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Burgau

09.11.2019

Ein Buch über die "Burgamer Fasnacht"

„Burgamer Fasnacht“ heißt das Buch, in dem Irmgard Gruber-Egle die Entwicklung des Burgauer Faschings beschreibt. Am Sonntag stellt sie es vor.
Foto: Peter Wieser

Die Burgauerin Irmgard Gruber-Egle hat es verfasst. Am Sonntag wird es im Schloss vorgestellt.

„Der Burgauer Fasching ist ein großer Teil des Burgauer Brauchtums“, betont Irmgard Gruber-Egle. Damit hat die Vorsitzende des Historischen Vereins Burgau Stadt und Land zweifellos recht. Ist von der Markgrafenstadt die Rede, dann fällt vielen als Erstes der Fasching ein. Unter dem Titel „Burgamer Fasnacht“ hat sie ein Buch verfasst, ein umfassendes Gesamtwerk über den Burgauer Fasching. An diesem Sonntag um 11 Uhr, einen Tag vor Faschingsbeginn, stellt sie es im Burgauer Schloss vor.

Es habe immer wieder Veröffentlichungen und Publikationen gegeben, in denen die Burgauer Faschingsgeschichte nicht ganz richtig dargestellt sei. Eines der Missverständnisse sei, dass die Kinderbrotspeisung nicht 425 Jahre alt sei, sondern vor 425 Jahren erstmals erwähnt worden sei, nachdem erst ab 1594 die Ratsprotokolle vorhanden seien. Dass damals angeblich eine Hungersnot herrschte, sei ebenfalls nicht richtig, erklärt die Autorin.

Sie greift auf Daten, Fakten und Experten zurück

Irmgard Gruber-Egle beschreibt auf 130 Seiten anhand von Daten und Fakten den Burgauer Fasching von der Vergangenheit bis hin zur neueren Zeit, beleuchtet auch die Entwicklung in der Region. Sie greift auf verschiedene Quellen zurück, darunter auf den Germanisten und Volkskundler Professor Werner Mezger, der zahlreiche Arbeiten mit Schwerpunkt auf die schwäbisch-alemannische Fastnacht verfasst hat.

Auch von Burgauer Privatpersonen, aus dem städtischen Archiv und vor allem unter der Einbeziehung von Aufzeichnungen der früheren ehrenamtlichen Archivare Norbert Schuster, dem Jüngeren, und Norbert Kastner sammelte Irmgard Gruber-Egle zweieinhalb Jahre lang Informationen und Bildmaterial. Die Autorin erzählt von den früheren „Faschingsversla“, einst die einzige Gelegenheit, sich gegen die Obrigkeit aufzulehnen, von den „Hutzla“, „Nüss’“, „Äpfala“ und den „Töpfla“ mit dem Schmalz, die die Kinder nach Hause brachten und wie langsam die ersten Umzüge entstanden.

Schon lange war ein Nachschlagewerk überfällig

Was nur wenige Burgauer wissen: Im Jahr 1903 gab es einen Maskenzug mit Wagen und mit anschließender Theatervorstellung im Hirschsaal, dem ehemaligen Postgebäude an der Stadtstraße. Ebenfalls geht Gruber-Egle auf die Gründung und die Wiedererweckung der Burgavia nach dem Zweiten Weltkrieg ein und die Idee der Entstehung der Burgauer Stadtsoldaten bei einer Fasnachtsveranstaltung 1964 im Goldenen Kreuz. Faschingszugkomitee, die Burgauer Schlossnarren mit Fanfarenzug und Schalmeiengruppe, die ganzen Faschingsmottos und natürlich der Trommler-Albert spielen eine wichtige Rolle. Dass es seit 1981 in Burgau kein Prinzenpaar, sondern ein Markgrafenpaar gibt, ist ebenfalls zu lesen.

Es sei ein wichtiges Anliegen des Historischen Vereins gewesen, ein lange überfälliges Nachschlagewerk zu schaffen, erklärt Gruber-Egle. Das Buch ist das neunte seiner Schriftenreihe. Erhältlich ist es zum Preis von 15 Euro bei der Vorstellung am Sonntag, zu der alle Burgauer, aber auch Interessierte von außerhalb eingeladen sind sowie bei der Buchhandlung Pfob. Erschienen ist es bei der Röderer Medienproduktion Burgau in einer Auflage von zunächst 750 Stück. 2021 soll ein Ergänzungsband über die Knöringer Fasnacht erscheinen. „Das ist wieder eine andere Geschichte“, verspricht Gruber-Egle. (wpet)

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