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Jettingen-Scheppach

30.11.2017

Erste Krippenschau in der neuen Heimat

Die Krippenfreunde Jettingen-Scheppach haben im Franziskushaus eine neue Bleibe gefunden. Auf 140 Quadratmetern stellt der Verein am Wochenende eine Vielzahl von Krippen aus. Vereinsvorsitzender Karl Ewald (rechts) und sein Stellvertreter Fritz Gastel haben viel Zeit und Herzblut investiert.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Jettinger Krippenfreunde haben nach ihrem Umzug vom Zeinerhaus ins Franziskushaus ein Mammutprogramm bewältigt. Was beim Tag der offenen Tür geboten ist.

Leicht gefallen ist es ihm nicht. Aber inzwischen fühlt sich Karl Ewald „heimisch“ in den neuen Räumen der Jettinger Krippenfreunde. Nach 20 Jahren im Zeinerhaus war die Wehmut beim Vereinsvorsitzenden schon groß, als das Traditionsgebäude heuer abgerissen und eine neue Bleibe gesucht werden musste. Doch Ewald will der Vergangenheit nicht nachtrauern, er ist heilfroh, dass sein Verein im Franziskushaus im ersten Stock unterkommen konnte. Vier Monate haben die Krippenfreunde die 140 Quadratmeter auf Vordermann gebracht und eine kleine, aber feine Krippenausstellung auf die Beine gestellt. Am Wochenende, wenn in Jettingen Adventsmarkt ist, wird sie an zwei „Tagen der offenen Tür“ den Bürgern präsentiert.

Wie verwöhnt die Krippenfreunde mit dem Zeinerhaus waren, merkten sie erst jetzt so richtig beim Aus- und Umzug im Sommer. Zwei Stockwerke hatten die Mitglieder dort zur Verfügung gehabt für ihre Werkstatt und die Ausstellungen. „Wir hatten viel Platz, und es war so schön heimelig“, sagt Karl Ewald. Was hatte sich seit der Vereinsgründung im Jahr 1997 nicht alles angesammelt, was plötzlich auf einer Etage im Franziskushaus Platz finden musste. Die Kisten stapelten sich, viele Krippen stehen bis heute noch verpackt in Kartons in Garagen diverser Vereinsmitglieder. Trotzdem will sich keiner über Raumnot beschweren. Karl Ewald betont: „Wir sind glücklich, dass wir diese Fläche zur Verfügung haben. Es gab sonst nichts anderes.“ Vor allem nichts, was finanzierbar gewesen wäre.

Dass die Krippenfreunde den Zuschlag für die ehemalige Hausmeisterwohnung bekommen haben, ist Ewald und seiner Funktion als Kirchenpfleger zu verdanken. Er stehe dadurch in gutem Kontakt zum Pfarrer, der wiederum sei für Krippen sehr aufgeschlossen. Als im Franziskushaus im ersten Stock der bisherige Mieter nach 13 Jahren ausgezogen ist, schlug der Pfarrer vor, ob der Krippenverein die Wohnung übernehmen will. Die Vereinsmitglieder waren sofort dafür, die Kirchenstiftung stimmte dafür und am Ende gab auch die Diözese ihre Zusage.

Nichts ging zu Bruch

Mit Sack und Pack zogen die Krippenfreunde um, erstaunlicherweise ging nichts zu Bruch. Die „Mammutarbeit“ und viele „schlaflose Nächte“ folgten später, wie es Ewald umschreibt. Seit Juli sind insbesondere der 74-Jährige selbst und sein 64-jähriger Stellvertreter Fritz Gastel dabei, die Krippenausstellung vorzubereiten, die am Samstag eröffnet wird. Das große Problem dabei: Die Kunstwerke und vor allem die bemalten oder gestalteten Hintergründe waren passgenau auf das Zeinerhaus abgestimmt gewesen. In den neuen Räumen passte auf einmal nichts mehr, hier und dort musste abgesägt, an anderer Stelle etwas angesetzt werden. Die Unterbauten aus Holz mussten komplett neu geschreinert, eine neue Elektrik eingesetzt und andere Glasscheiben gefertigt werden. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Ewald und Gastel mal nicht hier arbeiten, Ewald schätzt, dass sie es inzwischen auf 300 und 400 Stunden gebracht haben. Zum Glück, so der Vorsitzende, sei er seit September Rentner und habe mehr Zeit. „Sonst wäre es nicht gegangen.“

Jubiläumsfeier musste ausfallen

Nachdem jedoch schon das Jubiläum zum 20-jährigen Vereinsbestehen aufgrund des Umzugs ausfallen musste, wollte das Duo auf keinen Fall auf eine Krippenausstellung verzichten. Die letzte liegt zwei Jahre zurück. Die neue fällt mit 20 Werken zwar halb so groß aus wie sonst im Zeinerhaus, dafür ist sie prall gefüllt mit Unikaten, betont Ewald. Zu 99 Prozent stammen Krippen und Figuren von Vereinsmitgliedern, der Hauptteil ist orientalisch, aber auch heimische und zwei Papierkrippen sind unter den Ausstellungsstücken. Auch wenn die Schau übersichtlich anmutet, Zeit sollten die Besucher trotzdem mitbringen. Ewald ist sich sicher: „Es wird eng hier werden. Aber beim Krippenschauen ist man ja auch nicht auf der Flucht.“ Zeitgleich mit der Ausstellungseröffnung am Samstag sollen auch die neuen Räume durch Pfarrer Franz Wespel gesegnet werden. Wer die Ausstellung am Wochenende verpasst, hat den ganzen Januar über Zeit, es nachzuholen, vom 1. bis 28. Januar ist jeweils freitags bis sonntags geöffnet. Eintritt verlangen die Krippenfreunde nicht, „ein paar Spenden könnten wir schon gebrauchen“, sagt Karl Ewald.

Für ihn und Fritz Gastel ist diese Ausstellung erst der Anfang eines umfangreichen Konzepts. Den beiden schwebt noch einiges vor, unter anderem ein Bildband der jetzigen Schau und eine viel größere Krippenschau im Winter 2018/19. Die soll dann im Pfarrsaal aufgebaut werden. Mehr verraten die zwei nicht, Gastel sagt unter Lachen: „Wir wollen noch so viel verwirklichen, wir müssen noch lange leben.“

Die Ausstellung ist am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 19 Uhr im ersten Stock im Franziskushaus in der Weberstraße 18 zu sehen.

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