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Dialogforum

30.01.2015

Der Kreis will Bildungsregion werden

Wo steht der Landkreis Günzburg, was braucht er noch, um Bildungsregion zu werden? Dazu nahmen im Rahmen eines Podiumsgesprächs beim ersten Dialogforum (von links) Barbara Hellenthal, Robert Strobel, Johanna Herold, Ulrike Ufken und Birgit Maitz Stellung. Moderator war Ralf Schmidt.
Bild: Irmgard Lorenz

Das regionale Konzept soll Defizite erkennen und Impulse geben. Ministerialdirigent Stefan Graf sagt: Pfiffige Ideen entstehen nicht am Schreibtisch

Zwei Drittel der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern sind schon dabei, jetzt will auch der Landkreis Günzburg auf den Zug aufspringen und Bildungsregion werden. Beim ersten Dialogforum wurde in der Burtenbacher Burggrafenhalle das Projekt vorgestellt, das vor allem die Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche verbessern und vernetzen soll.

Wer daran mitarbeiten will, konnte sich für einen der sechs Arbeitskreise eintragen. Viele Schritte sind nötig bis zur Zertifizierung als Bildungsregion. Aber auch dann ist die Arbeit noch nicht getan: „Es geht nicht darum, dass man irgendwann ein Schildle hat“, sagte der Ministerialbeauftragte Hubert Lepperdinger, schließlich sollen die Impulse und Ideen umgesetzt und langfristig weiterentwickelt werden.

Die Basis sei gut, sagte Landrat Hubert Hafner am Mittwoch vor über 250 Gästen, der Landkreis Günzburg habe schon jetzt ein vielfältiges Bildungsangebot. Jetzt soll ein regionales Konzept entwickelt werden. Am Anfang des Weges zur zertifizierten Bildungsregion stehen eine Bestandsaufnahme und die Frage, was zusätzlich zum vorhandenen Angebot benötigt wird oder wünschenswert wäre.

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Anders als bei Klassenarbeiten ist Abschreiben hier erlaubt

Einrichtungen und Akteure, die vor Ort für Bildung und Erziehung zuständig sind, sollen Defizite erkennen, Impulse geben und Unterstützungsangebote vermitteln. Dabei geht es, das machten Hafner und die anderen Redner deutlich, nicht um ein Strohfeuer, sondern um nachhaltige Ergebnisse, mit denen vor allem die individuelle Förderung junger Menschen zwischen Kindergarten und Hochschule ausgebaut werden soll.

Das viel gebrauchte Schlagwort „Bildung“ soll dabei keineswegs auf schulische Einrichtungen beschränkt bleiben, denn neben den Schulen brauche es dafür, so Ministerialdirigent Stefan Graf, vielfältige Partner. In der Praxis gebe es viele pfiffige Ideen, die so an Schreibtischen nie entstanden wären, sagte der Ministerialdirigent, „wir wollen, dass gute Ideen weiter transportiert werden“, im Gegensatz zu Klassenarbeiten sei „Abschreiben“ hier also durchaus erlaubt und erwünscht.

Mit dem Abschreiben allein will sich der Landkreis Günzburg aber nicht begnügen. Er fügt zu den üblichen fünf Säulen noch eine weitere hinzu, die an die schon bestehende Arbeit im Rahmen des Familienbildungskonzeptes anknüpfen soll. Üblicherweise stützt sich die Bildungsinitiative, die vor zwei Jahren vom Kultusministerium ins Leben gerufen worden ist, auf fünf Säulen, zu denen in Burtenbach beim ersten Dialogforum jeweils ein Arbeitskreis gebildet worden ist (siehe nebenstehenden Artikel).

„Familien stärken – Familienbildung im Landkreis Günzburg“, so heißt die Spezialität des Landkreises Günzburg, der sechste Arbeitskreis, den der Burtenbacher Bürgermeister Roland Kempfle leiten wird. Kempfle sieht diesen Bereich in der Familien- und Kinderregion als verbindendes „Dach“ über den anderen Themenkreisen. „Wir sind sozusagen eine liegende Säule“, sagte er. „Ganz außerordentlich gut“ fand Lepperdinger die Idee für diesen sechsten Arbeitskreis, denn: „Familien sind von ganz besonderer Bedeutung.“ Er appellierte überdies an die Zuhörer, Schulen nicht in erster Linie als Kostenverursacher, sondern vielmehr als wichtige Standortfaktoren zu betrachten.

Der Ministerialbeauftragte empfahl allen Interessierten in der faschingsbunt geschmückten Burggrafenhalle, das Anliegen Bildungsregion „nicht mit tierischem Ernst“ zu betreiben: „Schule und Humor, Bildung und Lachen“ gehören zusammen, sagte Hubert Lepperdinger und wünschte allen Beteiligten neben Begeisterung auch die nötige Ausdauer.

Das Zertifikat Bildungsregion sei „wie ein Führerschein“, es ermöglicht die Fahrt auf den weiteren Wegen in eine regional gut aufgestellte Bildungslandschaft.

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