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Landkreis Günzburg

18.03.2021

Bleibt der radioaktive Müll für immer im Landkreis Günzburg?

Wo wird der hochradioaktive Atommüll endgültig gelagert? Auf der Suche nach einem geeigneten Standort wird auch der nördliche Teil des Landkreises Günzburg genannt.
Foto: Archivfoto: Bernhard Weizenegger

Plus Es ist nicht ausgeschlossen, dass der nordwestliche Teil des Landkreises Günzburg für ein Endlager von Atommüll in Frage kommt. Bis wann die Suche nach dem Standort abgeschlossen sein soll.

Durch das Atomkraftwerk haben die Gemeinde Gundremmingen und der Landkreis über Jahrzehnte eine Menge Geld verdient. So willkommen das war, so gering wäre die Begeisterung, würde das Endlager für den radioaktiven Atommüll in der Region gebaut. Die Suche nach einem endgültigen Standort läuft noch. Nach derzeitigem Stand ist nicht gänzlich ausgeschlossen, dass der nordwestliche Teil des Landkreises an der Grenze zu Württemberg für ein Endlager in Frage kommt. Thema war das bei der Sitzung des Kreisausschusses.

Ende 2022 wird das letzte deutsche Atomkraftwerk geschlossen, Gundremmingen bereits im Dezember dieses Jahres. Was übrig bleibt sind insgesamt etwa 1900 Castor-Behälter mit rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktivem Müll. Die Frage lautet: Wohin damit? Bis 2031 soll ein Standort für das Endlager gefunden sein. Die Zielvorgabe ist ambitioniert – nicht weniger als eine Million Jahre soll der Atommüll sicher gelagert sein.

Zwei von 90 möglichen Standorten für ein Atommüllendlager sind im Landkreis Günzburg

Maria Dietrich, persönliche Referentin von Landrat Hans Reichhart, informierte den Kreisausschuss über den aktuellen Stand der Dinge. Im Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), veröffentlicht Ende September 2020, sind 90 Teilgebiete aufgeführt, die aufgrund der geologischen Gegebenheiten als Standort für ein Endlager denkbar wären – zwei dieser Teilgebiete befinden sich im nördlichen Landkreis Günzburg. Denn im Untergrund befinden sich Tongestein beziehungsweise kristallines Wirtsgestein, beides gilt als geeignet für ein Endlager. Dietrich sagt: „Wir sind also noch im Rennen.“

In einem weiteren Schritt sei geplant, die Zahl der denkbaren Standorte von 90 auf sechs bis sieben zu reduzieren, 2031 soll die Suche abgeschlossen sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Endlager im Landkreis gebaut wird, ist nach Einschätzung von Landrat Hans Reichhart „nicht sehr groß“. Aber sicher ist das nicht. Denn „die geologischen Verhältnisse“ in den beiden Teilgebieten des Landkreises könnten durchaus für ein Endlager geeignet sein, erklärte der Landrat weiter.

Nähere Untersuchungen der Gesteinsformationen stehen noch aus

Viel mehr als eine Vermutung ist das freilich nicht. Denn nähere Untersuchungen der Gesteinsformationen in den verschiedenen Teilbereichen wurden bislang noch nicht durchgeführt, weder über noch unter Tage. Solche Untersuchungen sind aufwendig, denn mindestens 300 Meter Gestein sollen über dem künftigen Endlager liegen.

Es könne Gründe für ein Endlager im Landkreis geben, viele andere Aspekte sprächen dagegen, sagte Reichhart. Deshalb werde sich der Landkreis in den weiteren Entscheidungsprozess einbringen und seine Sicht der Dinge vortragen, auch im Verbund mit anderen schwäbischen Landkreisen und dem Regionalverband Donau-Iller. Dabei gehe es nicht um das Sankt-Florians-Prinzip, sondern um eine sachbezogene Güterabwägung. Landrat Hans Reichhart: „Wir werden argumentieren, dass wir als Region ein Endlager nicht wollen.“

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