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Schule

26.07.2016

Der Kapitän verlässt das „Schulschiff“

Die Schülersprecher Leo Reinhard, Anita Ehlert und Eva Reitenauer vom Wettenhauser St. Thomas-Gymnasium übergeben ihrem scheidenden Direktor Albert Reile im Kaisersaal des Klosters ein Geschenk für die künftigen Radtouren im Ruhestand.
Bild: Wolfgang Kahler

Das Gymnasium St. Thomas in Wettenhausen verabschiedet seinen Rektor Albert Reile

Endlich hat Albert Reile mehr Zeit. Zum Beispiel fürs Radeln. Oder eine Tour mit einem Schiff auf der legendären Hurtigroute in Norwegen. Als Kapitän des „Schulschiffes“ St. Thomas wurde der Direktor des Wettenhauser Gymnasiums anlässlich seiner Verabschiedung im Kloster bezeichnet.

Diesen Vergleich zog Peter Kempf von der Regierung von Schwaben gestern heran. Der Schulleiter müsse wie ein Kapitän das Schiff in Balance halten. Reile empfand das Bild des Schiffes als durchaus nachvollziehbar: „Der Kapitän ist ein wichtiger Punkt“, sagte der Pädagoge, „aber selbst ohne ihn muss ein Schiff laufen“. Aber dafür brauche man gute Stellvertreter und Mitarbeiter. „Schule kann nur gemeinsam gelingen“, so Reile. Sein Anliegen war immer die gute Zusammenarbeit von Schule und Kloster, sagte er in seiner letzten Rede im Kaisersaal. Die Schule sehe er als Gesamtmannschaft, sie gelinge nicht wegen des Chefs, sondern wegen des Teams.

Reile sprach einige Punkte an, die ihm besonders wichtig seien: Die 2017 anstehende Entscheidung über das achtstufige Gymnasium und die Mittelschule plus sollte an allen Schulen umgesetzt werden, die kleineren und mittleren dürften nicht außen vor bleiben. An die Landkreise Augsburg und Günzburg appellierte er, dass die Schülerbeförderung optimiert werden könne. Am St. Thomas-Gymnasium könne der Unterricht wegen der Busverbindung beispielsweise erst um 8.10 Uhr beginnen und müsste in der sechsten Stunde früher enden.

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Das Ende der Schulzeit von Direktor Reile verglich Peter Kosak, Schulwerksdirektor der Diözese Augsburg mit der Nachspielzeit bei einem Fußballmatch. Für Reile, einen Weggefährten „auf den manchmal verwinkelten Pfaden der bayerischen Schulpolitik“ sei heute der Abpfiff, während er, Kosak, selbst noch in die Verlängerung gehe. Er charakterisierte den Direktor mit einigen Schülerbeschreibungen, wie „er ist immer gut gelaunt“ und „er ist immer sehr geduldig mit uns“. Als Pädagogen, der nicht nur den Unterricht, sondern auch für die Organisation der Schule als persönliche Herausforderung annahm, bezeichnete Landrat Hubert Hafner den Direktor. Schwester Amanda, Priorin des Dominikanerinnen-Klosters hob hervor, dass die vergangenen neun Jahre mit Reile eine schöne Zeit, geprägt von Achtung und Wohlwollen, gewesen wären.

Reile lasse am Gymnasium nicht nur viele Schüler zurück, sondern auch Kollegen, die durch die pädagogische Zielsetzung des Direktors geprägt worden seien: „Sie waren ein Glücksfall fürs Gymnasium“, sagte Markus Keck vom Elternbeirat. Für die Mitarbeitervertretung bezeichnete Werner Striegel die „Reise“ des St. Thomas-Schiffes als ungezwungene Fahrt mit Reile als Käpt’n.

Die Buchung des Dampfers für langjährige Ausflüge beweise die Beliebtheit dieser Tour, betonte Striegel, dafür danke ihm die Besatzung. Für alle Anliegen des Förderkreises des Gymnasiums habe Direktor Reile immer ein offenes Ohr gehabt, unterstrich Vorsitzende Elke Hamberger. Die Schülersprecher Anita Ehlert, Eva Reitenauer und Leo Reinhard lobten den Direktor, dass er den Unterricht mit seiner Art aufgelockert habe.

Dem Festakt im Kaisersaal war ein Gottesdienst, zelebriert von den Geistlichen Johannes Rauch und Pater Jonas, in der Klosterkirche vorausgegangen. (wk)

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