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Landkreis Günzburg

14.05.2019

Dieses Trio leitet jetzt das Schulamt

Das neue Führungsteam des Staatlichen Schulamts stellte sich in der Redaktion unserer Zeitung vor. Das Foto zeigt (von links) Barbara Käppeler, Schulamtsdirektor Thomas Schulze und Robert Kaifer.
Bild: Christian Kirstges

Seit Kurzem ist Thomas Schulze neuer Schulamtsdirektor in Krumbach. Wer ihm zur Seite steht, wie sich die Aufgaben verteilen und welche Herausforderungen anstehen.

In der Schule gibt es selten Stillstand, eine Neuerung folgt auf die andere. Dass dort immer „Bewegung herrscht“, wie es Robert Kaifer ausdrückt, hat er in seiner 26 Jahre langen Karriere als Lehrer, Konrektor und Rektor zur Genüge erfahren. Dass er aber in seiner neuen Funktion als Schulrat selbst so viel in Bewegung sein würde, hätte er nicht für möglich gehalten. Im März hat der bisherige Leiter der Grundschule Ichenhausen seinen Posten im Staatlichen Schulamt in Krumbach angetreten und tingelt seitdem munter von einer Bildungseinrichtung zur nächsten durch den ganzen Landkreis.

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Auf 350 Kilometer kommt er pro Woche locker, rechnet er zusammen und erhält Zustimmung von seiner Kollegin Barbara Keppeler, die die Stelle seit über einem Jahr bekleidet. Ihnen zur Seite steht mit Thomas Schulze ein im Schulamt zwar schon länger bekanntes Gesicht, seit März hat er jedoch einen neuen Titel: Er ist jetzt Schulamtsdirektor. Die drei bilden ein ganz neues Team und erzählen im Gespräch mit unserer Zeitung über ihre Aufgabenverteilung und Herausforderungen.

Ein neues Team musste gebildet werden, nachdem der langjährige Schulamtsdirektor Josef Seibold sich kürzlich in den Ruhestand verabschiedet hatte (lesen Sie hier mehr zur Verabschiedung von Josef Seibold). Sein bisheriger Stellvertreter Thomas Schulze übernahm die Leitungsfunktion, die entstehende Lücke füllt Robert Kaifer aus, der eine neue Herausforderung gesucht und sich erfolgreich auf die Stelle beworben hatte. Seine Position an der Grundschule Ichenhausen übernimmt die bisherige Konrektorin Brigitte Fendt kommissarisch, zum neuen Schuljahr soll der Posten des Schulleiters neu ausgeschrieben und besetzt werden.

Dieses Trio leitet jetzt das Schulamt

Sie sind sich immer wieder begegnet

Kennengelernt hat sich das neue Führungsteam schon vor vielen Jahren, seitdem sind sich die drei immer wieder begegnet. Dass sie aber im Schulamt einmal ganz eng zusammenarbeiten würden, hätte keiner von ihnen erwartet. Barbara Keppeler findet die neue Konstellation „ganz wunderbar“. Thomas Schulze ist stolz, dass das Führungstrio einen „unglaublichen Erfahrungshintergrund“ mitbringt und der Schulamtsbezirk somit nicht nur geografisch etwa gedrittelt, sondern auch wunderbar nach Fachgebieten eingeteilt werden konnte. Außer Frage stand dabei, dass Robert Kaifer als gelernter Grundschulmann für alle Belange der Grundschulen zuständig sein wird, von der Einschulung bis zum Übertritt. Der 55-jährige gebürtige Burgauer ist zudem prädestiniert für das Thema Integration und Inklusion. Geografisch gesehen betreut er die Nord-Süd-Achse von Gundremmingen bis Niederraunau.

Barbara Keppeler, die im Februar 2018 ins Schulamt gerückt ist und zuvor zwei Jahre als Schulrätin im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen „das Handwerksgeschäft“ gelernt hat, kümmert sich um alles rund um die Mittelschulen, um Schulabschlüsse, Berufsorientierung, aber auch Fortbildung. Als „Frau der Tabellen“, wie sie sich selbst nennt, befasst sich die 44-Jährige mit Klassenbildung, Unterrichtsplanung und Statistik.

Sein Steckenpferd ist die Digitalisierung

Thomas Schulze, gebürtiger Chemnitzer und seit 2015 am Schulamt in Krumbach, übernimmt den kompletten Bereich der fachlichen Leitung, ist für die Organisation der Schulen im Allgemeinen verantwortlich und für die Einrichtung der besonderen Klassen und Schulprofile. Das Steckenpferd des 47-jährigen Familienvaters ist die Digitalisierung. Schulze legt Wert darauf, dass alle drei eigenverantwortlich und gleichzeitig eng zusammenarbeiten. Jeder müsse über alles Bescheid wissen und in eine gemeinsame Datenbank einpflegen. Nur im Team könne man sich den Herausforderungen stellen. Seine Absicht sei es nicht, jetzt alles umzukrempeln. Er habe den Rat eines Kollegen verinnerlicht: „Wenn Sie irgendwo neu hinkommen, verändern Sie nie mehr als zehn Prozent. Fünf Prozent ändern sich schon allein durch die neue Person.“

So stolz Schulze auf seine und die Kompetenz seiner Mitstreiter ist, so versäumt er nicht, immer wieder zu betonen: „Wir dürfen nicht so tun, als seien wir allwissend. Brauchbarkeit geht vor Perfektion.“ Schulrat zu sein, bedeute für ihn im doppelten Sinn „Beratung und Tat“. Letzteres heiße, sich an den Schulen vor Ort zu zeigen, beratend zur Seite zu stehen und Lösungen zu suchen. Was bei 36 Grund- und Mittelschulen nicht immer einfach sei.

Zumal neben dem Austausch mit den Bildungseinrichtungen zunehmend die Zusammenarbeit mit Eltern gefordert sei, beispielsweise wenn es um den Übertritt von der Grund- auf eine weiterführende Schule geht. Dass eine Mutter aus Krumbach eine Petition gestartet hat und erreichen will, dass nicht mehr der Notenschnitt, sondern die Eltern allein über die Schullaufbahn ihres Kindes entscheiden (wir berichteten), kann Thomas Schulze nicht nachvollziehen. „Wir handeln auf Basis schulischer Gesetzgebung. Wir dürfen uns von niemandem vorantreiben lassen. Es würde für noch mehr Unsicherheit sorgen, würde diese Regelung fallen.“

Lesen Sie hier mehr zum Kampf der Eltern gegen die Übertrittsregelung.

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