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Fälle im Kreis zeigen: Mangelnde Transparenz ist Fehler

Kommentar Von Till Hofmann
19.01.2019

Die VR-Bank hat gezeigt, wie man es nicht macht: die Öffentlichkeit wurde nicht direkt informiert. Andere machen es besser.

In keinem Mini-Handbuch, ob für kleine oder große Manager (oder solche, die sich dafür halten), darf dieser Grundsatz fehlen: Man muss Betroffene zu Beteiligten machen. Geschieht dies nicht, hat man als Verantwortlicher vielleicht eine ganze Zeit lang seine Ruhe. Sickert eine Entscheidung aber dann irgendwann durch, verselbstständigt sich die Diskussion darüber – und das oft nicht im Sinne der Entscheider.

Das Unverständnis wächst – vor allem über die mangelnde Transparenz. Wer sich nicht abgeholt fühlt, wird die Intensität seines Engagements korrigieren eingedenk des Eindrucks, dass seine Meinung als Teil des Fußvolks/der Bürger/der Verbraucher/der Arbeitnehmer eh nicht zählt.

Manchem müssen die Würmer aus der Nase gezogen werden

Betroffene zu Beteiligten machen: Das ist leicht dahingesagt; und offenbar nicht ganz so leicht umgesetzt. Manchem Bürgermeister müssen wichtige Vorhaben wie Würmer aus der Nase gezogen werden. Lieber wird alles hinter verschlossenen Türen ausgekartet und jedes Detail vorbereitet, anstatt gleich die breite öffentliche Diskussion zu suchen.

Ein Beispiel, wie man es nicht macht, hat die VR-Bank Donau-Mindel diese Woche abgeliefert. Anstatt den Mitarbeitern und Kunden den Abzug des Personals aus einer Zweigstelle in Burgau rechtzeitig zu kommunizieren und sauber zu begründen, haben die Manager es vorgezogen, in einem Zeitungsinterview von Kundennähe zu schwafeln – und das eigene betroffene Personal viel zu lange mit einem Gerücht alleine zu lassen, das herum waberte, sich ausbreitete und schließlich als Wahrheit entpuppte.

Verantwortung ist der zentrale Begriff

Es geht auch anders, wenn man den Mitarbeitern zutraut, kritische Entscheidungen nachvollziehen zu können und sie rechtzeitig entsprechend informiert oder – noch besser: wenn man sie an Überlegungen teilhaben und mitwirken lässt.

Der zentrale Begriff eines motivierenden Miteinanders in der Arbeitswelt ist: Verantwortung. Die muss nicht einer wie eine Krake in seinen Tentakeln umklammern. Verantwortung zu verteilen und – damit einhergehend – Entscheidungsfreiheiten in einem gewissen Ausmaß einzuräumen, ist die Tat eines klugen Teamplayers, der dennoch die Spielführerbinde tragen kann. Denn klar ist: Keiner von uns ist so gut wie alle von uns.

Digital und doch auch analog bei der Sparkasse

Die Pläne, die der neue Sparkassen-Vorstandschef Daniel Gastl für sein Haus dieser Tage vorgestellt hat, klingen vielversprechend – gerade auch, weil die Belegschaft dafür zu brennen scheint, die Kunden dort abzuholen, wo sie stehen. Der 39-Jährige weiß, dass ein Megatrend wie die Digitalisierung den Bankensektor längst erreicht hat und Kunden gerne mit modernen Apps online unterwegs sind. Aber der Digital-Hype macht ihn nicht taub und blind für die analoge Welt, in der persönliche Begegnungen Kundennähe ausmachen und nicht die Anzahl der E-Mails, die pro Tag verschickt wurden.

Ein weiteres Beispiel zeigt, was Verantwortung und Vertrauen zu leisten imstande sind. Im Günzburger Kreiskrankenhaus durften Krankenpflegeschüler – natürlich unter Anleitung und Begleitung erfahrener Kräfte – eine Station fast drei Wochen managen. Lob gab es dafür vor allem von den Patienten.

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