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Günzburg

20.03.2017

Die ganze Pracht der schwäbischen Schützenwelt

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Salut schossen die Böllerschützen auf dem Marktplatz zu Ehren der Gäste ausganz Schwaben.
Bild: Sandra Kraus

Der Festumzug durch die Günzburger Altstadt ist der sehenswerte Höhepunkt der Zwei-Tage-Veranstaltung. Die Ehrengäste zeigen sich beeindruckt.

Einen prunkvollen 67. Schwäbischen Schützentag hat der Schützengau Günzburg-Land ausgerichtet. Kern eines schwäbischen Schützentags ist das Treffen aller Vorstandsteams aus den 22 schwäbischen Gauen, um über die Arbeit des Bezirksvorstands im vergangenen Jahr informiert zu werden. Doch eingebettet wurde diese Verbandsarbeit in eine gelungene Präsentation des Schützenwesens in all seinen Facetten. Der heimische Gauschützenmeister Otto Regele hatte die Veranstaltung zum ersten Mal nach über 40 Jahren wieder in den Gau Günzburg-Land geholt.

Schon am Samstag trafen sich die Mitglieder des Bezirksvorstands in der Donaustadt, lernten sich bei einer Stadtführung durch den Stadtarchivar und aktiven Sportschützen Walter Grabert kennen und genossen den Ausblick vom Stadtturm bei Weißwürsten und Brezen. Geschossen wurde beim Kameradschaftsabend im Günzburger Schießhaus. Gaudamenleiterin Birgit Seiler konnte es kaum glauben, dass sie den besten Glückstreffer gelandet hatte und sagte: „Ich habe das erste Mal aufgelegt, geschossen und gewinne gleich eine Scheibe.“

War der Kameradschaftsabend noch ganz leger und unaufgeregt, schwäbisch gewürzt mit Erzählungen von Humoristin Maria Breitinger aus Silheim, zeigte sich die Schützenwelt am regenfreien Sonntagmorgen in aller Pracht. Begleitet von den Blaskapellen aus Reisensburg und Wasserburg zogen die Fahnenabordnungen von zwölf Gaustandarten und 20 Vereinsfahnen aus dem Gau Günzburg-Land mit ihren Begleitern und Schützenkönigen durch die Altstadt in Richtung Frauenkirche. Pfarrer Heribert Singer gelang dort ein Festgottesdienst zum Thema Lebensziel, der bei den Schützen gut ankam, haben sie doch bei ihrem Sport ihr Ziel immer klar vor Augen.

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Donnernder Salut von den Böllerschützen

Für donnernden Salut sorgten gemeinschaftlich die Böllerschützen aus Hochwang, Unterknöringen und Waldkirch. Sie gehören ebenso zur Schützenfamilie wie die Blasrohrschützen. Wer von dieser neuen Disziplin noch nichts wusste, konnte sie im Forums-Foyer gleich ausprobieren. Einmal kräftig gepustet und schon flog der Pfeil in Richtung Ziel. Visiert wird über das Ende des über ein Meter langen Blasrohrs.

Im Saal genossen die Teilnehmer den traditionellen Einzug der Standarten, Fahnen und Schützenkönige. Jugendliche in Dirndl und Lederhose, Glücksschützen und Leistungssportler, Senioren im Schützenanzug wurden geeint durch die silbernen Königsketten.

Auch die Ehrengäste aus der Politik waren von der heiteren und positiven Stimmung beeindruckt. Günzburgs Bürgermeister Anton Gollmitzer, Landrat Hubert Hafner, Landtagsabgeordneter Alfred Sauter und Bundestagsabgeordneter Georg Nüßlein sprachen sich für die Schützensache aus. Applaus bekam Nüßlein für sein Versprechen, auch in der Waffenrechtsnovelle dafür zu sorgen, dass eine einzelne Patrone in Hosentasche oder Rucksack nicht gleich die Zuverlässigkeit der betreffenden Person infrage stellt und somit zum Verlust der waffenrechtlichen Erlaubnis führen kann.

Sie sonnten sich im Glanz von Olympia

Die Funktionäre aus Land und Bezirk sonnten sich im Glanz der Olympischen Spiele von Rio, die aus bayerischer Schützensicht zum besten Ergebnis aller Zeiten geführt hatten. In die Zukunft blickte Gerhard Furnier, stellvertretender Sportchef im Deutschen Schützenbund, als er sagte: „Wir müssen sehen, inwieweit grüne, also umweltbewusste Spiele, Auswirkungen auf die Schützen in Bezug auf Munition und Scheiben haben.“ Für 2020 sind die Freie Pistole und KK-Liegend aus dem Programm genommen. Den Fortbestand der Schießanlagen in Stadt und Land legte Landesschützenmeister Wolfgang Kink den Schwaben ans Herz. „Für Verein und internationalen Erfolg sind Schießstände nötig“, sagte er.

Entwarnung beim Abwärtstrend der Mitgliederzahlen gab es in der Rede von Bezirksschützenmeister Karl Schnell: „222 Schüler mehr ist spitze.“ Um 811 Schützen legte der schwäbische Verband im Jahr 2016 zu; er hat jetzt aktuell 84074 Mitglieder. 3106 von ihnen kommen aus dem Gau Krumbach, 3028 aus dem Gau Günzburg-Land und 1516 aus dem Gau Burgau.

Auch Ehrungen durften nicht fehlen

Kein Bezirksschützentag ohne Ehrungen. Aus dem Landkreis wurden der stellvertretende Bezirksschützenmeister Peter Weigelt aus Waldkirch (DSB Ehrenkreuz in Silber Stufe II), Burgaus stellvertretender Gauschützenmeister Erwin Stöffel (DSB Ehrenkreuz in Bronze Stufe III), Krumbachs Gau-Pistolenreferent Mathias Wick (BSSB Großes Ehrenzeichen in Silber) und Bleichens Schützenmeister Georg Kober (BSSB Große Ehrennadel) gewürdigt.

Mit Blumen und einem Geschenk verabschiedet wurde die bisherige schwäbische Luftpistole-Trainerin Elfriede Weigelt. Doch der Posten bleibt in Waldkirchener Hand: Schnell stellte Steffi Baur als Weigelts Nachfolgerin vor.

So gefiel es den Schützenmeistern

Wie bewerten die drei Gauschützenmeister aus dem Landkreis Günzburg den 67. Bezirksschützentag in Günzburg? Helmut Konrad, Gauschützenmeister aus Krumbach: „Sehr schön, angenehm und gut organisiert. Es waren extrem viele Fahnen aus dem Gastgeber-Gau da. Gut gemacht hat Pfarrer Singer den Gottesdienst. Eine runde Sache war der Kameradschaftsabend am Samstag mit viel Zeit für Gespräche, mit gutem Essen und humorvoller Unterhaltung. Ich freue mich auf 2019. Dann ist der Schützengau Krumbach als Ausrichter an der Reihe.“

Wolfgang Majewski, Gauschützenmeister Gau Burgau: „Am Überraschendsten war es, dass der Umzug trotz der schlechten Wetterprognose trocken war. Die Veranstaltung war gelungen, wie gewohnt, wenn der Gau Günzburg etwas organisiert. Ich habe mich wohlgefühlt. Leider ist es Fakt, dass außerhalb Bayerns bis in die EU der Schießsport ein Stiefkind der Politik ist und das Waffenrecht immer wieder verschärft werden soll.“

Otto Regele, Gauschützenmeister Gau Günzburg-Land: „Es war ein tolles Erlebnis – von der Teilnahme aller Gaue, dem Einspringen von Pfarrer Singer über die Böllerschützen bis hin zum tollen Gastro-Team im Forum. Von der Teilnehmerzahl her war es größer als erwartet. Die vielen Fahnen und Könige demonstrierten die Geschlossenheit der Vereine aus dem Gau Günzburg. Den Leuten hat es gefallen und das war unser Ziel.“

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