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Handel

04.01.2019

Die Burgauer Buchhandlung Pfob hat eine neue Chefin

Irene Thurn (links) hat die Buchhandlung Pfob in Burgau von Waltraud Pfob übernommen.
Bild: Christian Kirstges

Irene Thurn führt den bekannten Laden im Zentrum der Stadt weiter. Sie hat bereits einen in Krumbach. Was sie jetzt plant.

Waltraud Pfob ist seit 51 Jahren im Beruf, 31 davon in Burgau. Seit 20 Jahren führte sie ihre Buchhandlung an der Mühlstraße, davor an der Stadtstraße. Nun hat sie ihr Lebenswerk in andere Hände gegeben: Zum 1. Januar hat Irene Thurn das Geschäft übernommen. Die 54-Jährige führte bereits 2002 die Buchhandlung Nitschke in Krumbach fort und zog damit 2012 in neue Räume. Pfob, 67, hatte sich aus Altersgründen entschlossen, die Verantwortung für ihren Laden abzugeben. Als ein Kundenbetreuer eines Großhändlers Thurn und sie gewissermaßen zusammenbrachte, stimmte beim ersten Treffen im vergangenen September auf beiden Seiten sofort die Chemie, erzählt sie.

Der Krumbacher Geschäftsfrau sagten sofort die Räume im Burgauer Zentrum zu. Nach einer längeren Wanderung auf dem Jakobsweg, während der ihre Mitarbeiter ihr Geschäft gut geführt hätten, habe sie sich zur Übernahme entschlossen. In der Branche begonnen hatte die gelernte Bürokauffrau mit ihrem damaligen Mann vor 28 Jahren in Mindelheim im eigenen Laden.

Der Fokus soll im Geschäft wieder mehr auf Büchern liegen

120 Quadratmeter groß ist die Buchhandlung in Burgau und hat vier Verkaufsräume. Bislang dominieren im vorderen Bereich Schreibwaren, was Thurn ändern will. Der Fokus soll wieder mehr auf Büchern liegen, zumal die Konkurrenz im anderen Bereich durch die Discounter und das Internet groß sei.

Das ist zwar auch im reinen Buchhandel der größte „Gegner“, aber die Buchpreisbindung helfe noch – und sowohl Thurn als auch Pfob haben den Eindruck, dass die Menschen es wieder mehr zu schätzen wissen, im stationären Handel einfach stöbern und etwas in die Hand nehmen zu können sowie beraten zu werden. Elektronische Lesegeräte hätten sich auch nicht so entwickelt, wie man es gedacht habe – „das ist nicht der wahre Lesegenuss“, sagt die 54-Jährige. Man verschließe sich dem Digitalen aber nicht: Über die Internetseite können Kunden Ware bestellen und im Laden abholen.

Bekannte Autoren sollen in die Stadt geholt werden

Thurn sieht es durchaus auch als ihre Aufgabe, gerade der übermäßigen Handynutzung der Menschen etwas entgegenzusetzen, denn sie bringe Probleme wie Konzentrationsstörungen mit sich. Sie will die Buchhandlung weiterentwickeln und, wie es bereits Waltraud Pfob getan hat, nach außen präsentieren. Kulturamtsleiter Stefan Siemons habe sie bereits kennengelernt und könne sich vorstellen, mit ihm bekannte Autoren für Lesungen in die Stadt zu holen. Der Name des Geschäfts wird übrigens bleiben, da er bestens bekannt sei. Thurn wird ihren Namen aber quasi im Untertitel ergänzen.

Zudem wird die GmbH, die Pfobs Tochter Sabine Feil führte, aufgelöst und in eine Einzelfirma umgewandelt. Die sechs Mitarbeiter werden weiterbeschäftigt, Pfob bleibt den Kunden zumindest auf Halbtagsbasis erhalten. Ansonsten will sie sich stärker ihren Ehrenämtern und ihrem Hobby, der Schönschrift, widmen. Dass ihr Geschäft inhabergeführt bleibt, ist ihr wichtig, dem hätte sie in jedem Fall einer Übernahme durch eine Kette den Vorzug gegeben. „Das Menschliche soll weiter im Vordergrund stehen.“

Das Weihnachtsgeschäft ist sehr gut gelaufen

Auch wenn ein sinkendes Interesse am Lesen bei Kindern und Jugendlichen zu beklagen sei, so spielten Bücher für sie doch weiter eine große Rolle – und auch historische Romane über das 19. und 20. Jahrhundert, gerade aus der Sicht der Frauen, seien derzeit sehr gefragt. Unter anderem den Bereich der Reiseführer will Thurn noch ausbauen. Da auch das Weihnachtsgeschäft in beiden Läden sehr gut gelaufen sei, sind Pfob und Thurn guter Dinge für den stationären Buchhandel – gerade auch in Burgau, wenn die neue Nutzung des früheren Zimmermann-Areals mehr Laufkundschaft bringe.

Lesen Sie hier den Kommentar von Christian Kirstges: "Buchladen mit Zukunft: Gute Nachricht für Burgau"

Und lesen Sie hier über ein Geschäft, für das es keine Zukunft gibt.

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