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14.01.2017

„Flutpolder gefährdet seltene Pilze“

Gegner lassen mehrere Gutachten erstellen

Die Kritik an dem geplanten Flutpolder im Auwald bei Leipheim reißt nicht ab. Ende 2016 ist die Entscheidung gefallen, dass dort eines von drei dieser gigantischen Rückhaltebecken entstehen soll. Die Interessensgemeinschaft „Hochwasserschutz Ja – kein Flutpolder Leipheim“ kämpft weiter gegen den potenziellen Rückhalteraum und plant weitere Protestaktionen. Unter anderem hat die Interessensgemeinschaft eine Internetseite erstellt. Unter www.kein-flutpolder-leipheim.de stellt die IG ihre Arbeit und künftige Aktionen vor. Außerdem sollen in Kürze in den Leipheimer Stadtteilen mehrere große Banner aufgestellt werden. Derzeit werden für alle drei möglichen Standorte – zwei davon liegen im Landkreis Dillingen – Detailmodelle mit verdichtenden Daten erstellt. Doch auch die Interessensgemeinschaft lässt separate Gutachten erstellen. Die ersten Ergebnisse liegen laut Gerd Mannes, Sprecher der Interessensgemeinschaft, bereits vor. Der Pilzexperte Manfred Enderle übte bereits bei einer Veranstaltung des Wasserwirtschaftsamtes im Dezember 2016 in Höchstädt Kritik an dem geplanten Flutpolder und den jährlich stattfindenden Flutungen des Auwalds. Er hat ein Gutachten erstellt. Laut diesem beherbergt der hiesige Donauauwald mindestens 50 stark gefährdete Pilzarten, wie beispielsweise den Riedheimer Rötling (Entoloma riedheimensis), der bisher nur im Leipheimer Auwald gefunden worden sei oder den Schneerübling (Collybia nivalis) – beides Erstfunde für Deutschland. Durch den Polderbau und die angedachte Flutung würden, aus Sicht von Manfred Enderle, fast alle gefährdeten Pilzarten im Auwald zugrunde gehen. Wie die Interessensgemeinschaft ankündigt, sollen noch weitere Gutachten von Experten eingeholt werden um die aus ihrer Sicht „negativen Folgen und Schadenspotenziale eines Flutpolders“ im Leipheimer Auwald aufzuzeigen. (zg, eff)

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