1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Die Mahnung zum Frieden bleibt auch nach 100 Jahren

Jubiläum

22.05.2019

Die Mahnung zum Frieden bleibt auch nach 100 Jahren

Einen bewegenden Gedenkgottesdienst gab es zum 100-jährigen Bestehen des Krieger- und Soldatenverein Ellzee. Dabei wurde das Geschenk von über 70 Jahren, die wir bereits in Frieden leben dürfen, deutlich. Foto: Emil Neuhäusler

Der Krieger-, Soldaten- und Kameradschaftsverein Ellzee feierte einen runden Geburtstag

Der Krieger-, Soldaten- und Kameradschaftsverein Ellzee feierte unter großer Beteiligung der Bevölkerung sein 100-jähriges Bestehen. Nur wenn eine Gemeinschaft geprägt sei von Kameradschaft und Freundschaft, resümierte Landrat Hubert Hafner in seinem Grußwort, könne sie viele Jahre überdauern. Aus dieser Gesinnung sei sicher auch die Kraft für die vielfältigen Aufgaben erwachsen, die der Verein im Laufe der Jahrzehnte übernahm und für die er in der Feierstunde im Sportheim gewürdigt wurde. Musikalischer Pate des Jubiläumsvereins war die Spielgemeinschaft Ellzee-Ichenhausen unter Leitung von Stephan Kempfle, die den Festtag mitgestaltete.

Den Gedenkgottesdienst auf dem neuen Friedhof stellte Pater Jonas Schreyer unter das Thema aus der Offenbarung des Johannes: „Seht, ich mache alles neu, spricht Gott unser Herr!“ Nach dem Ersten Weltkrieg schien 1919, das Gründungsjahr des Krieger-, Soldaten- und Kameradschaftsvereins Ellzee, ein Wendepunkt der deutschen und europäischen Geschichte zu sein. Doch es begann nur 20 Jahre später der Zweite Weltkrieg. Nach über 70 Jahren des Lebens in Frieden habe es die Erfahrung gegeben, „dass wir mit Mut, Hoffnung und Gottvertrauen in die Zukunft schauen sollen, in dem Wissen, dass Gott uns immer wieder die Chance für ein neues, besseres Leben ermöglicht“.

In der anschließend am Ehrenmal für die verstorbenen Vereinsmitglieder und Kriegsopfer aus Ellzee stattfindende Gedenkfeier, liturgisch gestaltet von Diakon Nikolaus Felber, stand ebenfalls das Schriftwort „Gott schafft alles neu“ als Synonym für Hoffnung im Mittelpunkt. Vorsitzender Willibald Kempfle betonte in seiner Rede, dass die Erinnerung an die Vergangenheit kein überfälliges Ritual darstelle und appellierte vor allem an die Jugend, für Frieden, Freiheit, Menschenrechte und für die Verständigung unter den Völkern zu kämpfen. Das unsagbare Leid der beiden Weltkriege dürfe sich nicht wiederholen.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Einen würdigen Rahmen gaben dem Kirchenzug und dem Gedenkgottesdienst die etwa 15 Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und der benachbarten Soldatenvereine. Ihnen galt der erste Dank Kempfles beim anschließenden Festakt im Sportheim. Ein Geldgeschenk wollte Bürgermeister Karl Schlosser als äußeres Zeichen der Anerkennung für die Verdienste des Vereins wissen. Er erinnerte an die Gestaltung der Gedenkfeiern am Volkstrauertag und an die Teilnahme des Vereins an vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen in der Gemeinde. Genauso zollte er Anerkennung für Organisation und Durchführung des Jubiläumsfestes.

Landrat Hubert Hafner stellte in den Vordergrund, dass sich der Verein seit 100 Jahren um Menschen, die nach den Kriegen in ihre Heimat zurückgekehrt sind, kümmert. Die Vereinsmitglieder seien für die Rückkehrer da gewesen und hätten dazu beigetragen, dass sich die Menschen wieder heimisch fühlen konnten. Der Landrat gedachte aber gleichzeitig der Flüchtlinge, die momentan ihre Heimat verloren haben. Diese hätten ebenso schreckliche Dinge erlebt und verdienten unsere Anteilnahme.

Ein sichtbares Zeichen von Frieden und Freiheit nannte der Vorsitzende der Soldaten- und Kameradschaftsvereine im Kreis Günzburg, Albert Dehm, den Jubiläumsverein. Kameradschaftsvereine seien nicht überholt oder überaltert, beteuerte er. In einer Zeit, in der in Europa und an dessen Grenzen Unzufriedenheit, Neid und Egoismus vorherrschen, seien sie mit ihrer Zielsetzung, dem Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit, aktueller und wichtiger denn je.

Abschließend eröffnete Willibald Kempfle eine Ausstellung zur Vereinschronik. Mit dem Zeitplan der Kriegseinsätze von Gabriel Bisle sowie dem Erinnern an das Leid, das eine Familie aus Ellzee im Ersten Weltkrieg mit dem Tod von drei Söhnen erleiden musste, führte er vor Augen, dass der Krieg in jedes Dorf und jede Familie unsägliches Leid brachte. (neu)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren