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Futsal

12.01.2020

Der SC Bubesheim und das Ehrenamts-Gen

Gut gelaunt auf der Tribüne: Auch aktive Fußballer aus den Mannschaften des SC Bubesheim engagierten sich beim Futsal-Turnier. Zu ihnen zählte Francois Akpaloo (rechts), Angreifer im Bezirksliga-Team.
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Gut gelaunt auf der Tribüne: Auch aktive Fußballer aus den Mannschaften des SC Bubesheim engagierten sich beim Futsal-Turnier. Zu ihnen zählte Francois Akpaloo (rechts), Angreifer im Bezirksliga-Team.
Bild: Ernst Mayer

Beim Turnier um die schwäbische Meisterschaft bietet der Dorfverein 80 Freiwillige auf. Für die Helfer ist es eine Selbstverständlichkeit, in Günzburg dabei zu sein.

Ob sie an der Kuchentheke oder an der Tageskasse beschäftigt, ob sie als Ordner auf der Tribüne oder als Semmel-Beleger tätig waren: Überall begegneten den Besuchern der 41. schwäbischen Hallenfußball-Meisterschaft in Günzburg freundliche Gesichter. Der lokale Gastgeber SC Bubesheim hatte ungefähr 80 Freiwillige aufgeboten, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Das gelang vorzüglich – wieder einmal. Und so selbstverständlich es für die meisten Zeitgenossen auch sein mag, dass irgendwo irgendjemand irgendetwas leistet, um eine Sportveranstaltung zu einem erlebenswerten Tag zu machen, so selbstverständlich ist genau das natürlich nicht. SCB-Abteilungsleiter Karl Dirr weiß das und deshalb beinhalteten seine an alle Freiwilligen gerichteten Worte des Dankes auch die Formulierung: „Bei uns spielt es gottlob keine Rolle, ob es Junioren oder Erwachsene sind, Papas oder Mamas, Funktionäre oder Fußballer – jeder stellt bei solchen Großereignissen seine Arbeitskraft dem Verein zur Verfügung, egal in welcher Funktion.“

Francois Akpaloo: "Geben und Nehmen"

Im Fall von Francois Akpaloo war es der Ordner-Dienst auf einem Abschnitt der Tribüne. Mit den Zuschauern hatte der Angreifer des Fußball-Bezirksligisten überhaupt keine Probleme. „Alles ruhig“, schilderte der 27-Jährige seine Erfahrungen. Auf die Frage, warum er aus Augsburg extra nach Günzburg kommt und einen ganzen Samstag in der Halle verbringt, zitierte der gebürtige Togolese mit überaus fröhlicher Miene einen Lieblingsspruch seines Spartenchefs: „Geben und Nehmen.“

Übrigens: Der seit Anfang Oktober an einer Leistenverletzung leidende Akpaloo ist sehr zuversichtlich, dass er zu Beginn der Rückrunde wieder voll im Saft steht und anschließend die nötigen Treffer zum erhofften Saisonerfolg seiner Mannschaft erzielen kann.

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Ein Pfeiler im Organisationsteam des SC Bubesheim war Richard Schwarz. Der 55-Jährige engagiert sich bereits seit Jahrzehnten im Verein, ließ sogar einmal einen Spieler für drei Jahre bei sich wohnen. In der Rebayhalle kümmerte er sich um den Bereich Einlasskontrolle; ohne irgendwelche Probleme, wie er berichtete. „Es gab ein einziges ernsthaftes Gespräch mit einer Gruppe, aber die Leute waren alle anständig.“

"Mithelfen, dass der Verein Erfolg hat"

Schwarz philosophiert nicht lange über die Frage nach dem Warum. Dass er diesmal einen ganzen Samstag und darüber hinaus bei unzählbaren Gelegenheiten ehrenamtlich für den Verein unterwegs ist, alle Heim- und Auswärtsspiele der Fußballer besucht und diese oft genug in seinem Auto mitnimmt, ist für ihn nicht der Rede wert. Im Gespräch bemerkt er nur: „Ich mache das, weil ich mithelfen will, dass der Verein Erfolg hat“.

Was für ihn auf sportlicher Seite nichts anders bedeutet, als demnächst endlich wieder in einer höheren Spielklasse anzutreten. Für dieses Unternehmen ist Schwarz zuversichtlich. „Es muss diesmal eigentlich nach oben gehen mit dieser Mannschaft.“

Ebenfalls den ganzen Tag nicht nur dabei, sondern sogar mitten im Blickfeld des Publikums befand sich Tim Gehring. Der 16-Jährige war in der Turnierleitung als Zeitnehmer eingeteilt. „Wir machen das immer freiwillig und immer gern“, betonte der Schüler des Dossenberger-Gymnasiums. Von einem „verlorenen“ Tag könne in seinem Fall überhaupt keine Rede sein, bekräftigte der Jugendliche zusätzlich. „Es macht Spaß und ich würde mir das Futsal-Turnier auch anschauen, wenn ich nicht helfen würde.“

Diese Worte hörte Karl Dirr, der zufällig hinzukam. Er klopfte dem jungen Mann auf die Schultern und sagte anerkennend: „Das sind Leute, wie wir sie brauchen.“

Karl Dirr ist "stolz auf diese Mannschaft"

Ohne Vereinsfreunde, auf die er immer zählen kann, sei eine derartige Veranstaltung schlicht nicht zu stemmen, führte der Bubesheimer Spitzenfunktionär aus. „In diesem Bereich sind wir toll durchorganisiert, alle sind dabei. Ich bin stolz auf diese Mannschaft“, sagte Dirr. Als i-Tüpfelchen empfindet er, dass wirklich alle bemüht seien, ihre Tätigkeit nicht nur abzuwickeln. „Wir wollen der Perfektion in organisatorischen Dingen möglichst nahekommen. Es wird immer mal kleine Dinge geben, die nicht funktionieren, aber wenn man dieses Gen hat, ist schon viel gewonnen.“

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