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Eine Auszeichnung auch für die Ökumene

Kommentar Von Till Hofmann
16.11.2020

Musik hat eine einende Kraft. Das gilt natürlich auch für Kirchenmusik, wie die Evangelische Landeskirche mit der Verleihung des Solideo-Preises an einen Günzburger Katholiken beweist.

Ein Buchtipp vorneweg: Es lohnt sich, den Roman „Schiffbruch mit Tiger“ des kanadischen Schriftstellers Yann Martel einmal zu lesen. Der Autor verbindet nicht nur Zoologie und Religion auf einmalige Weise. Sein Held sucht sich die aus seiner Sicht besten Bestandteile der Weltreligionen zusammen und vermengt sie so, dass mit diesem Rüstzeug des Glaubens auch größte Herausforderungen überwunden werden können. Ein Rosinenpicker ist er nicht, sondern einer, der offen ist und sich verneigt vor dem Wunderbaren, das es überall gibt.

Leider. Es ist nur ein Roman. Die Wirklichkeit hat weniger Aufbruchscharakter. Ein Beispiel dafür ist die Ökumene. Es hat den Anschein, als ob die christlichen Glaubenskonfessionen sich wie zwei Schnecken einander annähern – und manchmal verliert für eine gewisse Zeit mindestens eine davon die Orientierung und kriecht in die falsche Richtung.

Da tut es gut, wenn die Evangelische Landeskirche mit ihrem vor sieben Jahren geschaffenen Kirchenmusikpreis „Solideo“ ausgerechnet den Katholiken Gerhard Schöttl auszeichnet, der sich seinerseits dem ökumenischen Gedanken verpflichtet fühlt und die Ökumene lebt. Musik kennt keine Grenzen. Das hat die Kirche durch die Auswahl des diesjährigen Preisträgers unterstrichen. Wenn Glaube, Liebe, Hoffnung Grundlage des spirituellen Lebens sind, dann hoffen wir auf Erleuchtung – auch jener beiden zuvor beschriebenen Schnecken, die gerne etwas mehr Tempo aufnehmen dürfen, um schneller den gemeinsamen Weg zu finden.

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