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Wettenhausen

25.09.2017

Ein Tag rund um den Forst

Ein Bus-Shuttle brachte die Besucher vom Kloster hinaus in den Wald, wo unter anderem die Sicherheit bei der Waldarbeit, im Fokus stand.
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Ein Bus-Shuttle brachte die Besucher vom Kloster hinaus in den Wald, wo unter anderem die Sicherheit bei der Waldarbeit, im Fokus stand.
Foto: Sandra Kraus

Im Kloster Wettenhausen trafen sich Tausende zum Mittelschwäbischen Waldbesitzertag. Wer dem Trubel entfliehen wollte, kam mit einem Shuttle-Bus zu den Bäumen.

Waldbesitzer haben Wettenhausen für ihre Sonntagsaktivität ausgewählt, dort fand im Klosterhof der zweite Mittelschwäbische Waldbesitzertag statt. Tausende nutzten die Chance, sich aus erster Hand über neues rund um das große Thema Forst zu informieren und das persönliche Gespräch an einem der vielen Stände zu suchen. Vorträge und Vorführungen wechselten sich ab, es ging um Natur- und Klimaschutz, aber auch um Arbeitssicherheit oder um den Wald von morgen. Mittendrin Waldprinzessin Maria Sinning aus Wertingen mit Diadem und Zepter aus Lindenholz und die Günztaler Alphornbläser aus Engetried.

Wie bedeutsam für die Forstwirtschaft, ein wichtiges Standbein der Wirtschaftskraft im ländlichen Raum, die zahlreichen Waldeigentümer und Beschäftigten sind, betonte Axel Heiß, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Sie erhalten den Wald, pflegen ihn, nutzen sein Holz, schützen seine Biotope und bewahren so seine vielfältigen Funktionen für die Gesellschaft und auch für künftige Generationen.

Ihnen zur Seite stünden, so sagte Heiß, die vielen Unternehmer, die Bayerischen Staatsforsten und die beiden in der Region ansässigen Forstbetriebsgemeinschaften Günzburg-Krumbach und Neu-Ulm. Zu sehen gab es PS-starke Spezialfahrzeuge, kleine Forstpflanzen, die einmal die Wälder von morgen sein werden, großflächige Tafeln, die das eher geringe Klimarisiko von Weißtanne und Rotbuche für unsere Region auswiesen. Außerdem waren die stolzen Greifvögel von Falkner Roland Lochbrunner dabei, Nistkästen für Fledermäuse und Präparate von so manchen scheuen Waldbewohnern.

Im Landkreis Günzburg ist mehr als ein Viertel der Fläche bewaldet. „9400 Hektar sind Privatwald, fasst 7000 Hektar Staatswald und rund 5000 Hektar Körperschaftswald“, sagte Landrat Hubert Hafner. Er dankte den aufmerksamen und kooperativen Waldbesitzern, die bei der Käferbekämpfung aktiv mitwirkten und befallene Bäume zügig aufarbeiteten. Eine weitere Herausforderung sei das Eschentriebsterben infolge eines Pilzbefalls.

Jahrzehntelang ließen die Klosterschwestern das Sägewerk laufen

Auch für das Kloster selbst spielt der Wald eine wichtige Rolle, von dem es noch einige Hektar besitzt. Priorin Schwester Amanda Baur erinnerte an die Dominikanerinnen, die jahrzehntelang das Sägewerk im Kloster laufen ließen. Wer genug hatte vom geschäftigen Treiben an den Ständen, die Taschen mit kleinen Geschenken gut gefüllt, ließ sich mit dem Bus-Shuttle hinaus in den Wald fahren.

Dort arbeitete ein Rückepferd, ein 16 Jahre alter Süddeutscher Kaltblut-Wallach, ganz traditionell in Sichtweite eines hochmodernen Harvester-Holzvollernters. Joachim Geyer, Forstwirtschaftsmeister aus Langenneufnach, wies bei Vorführungen darauf hin, wie wichtig es beim Holzfällen sei, am Stamm ein sogenanntes Sicherheitsband anzulegen. „Man darf an das Fällen nicht zu unbedarft hingehen, eine Motorsäge zu kaufen reicht nicht, man braucht viel Wissen und Erfahrung“, betonte Geyer.

Dicht umlagert war der Seilwinden-Prüfstand, den Martin Schmid aus Waldstetten entwickelt und patentiert hat. Schmid empfahl: „Einmal im Jahr, mindestens vor dem Arbeitseinsatz, soll die Forstseilwinde überprüft werden.“ Zu den Infobroschüren kam draußen im Wald bei manchen noch der eine oder andere Speisepilz in die Tasche, während andere engagiert mit Förster Hubert Bonath, der im Übrigen vier Baumarten pro Hektar empfiehlt, über die Wirtschaftlichkeit von Rechtlerwald diskutierten. Zurück im Klosterhof warteten Wild-Schmankerl, vom Grill oder der Ochsenbraterei; bei den Gesprächen der Fachleute, der regionalen Politiker und den vielen Waldbesitzern mit ihren Familien ging es – natürlich – weiter um den Wald.

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