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Günzburg

16.11.2019

Diese Bürger haben die Stadt ein Stück schöner gemacht

Ihren Denkmalpreis hat die Stadt Günzburg zum dritten Mal vergeben. Ausgezeichnet wurden von Oberbürgermeister Gerhard Jauernig Hauseigentümer, die ihre Immobilien sach- und fachgerecht saniert und damit zum historischen Bild der Stadt beigetragen haben.
Foto: Greta Kaiser

Die Stadt Günzburg zeichnet zum dritten Mal Hausbesitzer für die vorbildliche Sanierung alter Bausubstanz aus. Damit haben die Preisträger überzeugt.

Ein Pfund, mit dem Günzburg wuchern kann, ist die historische Altstadt. Doch auch da gilt: Von nichts kommt nichts. Um das Stadtbild attraktiv zu halten und noch schöner zu gestalten, sind vor allem die Eigentümer der Häuser am Marktplatz und in den Seitengassen gefragt. Wenn es um die fachgerechte Sanierung alter Bausubstanz geht, müssen sie wollen und – das nicht zuletzt – finanziell auch können. Entsprechendes Engagement würdigt die Stadt Günzburg mit einem Denkmalpreis. Bei einer kleinen Feier im Rokokosaal des Heimatmuseums sind 14 Preise vergeben und zwei Anerkennungen ausgesprochen worden.

Ein Ziegelstein steht für den Denkmalpreis

Zum dritten Mal nach 2007 und 2012 ist der Denkmalpreis vergeben worden, wie Oberbürgermeister Gerhard Jauernig bei der Begrüßung der Geehrten erklärte. Eine Jury, bestehend unter anderem aus Stadtbaumeister Georg Dietze, Museumsleiter Raphael Gerhardt, Architekt und Stadtheimatpfleger Georg Linder sowie Stefan Baisch, Vorsitzender des Historischen Vereins, hat aus einer ganzen Reihe gelungener Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen die besten ausgewählt. Die 14 Preisträger erhielten einen gebrannten Ziegelstein mit der Aufschrift „Denkmalpreis 2019“. Der flache Stein kann gut sichtbar an den Außenwänden der Gebäude eingemauert werden.

Ein Wohn- und Geschäftshaus aus dem 19. Jahrhundert an der Augsburger Straße 21 hat Doreen Ziegler aufwendig saniert. Noch älter, nämlich Baujahr 1737, ist das ehemalige Haus des früheren Stadtpredigers in der Dominikus-Zimmermann-Straße 7. Dieses Gebäude von Florian Lammeyer stehe stellvertretend für eine Fülle von Häusern, die die Stadtgeschichte Günzburgs anschaulich machen, erläuterte der Museumsleiter. Es ist, wie auch die benachbarte Frauenkirche, nach dem verheerenden Stadtbrand von 1735 errichtet worden.

So viel Engagement würde sich die Stadt auch bei anderen wünschen

In der Eberlingasse 6 steht ein kleines Wohnhaus, dessen Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert reichen. Umfassend saniert haben es Susanne Sienel und Thomas Barner. Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Wohn- und Geschäftshaus an der Hofgasse 8, um dessen Erhalt hat sich Manfred Burghart verdient gemacht. In der Institutstraße 5 steht das aus dem 18. Jahrhundert stammende Wohn- und Geschäftshaus von Michaela Adlassnig. Ihr Engagement, betonte der Stadtbaumeister bei seiner Laudatio, würde man sich auch bei anderen Hauseignern in dieser Straße wünschen.

Das ehemalige Gasthaus Krone am Marktplatz 24 gehört der Münchner Firma Karl Reiner. Der repräsentative Bau wurde ebenso umfassend neugestaltet wie das mehr als 200 Jahre alte Fachwerkhaus von Julia Pietsch und Stefan Steger in der Münzgasse 19. Engelbert Steinle von der Ichenhauser Baufirma Abenstein hat sich des Hauses am Stadtberg 8 angenommen. Von historischer Bedeutung sei das Gebäude nicht, erklärte Raphael Gerhardt. Als Teil des Ensembles „Innere Vorstadt“ aber sei es wichtig für das Erscheinungsbild unterhalb des Stadtturms. Gleiches gilt für das Haus Zum Kuhturm 2. Christoph Freiherr von Riedheim hat das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude innen und außen in ein höchst ansprechendes Hotel umgewandelt.

Auch die Auferstehungskirche bekommt einen Preis

Etwas aus dem Rahmen privater Sanierungen fallen fünf weitere Preisträger. Für die Renovierung der evangelischen Auferstehungskirche wurde stellvertretend Pfarrer Alexander Bauer geehrt, Thomas Düll und Wilhelm Wilhelm vom Bezirk Schwaben erhielten einen Preis für die Sanierung des Festsaals des Bezirkskrankenhauses. Für die umfassenden Arbeiten bei der St. Anna-Kirche an der Ichenhauser Straße wurden der katholische Stadtpfarrer Christoph Wasserrab und Martin Lang von der Heilig-Geist-Stiftung ausgezeichnet, der katholische Geistliche und Karl Liepert von der Pfarrgemeinde St. Sixtus wurden zudem für die Renovierung der Kunstwerke am Reisensburger Kreuzweg geehrt.

Eine weitere Besonderheit stellt der Ursulaturm in der Postgasse dar. Das im Kern aus dem 15. Jahrhundert stammende Gebäude gehört der Stadt und ist an den Freundeskreis Arche vermietet. Dessen Mitglieder, unter ihnen Steinmetz Wolfgang Hummel, haben jede Menge Eigenarbeit eingebracht, um den Turm vor allem innen wieder auf Vordermann zu bringen.

Eine Anerkennung erhielten schließlich der Förderverein Frauenkirche für die Restaurierung alter Messgewänder und die Stadt Günzburg selbst für die Wiederherstellung des 200 Jahre alten ehemaligen Bürgerparks gegenüber dem Bezirkskrankenhaus.

Alle Preisträger hätten sich um das Erscheinungsbild der Stadt verdient gemacht, lobte der Oberbürgermeister. Dahinter stecke Idealismus und nicht zuletzt ein finanzielles Engagement. Jauernig abschließend: „Doch wenn wir die Ergebnisse sehen, sind wir glücklich und stolz“.

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