Newsticker
Jens Spahn verteidigt Corona-Teststrategie der Bundesregierung
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Eine fröhliche Jubiläums-Party in Günzburg

Landkreis Günzburg

26.06.2017

Eine fröhliche Jubiläums-Party in Günzburg

Der Stadtturm öffnete an beiden Tagen seine Türen für interessierte Fest-Besucher. Von dort oben konnte man die Menschenmassen am Marktplatz beobachten. Nach Sonnenuntergang strömten immer mehr Menschen ins Günzburger Zentrum und ließen sich von der Musik durch die Gassen treiben.
10 Bilder
Der Stadtturm öffnete an beiden Tagen seine Türen für interessierte Fest-Besucher. Von dort oben konnte man die Menschenmassen am Marktplatz beobachten. Nach Sonnenuntergang strömten immer mehr Menschen ins Günzburger Zentrum und ließen sich von der Musik durch die Gassen treiben.
Bild: Peter Wieser

Zum 40. Mal feiern tausende Gäste friedlich das Guntiafest. Das Wetter spielt beim Jubiläum mit. Es ist ein großer Spaß für die Familie.

1977. Das Jahr, in dem Peter Maffay „Und es war Sommer“ sang und Jürgen Drews „barfuß“ durch diese Jahreszeit lief, wie Oberbürgermeister Gerhard Jauernig bei seiner launigen Eröffnungsrede zum 40. Günzburger Guntiafest feststellte. „Das Saturday Night Fever würde Deutschland erst ein halbes Jahr später infizieren“, sagte er. „Aber einen Vorgeschmack darauf gab es bereits an diesem denkwürdigen 25. Juni 1977.“

Damals feierte Günzburg, das antike „Guntia“, mit einem großen Fest über mehrere Tage seinen 1900. Geburtstag – und rief damit eine fröhliche Tradition ins Leben. Jedes Jahr im Juni ziehen Gäste aus nah und fern beim Stadtfest durch die Günzburger Gassen. Seit 40 Jahren. Das größte Geschenk zum runden Geburtstag schickte der Himmel: wenige Wolken und Sonne satt. „Günzburger, was wollt ihr mehr?“, rief Moderator Harry Kist vom Radiosender Donau3fm auf der Marktplatz-Bühne mit einem Blick nach oben. „Das Wetter ist herrlich, kein Regen in Sicht. Es liegt also an uns, was wir daraus machen“, sagte auch Jauernig.

Die Günzburger machten wie gewohnt ein großes Fest daraus. Viele hatten sich zuvor noch schnell im Drogeriemarkt am Landmann-Platz mit Sonnencremes und -brillen eingedeckt. Ein paar Musiker des Freien Fanfarenzuges hatten eine andere Idee gegen die Hitze: Sie veranstalteten kurzerhand eine kleine Wasserschlacht am Marktbrunnen.

Zum 40. Mal feiern tausende Gäste aus nah und fern das Günzburger Stadtfest. Bei herrlichem Wetter lassen sie sich durch die Gassen der Innenstadt treiben. Die besten Bilder.
145 Bilder
Guntiafest: Die besten Bilder vom fröhlichen Party-Jubiläum

Die Showbühne am Marktplatz betraten als Erstes die Tänzerinnen des VfL Günzburg in schwarz-goldenen Kitteln, unter denen ein Box-Outfit steckte. Zu „Kung Fu Fighting“ kickten, boxten und tanzten die „Loving Movements“ über die Bühne.

Besonders viele Fans hatten die Hip Hop-Gruppen der Tanzschule Corazon mitgebracht. Spätestens bei der Zumba-Einlage mit Trainerin Carmen Deppé nahm auch der letzte Zuschauer die Hände zum Klatschen aus der Hosentasche.

Wem es am Nachmittag zu heiß war, sich vor die Showbühne zu stellen oder durch die Gassen zu schlendern, suchte sich einen Platz im Schatten. Und der war leicht gefunden: Dort, wo sich in der Nähe jeweils die größte Menschenansammlung befand. Viele trieb es auch in die Eisdielen.

Soundcheck lässt die Eiskugeln wackeln  

Manchen Gästen, die ihr Eis am Landmann-Platz schleckten, fielen jedoch einmal fast die Kugeln aus der Waffel, als im nahegelegenen Rock-Biergarten der Soundcheck durchgeführt wurde und ein gebrülltes, kratzig-rauchiges „Check“ hinüber hallte. Wer zurück ins Zentrum durch die Passage beim Zebrano lief, dem gaben orangefarbene Plakate einige Klugheiten mit auf den Weg. Zum Beispiel die „alte Matrosen-Weisheit: Lieber Rum trinken als rumsitzen!“

Leibhaftige Matrosen fanden sich am Marktplatz ein. Dort schunkelte der Shanty-Chor Tote Möwe auf seiner Galeere Santa Maria zu „My Bonnie Is Over the Ocean“ so inbrünstig von links nach rechts, dass das Schiff mit wackelte. Und die Menschen stiegen begeistert mit ein. „Das sind so tolle, alte Lieder“, sagte Besucherin Annelies Böhm begeistert. „Da muss man einfach mitschunkeln, ob man will oder nicht.“

Zum 40-jährigen Jubiläum des Guntiafestes gingen die Verantwortlichen vorab in die Verlängerung. Am Freitagabend begeisterte mit Guntia XL ein fulminantes Konzert das Publikum.
87 Bilder
Guntia XL: Ein Konzert, von dem noch lange gesprochen wird
Bild: Peter Wieser

Ihre Begleitung Andreas Lang nickte zustimmend. „Ich bin immer da, jedes Jahr. Die Musik ist wirklich schön.“ 1969 war er aus Österreich nach Günzburg gekommen. Als „Zuagroaster“ besuche er seit 40 Jahren das Guntiafest, erklärte er.

Einen tollen Überblick über das Treiben in der Innenstadt verschaffte ein Besuch im Stadtturm, der Samstag und Sonntag für Gäste geöffnet hatte. „Eine hervorragende Aussicht“, sagte Stefan Prang aus Niederhausen, einem Ortsteil von Pfaffenhofen an der Roth (Kreis Neu-Ulm). Zum ersten Mal war er auf dem Guntiafest. „Ich wollte ein bisschen Party machen, dann habe ich gesehen, dass die Türe offen steht.“ Den „schönen, schnuckeligen Turm“ habe er schon immer mal von innen sehen wollen.

Von oben sah man eindrucksvoll, wie sich die Menschenmassen über den Marktplatz schoben. Als es gegen Abend abkühlte und langsam die Sonne unterging, strömten zunehmend mehr Menschen ins Günzburger Zentrum. Je später der Abend, desto länger brauchten die Besucher, um sich von einer Bar zur nächsten durchzuschlängeln und desto lauter wummerten die Bässe durch die Gassen.

Es wurde gefeiert wie noch nie

„So etwas haben wir noch nie erlebt“, sagten die Jugendlichen des Leo-Clubs Günzburg, der in der Hofgasse seine Bar samt DJ-Pult aufgebaut hatte. Von 21 Uhr bis Mitternacht sei hier gefeiert worden wie noch nie.

Tagsüber kamen auch die kleinen Gäste voll auf ihre Kosten. Sie konnten Eisenbahn fahren, basteln, malen und sich schminken lassen. Die etwas Größeren durften sich beim Armbrust- und Luftgewehrschießen messen.

Das Guntiafest ist und bleibt ein Ereignis für die ganze Familie, das in diesem Jubiläumsjahr sehr friedlich verlief, wie die Polizei bestätigte. Lediglich von zwei Vorfällen berichteten die Beamten.

Am Samstagabend gegen 21 Uhr erwischten sie auf einer Parkbank im Schlosspark eine 23-Jährige beim Rauchen eines Joints. Als sie die Frau kontrollierten, stellten sie zudem eine Kleinmenge Marihuana sicher. Die junge Frau muss sich nun wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Und am späten Samstagabend wurden die Beamten zu einer Schlägerei am Lannionplatz gerufen. Ein 19-Jähriger war von einem 20-Jährigen beleidigt worden und schubste diesen daraufhin in den Brunnen. Danach prügelten die jungen Männer nach Angaben der Polizei mit Fäusten aufeinander ein, bis sie getrennt werden konnten. Beide Kontrahenten waren deutlich alkoholisiert.

Einige Besucher ärgerten sich über extrem lange Wartezeiten an den Getränkeausgaben. Trotzdem freuen sich alle bereits auf die 41. Auflage des Guntiafestes im kommenden Jahr.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren