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Comedy

01.02.2020

„Dreggsagg“ Michl Müller ist im Günzburger Forum in Hochform

Ins Fadenkreuz der Comedy nahm Michl Müller bei seinem genialen Auftritt im Günzburger Forum am Hofgarten die Ereignisse des Jahres 2019. Das Publikum war mehr als begeistert.
Bild: Sandra Kraus

Von Organspende bis Klimademo: Michl Müller lässt beim Jahresrückblick nichts aus. Dabei zeigt er vollen Körpereinsatz - und flirtet mit dem Publikum.

Ein Jahresrückblick ist im Januar nicht ungewöhnlich, auch nicht im Günzburger Forum am Hofgarten. Sollte man es aber schaffen, mit den Ereignissen aus 2019 ein Publikum zu Beifallsstürmen hinzureißen und die Besucher immer wieder aufs Neue zum Lachen zu bringen, muss es ein Jahresrückblick vom Feinsten sein. Michl Müller, Kabarettist und Musiker aus Franken, lieferte einen solchen.

Gleich bei der Begrüßung ein Lob an die Günzburger: „Keiner sitzt mit Mundschutz da. Super!“ Heute habe man Angst vor dem Corona-Virus, vor Jahren sei das Corona hemmungslos konsumiert worden, als Bier. Brexit und Boris Johnson bieten vielfache Steilvorlagen für den „Dreggsagg“, wie sich Müller selbst nennt und wie auf seinem T-Shirt im ersten Teil des Abends zu lesen ist. Nach der Pause steht „Alles Müller“ auf dem Shirt. Gerne würde dieser Müller unsere Bundestagsabgeordneten nach US-amerikanischem Shutdown-Vorbild sechs Wochen ohne Diäten ins Jahr starten lassen. Noch besser wäre es nur, die Inhaber mit Direktmandaten in Berlin zu haben, der Rest könne Homeoffice betreiben. Und die aktive Zustimmung zu den Organspenden würde Müller lokalisieren, wo man mit Organen in Kontakt kommt: beim Metzger vor dem Lüngerl und den Nieren und nicht im Rathaus. Das Lachen könnte einem im Hals stecken bleiben.

Die Europawahl ist für ihn ein Aufreger

Vor Michl Müllers gnadenloser Analyse in Wort und Geste ist keiner sicher. Er nimmt das Polit-Personal auf Landes- und Bundesebene auseinander und begeistert mit seinen Parodien von Kanzlerin Angela Merkel, die immer noch da ist, wenn sie nicht gerade in der Welt herumreist, von Innenminister Horst Seehofer, Ministerpräsident Markus Söder und dem Scheuer Andi mit seinen e-Scootern.

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Natürlich regt sich Müller über die Europawahl und deren Ausgang auf. Wie die Ursula von der Leyen, also die Panzer-Uschi, zur Königin von Europa wurde und im Verteidigungsministerium den Weg für die Granaten-Grete AKK frei machte. Müller haut einen Kracher nach dem anderen raus. Nichts scheint ihm zu entgehen, wenn er sich über Stand-up-Paddler oder Waldbader lustig macht. Wobei er hier nicht die Besucher des Günzburger Waldbads meint, sondern Menschen, die in den Wald zum Baden gehen und Bäumen nachspüren.

Steaks vom verranzten Garagengrill sind auch lecker

Was wir alle am Besten können? Grillen und Jammern zur Sommerszeit und nach Weihnachten zwischen den Jahren. Überhaupt das Grillen. Muss es denn unbedingt dieser runde Grill mit dem großen W im Namen sein? Oder ein Smoker? Oder gar ein Hochtemperaturgrill? Bei Michl Müller natürlich nicht, denn vom verranzten Grill aus der Garage schmecke das Steak auch lecker.

Viel gelacht wird ohnehin beim Thema Essen. Sei es das Käsefondue beim Schweizerischen Après-Ski, die lässige Spargelzeit, der überdrehte Auberginen-Kult gepaart mit Wassermelonen-Kreationen und im Herbst getoppt von den nicht enden wollenden Kürbissuppen. Verbieten würde Michl Müller den Ingwer. „Das ist doch nix!“

Michl Müller rockt das Günzburger Forum mit seinen Liedern

Das Schulschwänzen der Fridays-for-Future-Kids findet er auch nicht toll. „Doch ohne Greta und Fridays hätten wir das Klimapaket nie bekommen.“ Müller sieht die Industrie in Sachen Klimaschutz am Zug, denn er wolle nicht mehr zurück. „Einmal in der Woche Fleisch, einmal Badewasser für die ganze Familie hatten wir schon.“ Dieser 47-Jährige in Hochform saust aber nicht nur unter vollem Körpereinsatz von links nach rechts und wieder zurück auf der Bühne, während er 2019 Revue passieren lässt. Er rockt das Forum zusätzlich mit seinen Liedern. Ja, Müller will sogar am Eurovision Song Contest teilnehmen mit seinem Protestsong „Ich werde nie ein Schmetterling“ und präsentiert seinen Vorschlag für eine neue Nationalhymne, die Ballade vom traurigen Jägersmann. Begeistert singt das Günzburger Publikum bei den Refrains mit, Damen in der ersten Reihe werden beim „Heringsdösle“ vom Meister der guten Unterhaltung angeflirtet.

Spätestens bei der Zugabe ist Günzburg bereit für den „Kloß mit Soß´“, die „Fleischereifachverkäuferin“ und den „Kilimandscharo“. Müllers Ausblick: „Der Wahnsinn geht 2020 genauso weiter. Gott sei Dank ist jetzt Fasching und wir tauschen Frust in Frohsinn!“

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