Wolf (Freie Wähler) zu bedenken.

Die Frage nach der Haftung

Wer bei Unfällen auf einem verschmutzten Radweg hafte, wollte Ortssprecher Adolf Polzer wissen. Bei der abgespeckten Variante entfalle die Haftung, sagte Verkehrsreferent Martin Scheer (CSU). Obwohl der Bürgermeister die Feldweg-Variante als „schöner“ einstufte, sei die Sicherheit für radelnde Kinder bei hohen Maisfeldern wohl nicht optimal. Als wenig zielführend wurde der Vorschlag von SPD-Rat Wolfgang Beyer eingestuft, entlang der Ortsverbindungsstraße Radstreifen anzulegen, da dies bei hohen Kosten zu geringen Sicherheitsgewinn böte.

Zwar seien 500 000 Euro ein Haufen Geld, aber wenn alle mitzögen, wolle er sich dafür einsetzen, dass noch während seiner Amtszeit die Weichen entsprechend gestellt werden können, versicherte der Bürgermeister. Vertreter der Anhofer Initiative haben nach Ende der öffentlichen Gemeinderatsitzung der Günzburger Zeitung eine Petition übergeben, die dem Rathaus zugehen soll. Darin wird nachdrücklich auf das Sicherheitsrisiko für Radler und Fußgänger wegen des fehlenden Weges hingewiesen. „Ich wäre einmal fast zusammengefahren worden“, sagte Heidi Wedelek von der Initiative. Die Feldweg-Alternative halten die Bürger für wenig sinnvoll, da er im Dunkeln verlaufen würde.

Weitere Themen im Gemeinderat

  • Rüge: In öffentlicher Sitzung des Bibertaler Gemeinderats hat Friedrich Deutschenbaur (Bürgerinteressen Bibertal) den Namen einer Einwohnerin genannt, die von hohen Straßenausbaubeiträgen finanziell erheblich belastet würde. Diese Wortmeldung kritisierte Bürgermeister Oliver Preußner als völlig verfehlt, da die Ratssitzung dafür nicht geeignet sei. Er stehe bei solchen Problemen als Ansprechpartner im Rathaus zur Verfügung.
  • Tempo: Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer zwischen Bühl und Echlishofen kritisierte Leonhard Deutschenbaur (FW). Dort würden Autofahrer in die folgende 30er-Zone „reinschießen“. Das 70er-Schild bedeute eigentlich nicht, dass dort tatsächlich mit 70 Sachen gefahren werden müsse, ergänzte SPD-Rat Wolfgang Beyer. Vorerst soll die Regelung dort so bleiben, wie sie ist, sagte Bürgermeister Preußner.
  • Beschlüsse: Damit ein Antragsteller im Bibertaler Ortsteil Echlishausen ein Einfamilienhaus bauen kann, wurde dieses Grundstück per Einbeziehungssatzung vom Außenbereich in einen Ortsbereich verändert. Für die Sanierung der ehemaligen denkmalgeschützten Gaststätte Zahn in Silheim gewährt die Gemeinde einen zweiten Zuschuss von 2500 Euro. Die Gemeinde Bibertal will dem neuen Zweckverband Digitale Schulen im Landkreis Günzburg beitreten. Die entsprechende Absichtserklärung hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.
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