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Burgau

27.06.2017

Das Historische Fest steht ganz im Zeichen der Sicherheit

Die Polizei wird beim Historischen Fest in Burgau verstärkte Präsenz zeigen.
Bild: Annette Zoepf (Symbolbild)

Die Polizei betont: Eine konkrete Gefahr besteht nicht für das Historische Fest in Burgau. Trotzdem sind vorsichtshalber unterschiedliche Szenarien durchgespielt worden.

Bei der vorherigen Auflage des Historischen Fests in Burgau vor vier Jahren waren Anschläge wie der mit einem Lastwagen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt oder einer Bombe bei einer Veranstaltung im fränkischen Ansbach höchstens abstrakte Theorie. Das hat sich seit den Terrorakten im vergangenen Jahr geändert. Deshalb haben die Stadtverwaltung und die Polizei unterschiedliche Szenarien durchgespielt und ein Sicherheitskonzept für die Veranstaltung vom 20. bis 24. Juli erarbeitet. Im November 2016 gab es die erste Besprechung, jetzt ist es fertig. Viel wollen Bürgermeister Konrad Barm, Kulturamtsleiter Stefan Siemons und der Burgauer Polizeichef Stefan Eska eben aus Sicherheitsgründen nicht dazu sagen, aber ein paar Eckpfeiler können sie öffentlich machen.

So werden die relevanten Zufahrten zum Festgelände mit Feuerwehrfahrzeugen blockiert, damit kein Wagen in die Menschenmenge rasen kann. Feuerwehrleute werden ständig an ihren Fahrzeugen sein. Auf feste Sperren wird verzichtet, um die Wege im Fall des Falles schnell für Einsatzfahrzeuge freizubekommen. Außerdem patrouillieren die Polizei und ein von der Stadt beauftragter privater Sicherheitsdienst, es wird auch Personen- und Taschenkontrollen geben.

Komplett absperren lässt sich das Gelände wegen der vielen Zugänge aber nicht, was im Umkehrschluss im Ernstfall ein Vorteil ist, sodass es viele Notausgänge gibt. Auch die Fluktuation, also dass immer wieder Menschen neu aufs Gelände kommen und andere es verlassen, ist hilfreich, sodass sich vor den Zu- und Ausgängen in aller Regel die Besucher nicht stauen. Schließlich ist auch die Katastrophe bei der „Loveparade“ in Duisburg im Jahr 2010, wo viele Menschen im Gedränge bei einer Massenpanik zu Tode getrampelt oder gequetscht wurden, im Hinterkopf.

„Wir wollen den Besuchern ein Gefühl der Sicherheit geben“

Eine feste Wache wie etwa auf dem Oktoberfest in München wird es zwar nicht geben, aber der Infostand wird stets bis 21 Uhr besetzt sein. Dorthin kann sich jeder Besucher wenden. Und an die Streifen von Polizei und Sicherheitsdienst, an die Feuerwehr, den Sanitätsdienst, die Veranstalter. So soll ein Ansprechpartner nie weiter als 100 Meter entfernt sein. Zudem stehen die Beteiligten untereinander per Funk und Mobiltelefon in Kontakt. „Mit der Präsenz der uniformierten Kräfte wollen wir den Besuchern auch ein Gefühl der Sicherheit geben“, erklärt Bürgermeister Barm.

Auch ein Notarzt wird während der Veranstaltung dauerhaft am Ort sein, zudem sind spezielle Sammelplätze  vorgesehen. Zwar bestehe keine spezifische Gefahr für das Historische Fest, betont Stefan Eska, „aber man muss sich vorbereiten“. Würde der Schirmherr, Ministerpräsident Horst Seehofer, kommen, würde alles auch noch mal anders aussehen. Er hat aber keine Zeit. Wer ihn vertritt, ist noch unklar. Die Vorbereitung gilt im Übrigen auch für den Fall eines Unwetters. Mit Lautsprechern würden die Besucher darauf hingewiesen, dass sie feste Gebäude aufsuchen sollen, dazu würden die Stadtpfarrkirche und das Schloss geöffnet. „Selbst die Texte für die Durchsagen sind bereits vorbereitet“, erklärt Kulturamtsleiter Stefan Siemons.

Die Auflagen werden zunehmend zum Problem

Vorgesorgt wird auch in anderer Hinsicht: Am Vorabend des Festbeginns gibt es noch eine Begehung, bei der auch die Stände auf ihre hygienischen Bedingungen überprüft werden. Die Feuerwehr kümmert sich darum, dass abends alle Strohballen gewässert und die Lagerfeuer gelöscht werden, um eine Brandgefahr auszuschließen. Sollte es sehr trocken sein, wird ebenfalls der Schlossberg gewässert. Alle Beteiligten freuen sich jedenfalls auf das Fest, und wegen der stets schönen Atmosphäre hat Polizeichef Eska auch keine Probleme gehabt, genug Freiwillige für den Dienst zu finden, wie er sagt. Unterstützung von anderen Dienststellen erhält die Burgauer Inspektion so oder so.

Und Stefan Siemons hat die Erfahrung gemacht, dass die Besucher immer dankbar sind, wenn sie wissen, dass sich um ihre Sicherheit gekümmert wird. Bei den meisten Bürgern, so sagt auch Bürgermeister Barm, sei die Toleranz für das Fest ohnehin hoch. Bislang habe ihm für die bevorstehende Veranstaltung auch nur einer mitgeteilt, dass er den „Wegezoll“ unangebracht finde. Sollten die generellen Auflagen für Feste weiter verschärft werden (müssen), wäre es allerdings schwierig, sie in Zukunft aufrechtzuerhalten, sagt Barm. Auch aus Gründen der Haftung ist es jetzt übrigens das zweite Historische Fest, das die Stadt selbst ausrichtet.

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