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Kids & Company in Günzburg

05.07.2013

Eine Kinderkrippe, die Schule machen könnte

„Kids & Company“ in Günzburg ist die erste interkommunale Kindertagesstätte Bayerns, an der sich Firmen beteiligen. Das System könnte Schule machen.

Der kleine Max hat bei der Eröffnung der Kinderkrippe „Kids & Company“ in Günzburg einen großen Auftritt. Mit seiner coolen Sonnenbrille reiht er sich am Donnerstag in die Reihe der Ehrengäste ein, die das 1,5-Millionen-Euro-Projekt einweihen. Als die Vorzeige-Kinderkrippe bei der Kreisklinik am 3. Juni startete, war Max das erste Kind. Dem Buben gefällt die Kita – der bayerischen Gesundheits-Staatssekretärin Melanie Huml ebenfalls. „Es ist die erste interkommunale Kindertagesstätte in Bayern“, sagt die CSU-Politikerin. Neben Kommunen beteiligen sich auch Firmen an der Einrichtung für Buben und Mädchen unter drei Jahren.

Eltern und Firmen brauchen flexible Kinderbetreuung

Getragen wird die Krippe mit Pilotcharakter vom Verein zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Landkreis, kurz „Kids & Company“. Für Vorsitzende Stephanie Denzler und ihre Mitstreiter geht mit der Einweihung „ein Traum in Erfüllung“. Denzler erinnert an die Anfänge – eine Umfrage der Regionalmarketing Günzburg im Jahr 2008 bei Unternehmen. Das Ergebnis: Eltern und Firmen brauchen eine höchst flexible Kinderbetreuung, um Familie und Beruf unter einen Hut bringen zu können. Und so entstand die Idee für „Kids & Company“. Dort werden bis zu 30 Kinder bei Bedarf von 6 bis 22 Uhr betreut, und das auch in den Ferien. Vorsitzende Denzler erinnert an viele Hindernisse, die es zu überwinden galt. Eines war die Standortfrage. Der Vorstand der Kreiskliniken, Volker Rehbein, stellte schließlich dem Verein das Grundstück an der Ludwig-Heilmeyer-Straße in Erbpacht zur Verfügung.

Staatssekretärin Huml würdigt bei der Eröffnung das Miteinander von Kommunen, Firmen und den Ehrenamtlichen des Vereins. Bayern und der Bund hätten zusammen 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Krippenplätze im Freistaat gesteckt – so viel wie kein anderes Bundesland. Damit seien 2532 Projekte gefördert und 63367 Plätze geschaffen worden.

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In Sachen Kinderbetreuung hat sich viel getan

Landrat Hubert Hafner nennt Zahlen für den Landkreis. Seit 2008 sei die Zahl der Kinderkrippen von drei auf 28 gestiegen. Die Betreuungsquote für Kinder von einem bis zu drei Jahren werde sich auf 44 Prozent erhöhen. Hafner zeigt sich zuversichtlich, dass der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz im Landkreis erfüllt werden könne. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig weist darauf hin, dass die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder bei der Standortentscheidung von Familien eine bedeutende Rolle spielten. Und CSU-Landtagsabgeordneter Alfred Sauter blickt gut fünfeinhalb Jahrzehnte zurück, als er einen Kindergartenplatz in Ichenhausen erhielt: „Es ist atemberaubend, was sich bei der Kinderbetreuung getan hat“, sagt er dankbar.

Stadtpfarrer Ulrich Däubler und Klinikseelsorger Johannes Löffler geben Kids & Company den Segen. Architekt Martin Brenner spricht auch für seinen Kollegen Martin Endhardt. Er stellt die Krippe in Passivhaus-Bauweise mit ihren schönen, hellen Räumen vor. Leiterin Stefanie Arker und ihr Team haben mit den Kindern zur Eröffnung Käse-Gebäck in Fußform gebacken. Die Kinder können in der Küche auf eine Erhöhung steigen und so an der Anrichte neben dem Herd mitwerkeln. Es ist nur eines vieler liebevoller Details.

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