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Günzburg

18.12.2019

Der Günzburger Stadtbus fährt jetzt elektrisch

Das Busunternehmen BBS führt am Mittwoch, 18. Dezember 2019, den ersten vollelektrischen Stadtbus in Günzburg ein. Der E-Solar City-Bus der österreichischen Firma KBus Kutsenits ist als Niederflurbus barrierefrei und bietet Platz für bis zu 32 Personen.
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Das Busunternehmen BBS führt am Mittwoch, 18. Dezember 2019, den ersten vollelektrischen Stadtbus in Günzburg ein. Der E-Solar City-Bus der österreichischen Firma KBus Kutsenits ist als Niederflurbus barrierefrei und bietet Platz für bis zu 32 Personen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Seit Mittwoch ist der erste Stadtbus ohne Verbrennungsmotor in Günzburg unterwegs. Der Freistaat hat das Busunternehmen bei der Anschaffung unterstützt. So lief die erste Probefahrt.

Fast 150 Jahre ist es her, dass die Familie von Josef Brandner in die Personenbeförderung eingestiegen ist. „Eine Mitfahrgelegenheit vom Jettinger Bahnhof war gewissermaßen der erste Flexibus“, sagt Brandner. Sein Urgroßvater sei es gewesen, der den mutigen Schritt von der Pferdekutsche zum Verbrennungsmotor gewagt habe. Zum Ende des Jahres 2019 stehe er selbst nun als Chef der Omnibus Bettighofer GmbH vor einem ähnlich großen Schritt: Am Mittwochmorgen hat er den ersten zu 100 Prozent elektrisch betriebenen Stadtbus in Günzburg in Betrieb genommen. Der Freistaat Bayern unterstützt die Anschaffung mit über 80 000 Euro.

Elektromobilität im Landkreis: Hier gibt es bereits Ladesäulen

Ist die Elektromobilität die Antriebsart der Zukunft? Auch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig will sich auf eine Antwort nicht festlegen. „Die Mobilität der Zukunft wird vielschichtig sein – wie genau sie aussehen wird, können wir jetzt noch nicht sagen. Fest steht nur: Sie wird anders sein, als wir das gewohnt sind.“ Für den Bereich der Elektromobilität hat die Stadt Günzburg jedenfalls bereits einiges getan: 17 Ladestationen mit 32 Ladepunkten gibt es im Stadtgebiet für E-Autos.

Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart freute sich über das unternehmerische Wagnis der Firma BBS mit Unternehmer Josef Brandner und übergab einen symbolischen Förderbescheid. Anschließend unternahmen die anwesenden Poilitiker, Stadträte, Mitarbeiter von Landratsamt und Stadtverwaltung sowie die Pressevertreter eine kleine Rundfahrt mit dem nahezu geräuschlosen Bus.
Bild: Bernhard Weizenegger

„Wir merken, dass alleine das Vorhandensein dieses Angebots für viele ein Anreiz ist, die eigene Mobilität neu zu definieren“, so Jauernig. Wie wichtig dieses Thema ist, machte auch Landrat Hubert Hafner in seiner Ansprache deutlich: „Die Mobilität der Bewohner im Landkreis trägt wesentlich zur Zufriedenheit bei.“

Wie Elektro-mobil ist der Landkreis Günzburg?

Der elektrisch fahrende Stadtbus wird allerdings nicht an den öffentlichen Ladesäulen, sondern im Depot von BBS aufgeladen – etwa zwei Stunden dauert es, bis die Batterie 80 Prozent erreicht hat. Solarzellen auf dem Dach des Fahrzeugs vergrößern die Reichweite, die nach Angaben des österreichischen Herstellers K-Bus Kutsenits zwischen 110 und 150 Kilometern liegt – je nach Außentemperatur. Einen Vorteil sehen die Beteiligten auch in der Größe des Fahrzeugs: Der Kleinbus ist deutlich wendiger als die bisherigen großen Verbrenner-Modelle, die im Stadtbusverkehr unterwegs sind.

Die erste Testfahrt mit dem neuen Mobil, einmal über den Günzburger Marktplatz, zeigt auch: Das Fahrzeug stößt nicht nur keine Abgase aus, es verursacht auch kaum Geräusche. Das macht die Elektromobilität vor allem im Stadtverkehr zukunftsfähig, findet Bayerns Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart.

Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart freut sich darüber, dass der Günzburger Stadtbus jetzt in die Elektromobilität eingestiegen ist. Er war einer der ersten, die das neue Fahrzeug testen durften.
Bild: Bernhard Weizenegger

„Wir haben damit nicht nur ein Modell, das umweltschonend ist, sondern auch den Lärm reduziert. Gerade in den Städten ist das ein Pluspunkt.“ Reichhart lobte den mutigen Schritt des Unternehmens, in die teurere Elektrovariante zu investieren. Als Zuschuss zu der 210 000 Euro teuren Anschaffung bekommt die Firma Omnibus Bettighofer GmbH & Co KG gut 81 000 Euro vom Freistaat Bayern, der damit den klimafreundlichen öffentlichen Nahverkehr unterstützen möchte. Der Ticketpreis für den Stadtbus wird sich übrigens nach Angaben von Josef Brandner durch die Anschaffung des neuen E-Busses nicht erhöhen.

Mobilitätsdrehscheibe Günzburg braucht auch den Fernhalt

Da der neue Stadtbus von der Mobilitätsdrehscheibe am Günzburger Bahnhof aus startete, lag natürlich für die Vertreter der Kommunalpolitik auch das derzeit diskutierte Thema des Fernhalts in Günzburg nahe. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig vergaß deshalb nicht, den Minister erneut auf die Dringlichkeit anzusprechen: „Eine Mobilitätsdrehscheibe wie diese macht nur Sinn, wenn sie sich auch als Fernverkehrshalt drehen kann.“

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