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29.05.2019

Flug von Günzburg nach Frankreich: Flieger, grüß mir die Bretagne

Vom Flugplatz in Günzburg starten am Donnerstagmorgen insgesamt 15 Flugzeuge zu einer Frankreich-Tour. Dabei landen sie auch in Lannion, der bretonischen Partnerstadt von Günzburg. Das Foto zeigt Lydia Wagner vom Partnerschaftskomitee (links) mit Fliegerin Davi Held, zweite Vorsitzende des Flugsportvereins und Organisatorin der Reise.
Bild: Bernhard Weizenegger

15 Flugzeuge aus Günzburg starten am Donnerstag in Richtung Frankreich. Eines ihrer Ziele ist die Partnerstadt Lannion. Für die Organisatorin hat dieser Ausflug eine besondere Bedeutung.

Als vor fast 40 Jahren die Städtepartnerschaft zwischen Günzburg und Lannion angebahnt wurde, kamen die Vertreter Schwabens ebenfalls über die Luft in die Bretagne – die 1250 Kilometer bis in die Partnerstadt waren so einfach schneller zurückzulegen als über die Autobahn. Den Piloten und Passagieren, die sich jetzt am Donnerstagmorgen in Richtung Bretagne auf den Weg machen, geht es nicht um die Schnelligkeit, sondern um den Genuss: 15 Flugzeuge werden am Günzburger Flugplatz starten. Für Davi Held, die Organisatorin der Reise und Zweite Vorsitzende des Günzburger Luftsportvereins, ist es eine besondere Herzensangelegenheit, auf den Spuren ihres Mentors Rolf Hermann. „Es wäre sein Wunsch gewesen, dass wir diese Tour einmal machen“, sagt Davi Held.

Übernachtet wird auf dem Mont Saint Michel

Der Günzburger Zahnarzt, CSU-Politiker und leidenschaftlicher Flieger war im Juni 2007, wenige Tage vor seinem 63. Geburtstag, mit seinem Segelflugzeug in Südfrankreich tödlich verunglückt. „Rolf Hermann ist selbst schon mit dem Flugzeug in Lannion gewesen. Jetzt machen wir uns auf den Weg.“ Günzburgs Partnerstadt ist dabei nicht die erste Etappe der Tour mit insgesamt zehn Starts und Landungen. Davi Held nennt die Stationen: Es geht zuerst nach Reims, dann weiter nach Avranches in der Normandie. Hier werden die Flugzeuge geparkt, per Bus fährt die Gruppe dann zum Mont Saint Michel, der berühmten Gezeiteninsel im Ärmelkanal. Dort wird übernachtet – und am Freitagmorgen geht es von dort aus wieder in die Maschinen und direkt nach Lannion.

15 Flugzeuge aus Günzburg sind am 30. Mai 2019 in Richtung Frankreich gestartet. Eines ihrer Ziele ist die Partnerstadt Lannion.
Video: Mario Obeser

Lannion empfängt die Günzburger Flieger im Rathaus

Lydia Wagner, die Präsidentin des Günzburger Partnerschaftskomitees, hat den Kontakt mit den Freunden in der Bretagne bereits hergestellt. „Bürgermeister Paul le Bihan wird die Gruppe im Rathaus empfangen, die Lannioner haben bereits etwas vorbereitet“, weiß Lydia Wagner.

Nach Lannion steuern die Flieger dann Quiberon und La Rochelle am Atlantik an, auf dem Heimweg geht es direkt über die Loire und ihre berühmten Schlösser. Auch über Schloss Amboise, wo Leonardo da Vinci vor 500 Jahren starb. Ein fliegerischer Gruß an den Pionier der Flugmaschinen ist für die Günzburger natürlich ein Muss. „In Dijon werden wir dann noch mal halt machen und eine Flugzeugwerft besuchen“, beschreibt Davi Held den Rest der Reise, über Colmar gehe es dann wieder zurück nach Günzburg, wo die Flieger am Sonntag zurück erwartet werden.

Fliegen in Frankreich: Es ist kompliziert

Es ist nicht der erste große Ausflug der Günzburger, sagt die Organisatorin und Fluglehrerin. „Wir waren auch schon in Venedig, in der dänischen Südsee, in England und meiner Heimat Kroatien.“ Als Teil der Aus- und Weiterbildung der Piloten sind ihr solche Projekte wichtig. Aber in Frankreich fliegen? Das ist gar nicht so einfach, gibt Davi Held zu. Zwar seien unsere europäischen Nachbarn eine veritable Fliegernation, die sogar mit vielen kleinen Privatflugplätzen aufwartet. „An vielen Stellen kann man direkt bei Schlössern landen, die als Hotels fungieren“, schwärmt die zweite Vorsitzende des Luftsportvereins. Zu einem „Fliegerparadies“ macht das Nachbarland außerdem, dass im Gegensatz zu Deutschland kein Flugplan erstellt werden muss. Doch es gibt zwei Faktoren, die Flugbegeisterte etwas einschüchtern: Da sind die vielen Verbotszonen, nicht nur in Paris, die nicht beflogen werden dürfen – „Frankreich ist super-kompliziert“.

Und dann ist da noch die Sprache. „Weltweit ist der Funkverkehr auf Englisch. Aber die Franzosen halten sich nicht immer so gerne daran. Und manchmal sind sie einfach schwer zu verstehen.“ Die Lösung für die Günzburger Reisegruppe: Es wurde fleißig trainiert. Davi Held hat ausführliche Unterlagen zusammengestellt und die Eigenheiten des französischen Funkwesens hat man sich gemeinsam genau angeschaut. Die Gruppe ist also bestens präpariert, zumal an Bord jeder Maschine ein erfahrener Flieger sitzt, der weiterhelfen kann.

An Bord: Bretonische und Günzburger Flaggen

Vorbereitet sind auch die Maschinen für die große Reise: Jede trägt auf einem Aufkleber das Emblem der Städtepartnerschaft Günzburg-Lannion, bretonische Flagge und Günzburger Stadtfahne sind ebenfalls mit an Bord.

Eine ebenso herzliche Verabschiedung wie den herzlichen Empfang in Lannion möchte Lydia Wagner den Günzburger Fliegern gerne bereiten. „Wir freuen uns, wenn viele Günzburger am Donnerstagmorgen an den Flugplatz kommen und die Gruppe verabschieden“, verrät die Komiteepräsidentin. Mit so viel Rückenwind aus Schwaben ausgestattet dürften die Flieger dann gut und sicher am Ziel ankommen. Gruppenweise geht es am Donnerstagmorgen los, die Strecke mit den etwa zweistündigen Etappen fliegt jeder in seinem Tempo. Davi Held: „Wer schneller da ist, tankt schon mal auf, trinkt einen Kaffee und freut sich auf die anderen, die nachkommen.“ Auf das Ziel, Günzburgs Partnerstadt und seine Menschen, freuen sich alle gemeinsam ganz besonders.

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