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Günzburg

24.11.2018

Die Liebe zur Musik geht auch in Günzburg durch den Magen

Bei einem Lied über die Märkte der Provence präsentierte Catherine Le Ray dem Publikum in Konzertsaal der Günzburger Musikschule die dazu passenden Lebensmittel, im Hintergrund der Pianist Philippe Mira.
Bild: Martin Gah

Die französische Sängerin Catherine Le Ray tischt dem Publikum in Günzburg nicht nur musikalische Leckerbissen auf. Wie dieser besondere Abend zustande kam.

Catherine Le Ray gastierte im Konzertsaal der Musikschule Günzburg. Sie tourt mit Programmen zum französischen Chanson durch Europa. Zwischen langsamem Walzer, Swing und Bossa Nova bewegt sich ein Lied von Bécaud, das den Märkten der Provence gewidmet ist. Das französische Vokabular des Publikums frischt Le Ray auf amüsante Weise auf, indem sie dabei die entsprechenden Lebensmittel des Textes aus einem Korb holt, zum Beispiel Fisch, Oliven, Schalotten und natürlich Kräuter. Ähnlich verfährt sie bei einem Lied über die Bouillabaisse, dessen Melodie an Karl Valentins Rezept zum komischen Salat erinnert.

Ein Mann aus dem Publikum kommt auf die Bühne

Zur „Zubereitung“ der Fischsuppe holt sie einen Mann aus dem Publikum auf die Bühne, mit dem sie den Refrain singt. Auch die korrekte Tanzart des französischen Musette-Walzers erklärt sie, indem sie Personen aus dem Publikum auf die Bühne holt. Zunächst erkundigt sie sich nach einer Dame, die gut tanzen kann. Als diese gefunden ist, lässt Le Ray sie einen Mann aussuchen. Die Dame wählt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Dann erklärt Le Ray die Schritte: „Zuerst sich gegenseitig die Hände auf den Popo legen, dann die Hüften schwingen“. Die beiden Tänzer machen dabei keine schlechte Figur.

Melancholisch wird es mit einem Stück von Edith Piaf, begraben in Paris, die in Südfrankreich starb, was lange geheim gehalten wurde. „La Foule“ handelt von einem Paar, das sich im Karneval ineinander verliebt, sich aber in der Menge verliert. Hier zeigt sich Le Ray getrieben von Sehnsucht. Anschließend wird sie wieder feurig beim Vortrag eines korsischen Tangos, dessen Text teils Französisch und teils Spanisch ist.

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Die musikalischen Begleiter müssen sich übrigens nicht hinter der Sängerin verstecken. Philippe Mallard am Akkordeon und Philippe Mira am Piano geben ihr bei beschwingten Nummern ein solides rhythmisches Fundament, bei Balladen lassen sie zärtlich die Töne träufeln.

Dem Publikum im Günzburger Raum soll französische Kultur vermittelt werden

Das Konzert in der Günzburger Musikschule findet unter der Schirmherrschaft des Partnerschaftskomitees Günzburg-Lannion statt. Dessen Sprecherin Lydia Wagner und Catherine Le Ray kennen sich schon einige Jahre. Denn seit der Gründung des Komitees vor 37 Jahren versuchen dessen Mitglieder immer wieder, dem Publikum im Günzburger Raum französische Kultur zu vermitteln. Im Jahr 2013 gab das Jubiläum 50 Jahre Élyséevertrag den Anlass, ein Konzert von Catherine Le Ray in der Aula des Maria Ward Gymnasiums zu organisieren. Damals standen Pariser Lieder auf dem Programm.

Im vergangenen Jahr vereinbarten Le Ray und Wagner ein neues Konzert in Günzburg. Genaueres wurde dann bei der Komitee-Fahrt im vergangenen August besprochen, als die Günzburger nach Lannion fuhren.

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