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Günzburg

15.09.2015

Das Weizen ist weit bekannt

Die Radbrauerei ist inzwischen Günzburgs einzige verbliebene Braustätte. Vor allem für sein Weizen ist der Betrieb von Georg L. Bucher im weiten Umkreis bekannt.

Die Radbrauerei ist die einzige verbliebene Braustätte in Günzburg. Von der Randerscheinung zum großen Renner.

Hochmut kommt vor dem Fall. Offenbar gilt das auch für Brauereien. 1950 hatten Georg und Rosa Bucher von Carl Mack die stillgelegte Radbrauerei gekauft und nach und nach in Schwung gebracht. Von den drei damaligen Günzburger Brauereien Hirsch, Münz und Traube wurde das Ehepaar Bucher auf der einen Seite belächelt, auf der anderen Seite von lukrativen Geschäften, vor allem dem Günzburger Volksfest, ferngehalten. Inzwischen hat sich die Lage umgekehrt. Die Radbrauerei ist Günzburgs einzige Braustätte, die drei ehemals Großen haben ihre Pforten geschlossen.

Die Konkurrenz hatte sie nicht ernst genommen

Georg und Rosa Bucher, die Großeltern des heutigen Geschäftsführers Georg L. Bucher, hatten vor allem Weizen gebraut. „Damals eine Randerscheinung“, erklärt Bucher. Weshalb sie von der Konkurrenz zunächst nicht recht ernst genommen wurden. Heute ist die Radbrauerei für ihr Weizen gerühmt und weithin bekannt.

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Die Radbrauerei mit ihren 17 Beschäftigten beschränkt sich laut Georg L. Bucher auf ein eher kleines Sortiment. Verschiedene Weizensorten bilden den Schwerpunkt, hinzu kommen ein Helles und ein Märzen. Dazu seit Anfang des Jahres ein helles Vollbier namens Hopfen Gold und ein Weizen mit Zitrone, seit Ende 2014 ferner ein Bier mit Namen Lupullus, das als Aperitif oder Digestif vor allem als Begleiter zu süßen Speisen geeignet ist.

Auf die Hefe kommt es an

Das Rad-Weizen, versichert Georg L. Bucher, der seit knapp fünf Jahren als alleiniger Geschäftsführer die Verantwortung trägt, werde in einem sehr aufwendigen Verfahren hergestellt. Die Besonderheit: „Wir haben unseren eigenen Hefestamm aus unserer eigenen Zuchtanlage.“ Beim Weizen mache die Hefe etwa 90 Prozent des Geschmacks aus. „Damit steht und fällt alles“, betont der 40-Jährige.

Weit über Günzburg hinaus hat sich die Radbrauerei mit ihrem Weizen einen Namen gemacht. Hauptgeschäftsgebiet ist Württemberg. „80 Prozent des Umsatzes machen wir in Ulm und im Alb-Donau-Kreis“, so Bucher. Der Rest verteilt sich auf die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm. Nur in kleinem Rahmen fährt die Radbrauerei ihre Biere selbst aus, der Großteil wird über den Getränkefachgroßhandel an die Kundschaft gebracht.

„Man muss immer am Ball bleiben“

Das Stammhaus der Firma ist das Gasthaus „Zum Rad“ am Günzburger Marktplatz. Um das Jahr 1590 werden die Anfänge datiert. Bis 1906 wurde am Marktplatz gebraut, dann folgte der Umzug an die Ichenhauser Straße. In Etappen wurde die Brauerei schließlich zwischen 1984 und 1997 an den heutigen Standort an der Peter-Henlein-Straße im Gewerbegebiet Donauried verlegt. „Was wir dort sehen, ist das Werk meines Vaters Georg und meines Onkels Hans“, blickt Georg L. Bucher dankbar zurück. „Und alles mit Eigenmitteln.“

Anfangs war die Radbrauerei vom Günzburger Volksfest ausgeschlossen. Seit 15 Jahren, als auch noch die Münz-Brauerei geschlossen wurde, ist sie mit ihrem Märzen der einzige Beschicker. Nicht nur mit Bier, auch mit dem Zelt-Inventar. „Da steht ein sechsstelliger Betrag“, gibt Georg L. Bucher preis. „Der Biermarkt verändert sich rasant“, erklärt der Brauerei-Chef und Bier-Sommelier. „Man muss immer am Ball bleiben“. Vielleicht ist auch das ein Geheimnis des Erfolgs der Radbrauerei.

Bier aus dem Landkreis

Acht Braustätten gibt es im Landkreis Günzburg noch. Sechs von ihnen haben wir im Rahmen unserer Sommerserie „Bier von hier“ vorgestellt: Blaue Ente Leipheim, Klosterbräu Ursberg, Schlossbrauerei Autenried, Kreisheimatstube Stoffenried, Engel Waldstetten und Radbrauerei Günzburg. Die Betreiber der Hirsch-Brauerei Leipheim wollten ihren Betrieb nicht porträtieren lassen. Gleiches gilt für die Münz-Postbrauerei Thannhausen. Im Jahr 2000 war die Münz-Brauerei, ehedem Günzburgs älteste Privatbrauerei von 1586, am Standort Günzburg geschlossen und von Postbräu Thannhausen übernommen worden. Inzwischen gehört Münz-Postbräu der König Ludwig-Schlossbrauerei Kaltenberg mit Hauptsitz in Fürstenfeldbruck. Gebraut wird in Thannhausen nach wie vor. König Ludwig wiederum ist teil des Warsteiner Konzerns.

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