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Zusmarshausen/Landkreis Günzburg

28.09.2016

Die Geheimsache Kuno kommt ans Licht

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2 Bilder
Blick ins Waldwerk, aufgenommen von US-Soldaten im April 1945: Über den beiden intakt aussehenden Me 262-Maschinen hängt die üppige Tarnung.
Bild: US National Archives and Record

Ein 150-seitiges Magazin dokumentiert die Suche nach Hitlers Rüstungsschmiede im Wald und enthüllt bislang unbekannte Details. Auch eine Ausstellung widmet sich dem Thema.

Die Spurensuche hinterlässt Spuren: Ab 8. Oktober ist offiziell ein 150-seitiges Magazin über das geheime Waldwerk Kuno bei Zusmarshausen und andere Rüstungsanlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Region erhältlich. Herausgeber ist die Presse-Druck-Verlags-GmbH, in der auch die Augsburger Allgemeine mit ihren Heimatausgaben wie der Günzburger Zeitung erscheint.

Wer die Spurensuche vertiefen will: Am übernächsten Freitag, 7. Oktober, eröffnet eine Sonderausstellung über die „Geheimsache Kuno“ im Zusmarshauser Heimatmuseum. Gezeigt werden unter anderem Fundstücke aus dem Werk. Dazu gibt es bis in den Dezember ein umfangreiches Begleitprogramm.

Verschiedene Experten befassen sich in Kurzvorträgen im Heimatmuseum mit dem Thema Rüstung und Zwangsarbeit. Historiker Wolfgang Kucera aus Augsburg spricht beispielsweise über die Arbeit von KZ-Häftlingen für Messerschmitt in Nordschwaben. Kreisheimatpflegerin Claudia Ried geht auf die Ereignisse in der „Blechschmiede“ Horgau ein, die auch Thema im neuen Magazin ist. Auf 150 Seiten wird nicht nur zusammengefasst, was im Geheimwerk Kuno passiert ist. Auch das KZ Gablingen und das Paraxolwerk bei Welden sind ein Thema. Dazu gibt es viele bislang unveröffentlichte Bilder.

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Ein Luftbild des KZ Burgau ist zu sehen

Erstmals zu sehen ist beispielsweise ein Luftbild, auf dem das KZ Burgau zu erkennen ist. Nicht nur die Baracken heben sich deutlich ab, sondern auch die Laufwege zwischen den Unterkünften, in denen 1000 kranke und erschöpfte jüdische Frauen untergebracht waren.

Im ansprechend aufbereiteten Magazin kommen auch neue Details ans Licht: Beispielsweise geht aus einem Schreiben der Organisation Todt – sie war für „kriegswichtige“ Baumaßnahmen verantwortlich –hervor, das im Kuno-Wald ein weiteres KZ errichtet werden sollte.

Bislang bekannt war lediglich, dass in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs die„Wunderwaffe“ versteckt im Scheppacher Forst gebaut wurde – die Me 262, der erste serienreife Düsenjäger der Welt.

Fundstücke werden zu sehen sein

Erhalten sind verschiedene Fundstücke, die in der Kuno-Sonderschau gezeigt werden. Unter anderem eine mobile Treppe, mit der die Arbeiter zum Cockpit gelangten. Das Museumsteam um Leiter Andreas Decke und Hans-Peter Englbrecht haben eine Ausstellung zusammengestellt, die aktiv erkundet werden will: Neben vielen Schautafeln gibt es Schubladen, Gucklöcher oder Klappen.

Wer will, kann das Thema auch in einer Leseecke vertiefen und aus Augenzeugenberichten erfahren, wie man sich die Schicksalsorte Scheppacher Forst und KZ Burgau vorstellen muss.

Ein Dreivierteljahr Vorbereitung steckt in der Ausstellung, die von 9. Oktober bis 27. November sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung zu sehen ist. Bürgermeister Bernhard Uhl ist begeistert: „ Historisches Weltgeschehen trifft auf Heimatgeschichte. Nicht nur Daten und Fakten werden dokumentiert, sondern es werden interessante und ergreifende Einzelschicksale aufgearbeitet. Es werden Einblicke in das Leben der Zwangsarbeiter, aber auch der zivilen Bevölkerung während des Zweiten Weltkrieges gewährt. Und das alles steht nicht nur theoretisch in Geschichtsbüchern, sondern ist greifbar und in unserer unmittelbaren Umgebung geschehen.“

Diese Veranstaltungen finden im Heimatmuseum Zusmarshausen statt

Sonntag, 9. Oktober Wolfgang Kucera, Historiker Augsburg: Die Arbeit von KZ-Häftlingen für Messerschmitt in Nordschwaben, 15 Uhr im Heimatmuseum. Sonntag, 16. Oktober Marie-Kristin Ehegartner: Kuno II als Studienobjekt und Einblicke in die moderne Archäologie. 15 Uhr im Heimatmuseum. Sonntag, 30. Oktober Hans-Peter Englbrecht: Führung durch den Kuno-Wald. Treffpunkt 10 Uhr im Museums-Hof. Sonntag, 6. November Martina Wenni-Auinger, Stadtarchiv Burgau, und Hans-Peter Englbrecht: Gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung und anschließend Gespräch über das KZ Burgau: 15 Uhr im Heimatmuseum. Sonntag, 13. November Claudia Ried, Kreisheimatpflegerin: Die Blechschmiede Horgau. 15 Uhr im Heimatmuseum. Sonntag, 27. November Das Lager IV Weingut Kaufering, Tarnname Weingut II – Bedeutung und Entwicklung der Gedenkstätte. 15 Uhr im Heimatmuseum. Sonntag, 11. Dezember Dr. Alois Epple, Buchautor (KZ Türkheim): Was ist im KZ Türkheim passiert? 15 Uhr im Heimatmuseum.

Hier ist das Magazin erhältlich

Das Magazin erscheint offiziell am 8. Oktober. Erhältlich ist es bei allen Servicepartnern der Augsburger Allgemeinen sowie bei den Buchhandlungen Thalia, Pustet und Hugendubel in Augsburg und bei Wintergerst & Höhn in Augsburg (Hauptbahnhof und Bahnhof Oberhausen sowie Günzburg) und bei der Buchhandlung „Mein Buchladen“ in Zusmarshausen. Wer will, kann das neue Magazin auch im Onlineshop beziehen, außerdem gibt es eine kostenlose Bestellhotline unter Telefon 0821/777-4444. Der Regulärpreis beträgt 9,95 Euro. Mit einem Coupon zum Ausschneiden in der Heimatausgabe gibt es einen Rabatt von zwei Euro. (AL)

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