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Kreis Günzburg

17.05.2018

Der Digitalfunk läuft fast rund

Insgesamt funktioniert der neue Digitalfunk – aber nicht in jeder Situation.
Bild: Bernhard Weizenegger

Insgesamt sind Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit der neuen Technik durchaus zufrieden. Aber es gibt einen großen Wunsch.

Kürzlich hat Burgaus Feuerwehrkommandant Hans-Peter Merz im Gespräch mit unserer Zeitung ein Problem thematisiert: den Digitalfunk. Manche kurz vor dessen Einführung beschaffte Infrastruktur sei mit ihm nicht kompatibel. Die Alarmierung laufe weiter analog. Und obwohl der Analogfunk zusätzlich zum digitalen in Fahrzeugen vorgehalten werden müsse, habe die Stadt vom Freistaat eines nur mit digitalem Funk erhalten. In der Tat, sagt Kreisbrandrat Robert Spiller, laufe die Alarmierung noch über analoge Meldeempfänger. Wer die zweimalige Durchsage verpasst, erfahre erst im Feuerwehrhaus, was passiert ist. Die digitale Alarmierung sei geplant, aber sie wollten derzeit nur Bayern und Hessen.

Insgesamt sind Spiller und Roman Gepperth, beim Landratsamt für den Bereich öffentliche Sicherheit zuständig, mit dem Digitalfunk aber zufrieden. Zum 3. Juli 2017 wurden die Feuerwehren im Gebiet des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Donau-Iller darauf umgestellt. Es könne zwar vorkommen, dass bei starkem Regen die Verbindung abbricht, aber physikalische Gegebenheiten ließen sich auch mit der neuen Technik nicht umgehen. „Zumindest zeigen die Geräte jetzt an, wenn man nicht verbunden ist“, sagt Gepperth. Bei den analogen habe man das nicht einmal gemerkt.

Auch in den meisten Gebäuden funktionierten die Geräte, die Funkabdeckung sei bis auf ein paar wenige Bereiche im Landkreis gut. Etwa im Mühlwegtunnel in Günzburg soll eine stationäre digitale Funkeinrichtung nachgerüstet werden und wenn die digitale Alarmierung komme, würden ein paar weitere Basisstationen für den Empfang ergänzt. Im Kreis Günzburg habe es das nicht gegeben, anderswo in Schwaben hätten auch Proteste gegen die Funkmasten zu Problemen bei der Abdeckung geführt.

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Baden-Württemberg hat noch analogen Funk

Dass in den Fahrzeugen im Landkreis analoge und digitale Technik installiert ist, hänge nur damit zusammen, dass Baden-Württemberg noch nicht auf den Digitalfunk umgestellt habe und bei länderübergreifenden Einsätzen in diesem Grenzgebiet die Verbindung zu den dortigen Kameraden gehalten werden muss. Dass bei einem Fahrzeug in Burgau der analoge Funk fehlt, sei beim Freistaat moniert worden. Aber weil in Bayern digital Standard ist, werde das nicht erfolgen. Deshalb müsse immer ein Führungsfahrzeug mit ausrücken.

Was Spiller und Gepperth ebenfalls nicht gefällt, aber was sie genauso wenig ändern können, ist die nicht kompatible Vorrüstung für den Digitalfunk. So wurden beispielsweise Funktische installiert, die doch wieder ausgewechselt werden mussten. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar und unbefriedigend“, sagt Spiller. Aber es sei nun einmal schwer vorherzusagen, wie sich die Technik entwickelt, und durch die Verzögerung bei der Einführung des Digitalfunks seien Ersatzansprüche gegenüber den Firmen verjährt. Auch das Landratsamt selbst sei betroffen gewesen. Alles in allem sei die neue Technik wesentlich besser als die analoge.

Johanniter haben keine Probleme mit Digitalfunk

Auch der Chef der Rettungsleitstelle Donau-Iller, Reiner Wolf, möchte sie nicht mehr missen. Zwar könne es in der Tat bei schlechter Witterung Ausfälle geben, aber der Digitalfunk bedeute eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem analogen Vorgänger. Allerdings „muss die Alarmierung dringend umgestellt werden“, um mehr Möglichkeiten zu haben. Das sieht der kommissarische Leiter Rettungsdienst beim Kreisverband des Roten Kreuzes, Christian Skibak, genauso. Der Empfang sei wesentlich besser geworden, etwa in der Innenstadt von Burgau, wo es damit früher große Probleme gegeben habe.

Aber auch wenn es bei Nebel oder starkem Regen nach wie vor Schwierigkeiten gebe, so geht er davon aus, dass nach und nach die Technik verfeinert wird. Und die Johanniter sind auch der Ansicht, dass es schon beim Analogfunk „Kinderkrankheiten“ gab, wie Sprecherin Kerstin Biedermann sagt. Und bei ihnen seien nicht einmal Probleme bei starken Regenfällen bekannt.

Bei der Polizei wird Analogfunk zurückgebaut

Die Polizei ist nicht minder zufrieden mit dem Digitalfunk, erklärt das zuständige Landeskriminalamt. Von den Dienststellen im Landkreis Günzburg gebe es eine positive Resonanz. Regelmäßige Störungen etwa bei Starkregen gebe es nicht. Der Analogfunk wurde bei der Polizei im Bereich des Präsidiums Schwaben Süd/West inzwischen übrigens außer Betrieb genommen und wird gerade zurückgebaut.

Das Bayerische Innenministerium erklärt, dass Funktische an örtliche Situationen angepasst würden, ohne dass sich der Freistaat beteilige. Je nach Dimension sei es möglich, dass kein Platz zum Einbau zusätzlicher Digitalfunkkomponenten vorhanden war. Häufig könne das durch eine Erweiterung des Funktischs gelöst werden. Die digitale Alarmierung bei Feuerwehren werde demnächst nachgerüstet. Die zeitliche Verfügbarkeit des Digitalfunks in Bayern liege fast bei 100 Prozent, „dass sich bei schlechter Witterung der Empfang verschlechtert, ist den physikalischen Gesetzmäßigkeiten geschuldet“ und könne bei jedem Funksystem passieren. Wo nötig, werde das Netz dichter. Zum Fall Burgau: Das beschaffte Fahrzeug sei für den Einsatz mit anderen Wagen vorgesehen, unter anderem einem Führungsfahrzeug. In dem sei der Analogfunk installiert.

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