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Kötz

26.11.2019

Es geht in Kötz wohl nicht ohne Bußgelder

Ein trauriges oder ein lachendes Gesicht erscheint je nach Schnelligkeit vorbeifahrender Fahrzeuge auf dem Display der Geschwindigkeitsmessanlage.
Foto: Bernhard Weizenegger

Tempomessungen in Kötz liefern eindeutige Ergebnisse: Es wird zu schnell gefahren. Kontrollen sollen helfen.

Es geht um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Trotzdem wird in Kötz an vielen Stellen zu schnell gefahren, wie Geschwindigkeitsmessungen an verschiedenen Standorten in den drei Ortsteilen Großkötz, Kleinkötz und Ebersbach ergeben haben. Der Bauausschuss hat sich mit den Mess-Ergebnissen befasst und überlegt, wie der motorisierte Verkehr langsamer gemacht werden kann.

Mobile Geschwindigkeitsmessanlage im Einsatz

Jeden Monat versetzen Mitarbeiter des Kötzer Bauhofs die mobile Geschwindigkeitsmessanlage, die die Gemeinde angeschafft hat. Vor Kurzem stand sie in Kleinkötz in der Ebersbacher Straße, einer auch aus Richtung Kammeltal viel genutzten Verbindung zur Bundesstraße 16 in Kleinkötz. Besonders schnell fahren kann man dort eigentlich nicht, denn die Straße ist nicht allzu breit, es gibt Einmündungen von links und rechts und Ausfahrten. Die flachen Fahrbahnborde ermöglichen es, bei Gegenverkehr zur Seite auf den schmalen Fußweg auszuweichen, der die Straße an der Ostseite begleitet.

Vera Briegel vom Bauamt im Kötzer Rathaus gibt Einblick in die Situation an der Ebersbacher Straße, wo die mobile Geschwindigkeitsmessanlage vor kurzem noch stand. Als Exempel dient ein Montag, an dem insgesamt 455 Kraftfahrzeuge die Stelle passiert haben. Von diesen waren 100 mit einer Geschwindigkeit zwischen 51 und 55 Stundenkilometern unterwegs, also knapp über dem maximal zulässigen Tempo innerorts. Bei 97 Fahrzeugen wurden 56 bis 60 Stundenkilometer gemessen, bei 59 waren es zwischen 61 und 65 Stundenkilometer. Immerhin 35 Fahrzeuge brachten es auf ein Tempo zwischen 66 und 70, neun wurden sogar mit 71 bis 75 Stundenkilometer gemessen.

Direkte Konsequenzen hat das für die Autofahrer nicht, außer dass immerhin 200 von 455 Verkehrsteilnehmern ein Smiley mit heruntergezogenen Mundwinkeln ihr unerlaubt hohes Tempo signalisiert hat. „Es wird tendenziell zu schnell gefahren“, sagt Vera Briegel, das gelte nicht nur an der Ebersbacher Straße in Kleinkötz, sondern auch an den anderen Standorten der mobilen Messanlage.

Bauausschuss will Geschwindigkeitskontrollen

Die Mitglieder des Kötzer Bauausschusses haben deshalb beschlossen, bei der Kommunalen Verkehrsüberwachung Schwaben Mitte anzufragen, ob sie in Kötz an weiteren Stellen Geschwindigkeitskontrollen machen kann. Wer an solchen Kontrollpunkten zu schnell fährt, kommt nicht mit einem schmollenden Smiley davon, sondern bekommt einen Bußgeldbescheid. Letztendlich geht es der Gemeinde Kötz aber nicht darum, zu schnelles Fahren mit Bußgeldbescheiden sanktionieren zu lassen, sondern es geht um mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, also auch für die Radfahrer und nicht zuletzt für die Fußgänger. Dafür wird auch an bauliche Maßnahmen gedacht, um den motorisierten Verkehr zu bremsen.

Das sei allerdings nicht einfach umzusetzen, sagt Bauamtsmitarbeiterin Briegel, beispielsweise an der Ichenhauser Straße in Großkötz. Das ist eine Kreisstraße, hier darf die Gemeinde nicht allein entscheiden, sondern muss den Landkreis Günzburg bei Änderungswünschen mit ins Boot holen.

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