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07.03.2017

Experte warnt vor Folgen des Flutpolders

Gefährdete Vögel sind betroffen

Nun liegen die Ergebnisse eines zweiten Gutachtens vor, das die Interessensgemeinschaft „Hochwasserschutz Ja – Kein Flutpolder Leipheim“ bezüglich des geplanten Rückhaltebeckens im Auwald in Auftrag gegeben hat. Der Vogelkundler Klaus Schilhansl kommt zu dem Ergebnis, dass der geplante Flutpolder in Leipheim und die jährlichen Flutungen des Auwalds „drastische Folgen“ für die dort lebenden Vögel habe. Das teilt die Interessensgemeinschaft mit.

Laut dem Gutachten brüteten im Donauauwald in den vergangenen zehn Jahren 94 Vogelarten – 76 davon regelmäßig. Seit dem Staustufenbau besteht der Donauwald aus auwaldtypischen Waldgesellschaften, sei aber auch um einen grundwasserunabhängigen Eichen-, Ahorn- und Buchenwald ergänzt worden. Dadurch sei ein Mischwald entstanden, der in seiner Vielfalt mit seinen Baum-, Busch- und Krautschichten und übrigen Pflanzen einzigartig und erhaltenswert sei. „Die extrem große Anzahl an Brutvogelarten und die zum Teil sehr hohen Brutdichten, vor allem im Bereich dieses Waldes, sprechen dafür, dass dieser Wald einen optimalen Lebensraum für Vögel darstellt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Durch eine Polderflutung würden Vogelarten, die auf dem Boden brüten und Vogelarten, die vor allem in Bodennähe ihre Nahrung aufnehmen, besonders betroffen. Bei 33 Vogelarten würde die Brut ertrinken, weil die Nesthöhe grundsätzlich weniger als anderthalb Meter betrage. 35 Vogelarten würden bei regelmäßiger Flutung im Wald keine Nahrung mehr finden. Einige der betroffenen Arten, die zugrunde gehen würden, stünden auf der Roten Liste und der Liste der Brutvögel Bayerns. Dies sind der vom Aussterben betroffene Wendehals und die stark gefährdeten Arten Baumpieper, Waldlaubsänger und Bluthänfling. Bereits vor einigen Wochen hatte der Pilzexperte – ebenfalls in einem von der Interessensgemeinschaft in Auftrag gegeben Gutachten – gewarnt, dass bei einer Flutung des Polders fast alle gefährdeten Pilzarten im Auwald zugrunde gehen würden. Der Flutpolder soll eine Fläche von 630 Hektar haben und im Notfall zwölf Millionen Kubikmeter Wasser fassen. (zg)

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